525
Dupin (Charl., Baron)
,ur le äuwuiue lies wers" (Par. 1811). Zm Z. 1815 wurde er in die Kammer gewählt,wo er sich durch edeln Freisinn auszeichnete. Er widersetzte sich dem Anträge, Napoleon denRetter des Vaterlandes zu nennen, stimmte für des Kaisers Abdankung, verlangte, die De-putirtenkammer solle sich zur Nationalversammlung erklären, und sprach gegen den Vor-schlag, Napoleon II. zum Thronfolger auszurufen. Nach der zweiten Restauration konnteer, weil er das gesetzliche Alter noch nicht hatte, nicht in die Deputirtenkammer gewählt wer-den und widmete sich nun ausschließend dem Berufe als Sachwalter. Im Verein mit denbeiden Berryer vertheidigte er den Marschall Ney, in welcher Angelegenheit er auch einigekräftige Denkschriften verfaßte, unter denen diejenige, welche die Übereinkunft vom 3. Juli1815 zu Gunsten des Angeklagten anzuwenden suchte, großen Beifall erhielt. Blieb ihmin dieser Rechtssache nichts als die Ehre der Vertheidigung, so war der Erfolg seiner Beredt-samkeit um so belohnender, als er 1818 die Engländer Wilson, Bruce und Hutchinson ver-theidigte, die wegen der Thcilnahme an Lavalette's Entweichung angeklagt waren. Ebensovertheidigte er die Generale Alix, Savary, Gilly und das Andenken des Marschalls Brune.Gleich gewandt als geistreich sprach er zur Vertheidigung Be'ranger's. Überhaupt versagteer Keinem, der vom Parteihasse verfolgt wurde, seinen Beistand, und insbesondere trat erauf als Vertheidiger der gefährdeten Freiheit der Presse. Zn dieser Zeit schrieb er die werth-vollen „Dettrcs sur Is Profession ll'svocut" (2 Bde., Par. 1818; neue Aust., 1828), „05-servstions sur plusieurs points importants cle notre legislstion criminelle" (Par. 1821),„De la jurispriillence Oes srrets" (Par. 1822), „Dais communes" (2 Bde., Par. 1823),„Lxumen <les sctes cle la commission militsire instituee pour juger le <1uc tl'Lngliien"(Par. 1823), „Des Ii5ertes cle l'eglise gsllicuns" (Par. 1812), „Oonsultstion pour lecomte lVlontlnsier contrs I'illegulite ckes jesuites" (Par. 1826) und „l^otious elemen-tares sur la justice, le droit et les lois" (Par. 1827). Im 1.1827 trat er von neuemin die Deputirtenkammer, und in der Sitzung von 1830 war er Berichterstatter über dieAdresse der 221. Auf seinen Ausspruch protestirten zunächst die Journalisten, namentlichder „National", gegen die Juliordonnanzen. Großen Antheil hatte er sodann an der Pro-tcstation mehrer Deputirten, sowie an der Ernennung der Municipalcommission für dasGemeinwohl der Hauptstadt. Dessenungeachtet mußte er sich gegen die Angriffe derJournale, welche ihm Unthätigkeit in der Juliwoche Schuld gaben, vertheidigen. Manmachte ihm sogar die von ihm schon 1815 und stets behauptete inamovibilite cles juges zumVorwurf Im Aug. wurde er zum Generalprocurator beim Caffationshofe ernannt und1832 in die Akademie ausgenommen. In acht Sitzungen bis 1839 bekleidete er die Stelleeines Präsidenten der Deputirtenkammer. In dem dreitägigen Ministerium des Herzogsvon Bassano im 1.1834 war er Marineminister. Mit den ausgezeichneten Geistesgabenverbindet er die edelsten Gesinnungen, und die Üneigennützigkeit, womit er seinen Beruf ver-waltet, ist allgemein anerkannt. Nichtsdestoweniger ist D., der während der Restaurationdie vollste Volksgunst genoß, seit der Julirevolution immer unpopulairer geworden, weil ercs verschmäht hat, sich irgend einer bestimmten Partei anzuschließen. Auch seinen politischenEinfluß hat er dadurch fast ganz verscherzt, daß er wiederholt, nachdem er das Portefeuillefast schon angenommen hatte, wieder zurücktrat. In seiner Schrift „Du revolutioa «lejuillet l 830" (Par. > 833) bewies er unter Anderm, daß die Republik für Frankreich nichttauge, daß Frankreich sie nicht wolle und daß Ludwig Philipp nicht als quasilegitim, sondern„cpioicpie Donrbon" der Einzige gewesen sei, den die Franzosen zu ihrem Könige hätten wäh-len können. Gegenwärtig soll er mit der Abfassung seiner Denkwürdigkeiten beschäftigt sein.
Dupin (Charl., Baron), Pair von Frankreich und Mitglied der Akademie der Wis-senschaften und der der moralischen und politischen Wissenschaften, des Vorigen Bruder, geb.am 6. Oct. l 7 84, erhielt seine Bildung in der Polytechnischen Schule zu Paris. Von 1803 andiente er «ls Ingenieur auf der Flotte; namentlich zeigte er sich 1805 sehr thätig bei derAnlegung des Hafens von Antwerpen. Im I. 1808 ging er als Freiwilliger auf dem Ge-schwader unter dem Admiral Ganteaume nach den Jonischen Inseln, wo er Secretair der da-mals errichteten Akademie zu Korfu wurde und die Stiftung von Olympiadenpreisen fürSchriften in alt- und neugriech. Sprache veranlaßte. Im I. 1811 bereiste er Italien. InToulon rettete er 1813 die schönen Bildwerke, die Puget für Ludwig's XlV. Galerien gear-