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fall und die feindlichen Schritte ihres begünstigten Liebhabers, Larochefoucauld, wie csscheint, zur Besinnung gebracht, entzog sie sich nun der Welt und starb am 15. Apr. 1678unter den härtesten Bußübungen. Vgl. Willeforce, „I.s vie «Io >a üncbessv ,1s I.onxue-ville" (Par. 1738 und Amst. 1739). — Ihr jüngerer Sohn, Charl. Paris, Herzogvon Longueville, früher unter dem Namen des Grafen St. - Paul bekannt, erhieltnach dem Tode seiner Brüder die Güter und Würden seiner Familie. Er zeichnete sich 1667im Feldzüge nach den Niederlanden, >668 in der Franche-Comte aus und zog nach demaachcner Frieden bem bedrängten Kandia mit zu Hülfe. Als eine mächtige Partei in Polenden König Wisnowiecki zu entthronen gedachte, trat man auf Sobieski's Vorschlag mit demHerzog Longueville, dem liebenswürdigsten und schönsten Prinzen seiner Zeit, in Unterhand-lungen, um ihm die Krone aufzusetzen. Dieser Plan wurde jedoch durch den Tod des Her-zogs am I2.Zuni 1672 vernichtet, indem er bei dem Rheinübergang am Tollhuys ein Opferseines kühnen Vordringens gegen die Holländer ward. Mit ihm endete der legitime Stammdes Bastards von Orleans. — Franc, von Orleans, Marquis von Rothelin (Rö-cheln in Schwaben), hinterließ einen natürlichen Sohn, Francois, Bastard vonRo-thelin, der 1600 starb und der Stifter dieses in der Geschichte Frankreichs nicht unge-nannten Hauses wurde. Mit Alexander von Rothelin, der als franz. Generallieute-nant 1764 starb, endete auch diese Nebenlinie.
Duns (Joh ), genannt S cot us, einer der berühmtesten Scholastiker und das Hauptder sogenannten Scotisten, geb. um 1245 zu Dunston in Northumberland, nach Andernzu Duns in Südschottland, studirte zu Oxford, wo er in den Franciscanerorden trat undnachher mit großem Beifall als Lehrer austrat. Im Z. 1304 wurde er von seinen Ordens-obern nach Paris gesendet, wo er ebenfalls mit vielem Erfolge lehrte, und dann nach Köln,wo er am 8. Nov. 1308 starb. Als einer der feinsten und scharfsinnigsten Denker seiner Zeiterhielt er den Beinamen voctor subtilis. Er war Realist und im Gegensätze von ThomasvonAquino(s. d.), mit dem er fortwährend im Streit lag, behauptete er, daß das Allge-meine (universale) nicht blos der Möglichkeit (potenlia) sondern auch der Wirklichkeit nach(sctu) in den Objecten gegründet sei, und als Realität dem Verstände gegeben werde. (S.Scholastiker.) Auch war er einer der eifrigsten Vertheidiger der unbefleckten Empfängnißder Jungfrau Maria. Er suchte die Nothwendigkeit und Wahrheit der göttlichen Offen-barung zu erweisen und den kosmologischen Beweis für das Dasein Gottes zu schärfen.Seine Commentare über Aristoteles und Petrus Lombardus, die voller spitzfindiger Dunkel-heiten find, und seine übrigen Schriften erschienen zu Lyon (12Bde., I63S, Fol.). Wie D.mit Thomas von Aquino so waren auch die Scotisten mit den Thomisten in unaufhörlichemStreite, der aber der Wissenschaft wenig Gewinn gebracht hat.
Dunst. Bekanntlich werden die Flüssigkeiten durch die Wärme, wenn dieselbe den ge-hörigen Grad erreicht hat, in Dampf (s. d.) verwandelt und kehren bei abnehmender Tem-peraturhöhe nach und nach wieder in den tropfbarflüssigen Zustand zurück. Ein Stadiumdieser Verwandlung ist die Dunstform. Wenn die Dämpfe sich insoweit condensirt haben,daß sie noch keinen eigentlichen Niederschlag bilden, sondern gleichsam in Tropfen in der Luftsich schwebend erhalten, so nennt man sie Dünste. Sie bilden dann kleine kugelförmige Bläs-chen, deren Durchmesser sich nach ihrer höhern oder niedrigem Temperatur richtet. Nebelund Wolken sind eigentlich nichts Anderes als Dünste, welche durch Erniedrigung der Tem-peratur in den tropfbarflüsfigen Zustand übergehen. Durch Aufnahme verschiedener Gasewerden die Dünste verunreinigt und können dann beim Einathmen schädlich werden.
Dunstan, der Heilige, Erzbischof von Canterbury, wurde aus vornehmem engl. Ge-schlecht ums I. 925 geboren. Als Jüngling kam er an den Hof des Königs Ethelstan, woer sich durch seine Kunstfertigkeiten in Musik und Malerei Neider zuzog, die ihn vertrieben.Er ergriff nun den Mönch- und Priestcrstand und erregte großes Aufsehen durch sein aste-tischcs Leben in einer Zelle, die angeblich 4 F. lang, 2 F. breit und von sehr geringer Höhewar. König Edmund rief ihn als einen frommen und wunderthätigen Mann an den Hofzurück, wo nun D- in geistlichen und weltlichen Dingen zu seinem und der Kirche Vorthcil dengrößten Einfluß gewann. Seine Macht wuchs noch unter Edred; allein unter Edwin wurdeer als ein strenger Sittenrichter vertrieben und sein reiches Kloster, dem er als Abt Vorstand,