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4 (1845) D bis Entern
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522
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522 Dunstkreis Dupaty

zerstört. Er floh nun nach Gent, wo er durch sein heiliges und wunderthätiges Leben vielAufsehen erregte. Als sich 957 Edgar, der Bruder des Königs, eines Theils des Landes be-mächtigte, kehrte D. nach England zurück und wurde zum Bischof von Worcester erhoben.Nach Edwin's Tode erhielt er 959 auch das Bisthum London und nach dem Tode seinesFreundes, des Bischofs Odo, das Erzbisthum Canterbury. Zm I. 96« reiste er nach Nom,wo er vom Papst Johann XI I. sehr huldvoll ausgenommen wurde. Wie sehr er seine Stel-lung zu benutzen wußte, zeigen die -18 Klöster, die er stiftete und dotirte. Mit fanatischerHärte verfuhr er gegen die Priester, die nicht ehelos bleiben wollten. In die politischen Ver-hältnisse griff er mit großer Anmaßung ein. Nach Edgar's Tode setzte er 975 gegen denWillen der Großen und des Volks dem Knaben Eduard die Krone auf. Als derselbe nacheinigen Jahren von seiner Stiefmutter ermordet wurde, krönte er auch deren Sohn, Ethel-red. MitLetzterm scheint er seinen Einfluß verloren zu haben. Erstarb 988. Da er derStifter der Congregation der Bencdictincr war, so gilt er für den Verfasser derDecrcta;>ro »reime sancti Lsneciicti, libellus concoreiise moliasterinrum in Viiglia". Daß er dieOrgel erfunden habe, ist eine Fabel.

Dunstkreis, s. Atmosphäre.

Duodecimalmaß nennt man die Einthcilung der Einheiten in zwölf gleiche Thcile,z. B. der Ruthe in >2 F., des Fußes in 12 Zoll u. s. w. Dieselbe ist namentlich beim Län-genmaß die im Leben gewöhnlichste Eintheilungsart, und deshalb bequem, weil sich 12ohne Bruchtheile in 2, 3, 4 und 6 gleiche Theile theilen läßt, vbschon cs unter den Mathe-matikern längst eine ausgemachte Wahrheit ist, daß das Decimalmaß wegen seiner Überein-stimmung mit unserm dekadischen Zahlensystem beiweitem den Vorzug verdient. Duo -decimalrechnung wird die Rechnung nach dem erwähnten Maße genannt.

Duodenme heißt in der Tonkunst ein Intervall, dessen beide Töne um zwölf diato-nische Stufen voneinander abstehen, oder die Quinte der Octave des Grundtons. Duo-decimole, eine Figur von zwölf Noten, deren Zeikwerth dem von acht Noten derselben Be-zeichnung gleich ist, die also um so viel schneller zu spielen sind.

Duodräma, ein im vorigen Jahrh. Mode gewordenes, jetzt von der Bühne ver-schwundenes kleines Schauspiel, welches sich aus dem damals beliebt gewordenen Mono-drama gestaltete und den lyrischen Charakter des letztem dadurch zu einem mehr dramati-schen steigerte, daß mit der einen blos reflectirenden und empfindenden Person das Mono-drama im Duodrama noch eine zweite in Handlung und Conflict gesetzt wurde.

Dupäty (Charl. Marguerite Jean Bapt. Mercier), franz. Strafrechtslehrer, geb.17-1-1 zu Röchelte, war seit 1767 Advocat und später Präsident beim Parlament zu Bor-deaux. Sein strenger Rechtssinn zog ihm gleich vielen Andern die Verfolgung des Ministc-rialdespotismus zu, den in den letzten Regierungsjahren Ludwig's XV. der Herzog vonAiguillon mit der Dubarri und dem Abte Terra! in grenzenloser Weise übte. Da D. gegenden Herzog von Aiguillon, als dieser wegen schlechter Amtsführung als Gouverneur vonBretagne vom Parlament zu Rennes in Anklage versetzt worden war, im Namen des Par-laments von Bordeaux geschrieben hatte, so wurde er deshalb 177« als Staatsgefangenereingezogen und später verwiesen. Erst Ludwig XVI. rief ihn zurück, indem er ihn zugleichzum Präsidenten des Parlaments von Bordeaux ernannte. Seine aufgeklärten Grundsätzestimmten aber so wenig mit dem verrotteten Geiste seiner College» überein, daß er sich nachschweren Kämpfen nach Paris zurückzog, wo er nun ganz der wissenschaftlichen Muse lebteund besonders für die Verbesserung der Strafrechtspflege wirkte. Besonders merkwürdigist seine Denkschrift, durch welche er 1786 drei unschuldig vcrurtheilte Bürger aus Chau-MVNt Vom Tode des Rads rettete. Seineketlexinns llistnriqiies sur les lois criminelles"(Par. 1788) klärten das Publicum über die Verderblichkeit des geheimen Gerichtsverfahrensund des Misverhältnisses der Strafen zu den Verbrechen auf. In den anonym erschienenenI,ettres sur I'Italie en 1785" (2 Bde., Par. 1788; deutsch von G.Förster, 2 Bde., Mainz1789; 2. Aufl., I8V5) tritt der feine Kunstkenner mit dem warmen Menschenfreunde zu-gleich hervor. Er starb zu Paris am 17. Sept. 1788. Sein ältester Sohn, LouisMarie Charl. Henri Mercier D., geb. zu Bordeaux am 29. Sept. 1771, der Wie-derhersteller der Bildhauerkunst in Frankreich, hatte ursprünglich die Rechte studirt und war