526 Dupin (Philippe) Dupont (Jacq. Charl.)
beitet hatte und welche nachmals eine Zierde des von D. gefristeten Museums der Marine zuToulon wurden. Nach dem zweiten pariser Frieden machte er eine Reise nach England, daser während eines Aufenthalts von 2» Monaten in verschiedenen Richtungen durchkreuzte.Nach der Rückkehr wurde er 1818 Mitglied der Akademie der Wissenschaften und bei derStiftung des Conservatoriums der Künste und Handwerke im Z. 1820 als Professorbeidemselben angestellt. Nachher unternahm er eine Reise nach England, von der er 1824 zu-rückkehrte. Noch in demselben Jahre wurde er zum Baron ernannt, und 1827 kam er in dieDeputirtenkammer, in der er fortwährend als thätiger Beförderer gemeinnütziger Zwecke sichzeigte. Jm J. 1832 nahm ihn auch die Akademie der moralischen und politischen Wissen-schaften als Mitglied auf und 1837 wurde er zum Pair erhoben. Sein Hauptwerk sind die„Vn^aFesOansIaKranOe-Lretagneen 1816—10" (6 Bde.,Par. 1820—24,4.,mitAtlas;2. Aust. 1825; deutsch, 4 Bde., Stuttg. 1825), eine umfassende Darstellung derVorzügeundMängel der brit. Verwaltung in Beziehung auf Landmacht, Seewesen, Artillerie, Straßen-bau, Gemeindewesen, Bergwerke, Gewerbsamkcit und Handel. Ferner erwähnen wir die„6eometrie et mscsmgue Oes srts et wetiers et Oes beaux-arts" (3 Bde., Par. 1825—27; deutsch, 3 Bde., Par. 1825— 27), „korees proOuctives et eommercisles 0« lab>cmce"(2 Bde., Par. 1827, 4.) und „ib.e petit proOucteur trany." (7 Bde., Par. 1827 fg.),
Dupin (Philippe), der jüngste Bruder der beiden Vorigen, einer der ausgezeichnetstenAdvocaten Frankreichs, wurde 17 95 geboren. Nachdem er in Gemeinschaft und zum Theilunter Leitung seines ältesten Bruders seine juridischen Studien gemacht hatte, that er sichmit diesem zugleich unter den eifrigsten Gegnern der Restauration hervor. Überhaupt bil-dete er sich durchgehend nach seinem Bruder, nur ist bei ihm die rauhe Manier des Lehtcrndurch größere Übung abgeschliffen. Seit der Zulirevolution wurde er ein Freund der neuenNegierung, obgleich er alle Anträge, eine politische Rolle zu spielen, entschieden ablehnte.Unter diesen Umständen war seine Stellung sehr mißlich, wenn er z. B. als Advocat derWitwe Desgravier's gegen die Civilliste auftrat. Er zog sich hierbei indessen mit ebenso gro-ßer Gewandtheit aus der Verlegenheit, als im Proceffe Conde, wo er den Verdacht, um denTod des Prinzen gewußt zu haben, vomHaupte LudwigPhilipp's abzuwälzen hatte. Gleichseinem ältesten Bruder ist er in seinen Reden der wahrhafte Repräsentant des Mittelstands;er ist witzig, sehr entschieden, in der Form aber nicht selten sehr nachlässig.
DuplesstS (Jos. Sifrede), ein ausgezeichneter franz. Portraitmaler, wurde 1725 zuCarpentras geboren. Seine künstlerische Ausbildung verdankte er einem damals geschätztenMaler, dem Bruder Imkert, einem Mönche. Im I. 1745 ging er nach Rom und trat indas Atelier des P. Subleyras. Sehr bald zeichnete er sich in der Historien- und Portrait-malerei sowie auch in der Landschaft aus. Nach vier Jahren kehrte er nach Frankreich zurück;doch kam er erst in seinem 57. Jahre nach Paris, wo er besonders wegen seiner schönen Bild-nisse sehr beliebt ward. Erstarb 1802 als Conservator des Museums von Versailles. SeinePortraits zeichnen sich durch Leichtigkeit und Zierlichkeit aus; viele der merkwürdigsten No-kabilitäten, die damals in Paris verweilten, wie Bossuet, Franklin, Gluck, Marmontel,Ncckcr u. s. w., sind von ihm gemalt worden.
Duplicität bedeutet in der Philosophie das Zerfallen in Gegensätze oder auch denGegensatz zweier Kräfte, z. B. das Entgegenwirken der zurückstoßenden und anziehendenKraft, und im gemeinen Leben öfter die Äußerung eines Dinges auf zwiefache Weise, daherauch die Zweideutigkeit oder Zweizüngigkeil.
Duplik heißt in der Rcchtssprache der vierte der in einem rechtlichen Verfahren vonden beiden Parteien einzugebenden schriftlichen Sätze; sie erfolgt von dem Beklagten, alsAntwort auf die Replik des Klägers. (S. Proceß.) In neuerer Zeit hat man diese Be-zeichnung auch auf den Schriftenwechsel in literarischen Streitigkeiten übergctragen, wo da-mit die zweite Nechtfertigungsschrift eines in einer Druckschrift Angegriffenen bezeichnet wird.
Dupont (Jacq. Charl.), genannt del' Eure, franz. Deputirter und vormaliger Mi-nister, einer der ehrenwerthesten Männer des liberalen Frankreichs, geb. am 27. Febr. 1767zu Neubourg in der Normandie, war anfangs Parlamenksadvocat in dieser Provinz und wurde1792 zum Maire in seiner Gemeinde erwählt. Während der Revolution und des Kaiser-reichs rvar er nacheinander Bezirksverwalter, Richter zu Louvier, öffentlicher Ankläger beim