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4 (1845) D bis Entern
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519
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Dünnwald Dunois und Longueville 519

von 1783 wurden jene Artikel aufgehoben. Seitdem wurde an der Wiederherstellung D.sgearbeitet, so weit es die Lage Frankreichs erlaubte. Im Aug. 1793 machte der Herzog vonUork alle Anstalten, die Stadt, die den Engländern fortwährend ein Stein des Anstoßes blieb,wegzunehmen; allein die unvermuthete Annäherung des Generals Hvuchard und ein-thender Ausfall der Belagerten nothigten ihn, sich unverrichteter Sache zurückzuziehen.

Dünnwald. (Joh. Heinr., Graf von), kaiserlicher Generalfeldmarschall, wurde um1620 von armen Ältern, wahrscheinlich als uneheliches Kind, zu Dünnwald im Bergischen,

^ Köln gegenüber, geboren, nach welchem Orte er sich später nannte. Er wählte den Soldaten-stand und zeichnete beim Reichscontingent sich zuerst in der Schlacht bei St.-Eotthardt inUngarn 1664 aus, sodaß der kaiserliche Feldherr Montecuculi sein Augenmerk auf ihn rich-tete. Hierauf trat er in kaiserliche Dienste, und schon >670 erhielt er das Commando überein Kürassierregiment. Jm Z. 1674 zeichnete er sich in dem Treffen bei Ensisheim sowoldurch Tapferkeit und Geistesgegenwart aus und ihm gebührt ein großer Theil der Ehre die-ses Tages. Zm folgenden Jahre wurde er bei Mühlhausen gefangen genommen, jedoch sehrbald gegen einen franz. General ausgewechselt. Nachdem er in der Schlacht bei Saßbachdie Franzosen geschlagen, erhielt er >675 vom Kaiser das Erafendiplom. In dem darauffolgenden Türkenkriege zum Feldmarschalllieutenant ernannt, erwarb er sich neue Lorbernbei der Belagerung Wiens, indem er namentlich 12000 Türken den Rückweg abschnitt undsie in die Donau trieb und nach Sobieski's Siege den Flüchtenden den Weg verlegte unddas ungeheure Heer schnell vernichten half. Auch >684 vernichtete er bei Backan ein ihmbciweitcm überlegenes türk. Heer, indem er es in einen Morast trieb. Bei der Belagerungvon Ofen schlug er mit geringen Streitkräften die Türken, die die Stadt entsetzen wollten,

^ und selbst eine bedeutende Wunde hinderte ihn nicht, seinen Sieg zu verfolgen. Nach der^ Schlacht bei Mohatsch mit 10000 M. zurückgelaffen, um das Land zwischen der Donauund Drave zu decken, begnügte er sich hiermit nicht, sondern griff den Feind an, trieb ihnzurück und eroberte ganz Slavonien. Im Feldzuge von >688 führte er als Generalfcld-marschall die Reiterei im Heere des Herzogs von Lothringen und deckte namentlich die Be-lagerung von Belgrad. Im folgenden Jahre kämpfte er am Rhein gegen die Franzosen,wo er vorzugsweise durch geschicktes Hin - und Hcrziehen und durch rasche Angriffe dieSchwäche des Reichs verdeckte, die Fortschritte des Feindes hemmte, und das bedrängteHeidelberg entsetzte. Im I. 1691 wurde er wieder gegen die Türken in Ungarn gesendet.Hier soll er in der Schlacht bei Salankemen, wo er den linken Flügel befehligte, aus Ver-druß unter einem jüngern Feldherrn, dem Fürsten Ludwig von Baden, zu kämpfen, an-fangs nicht in der beabsichtigten Weise angegriffen haben; als jedoch der Kampf einmal be-gönnen, stritt er mit der an ihm gewohnten Tapferkeit und Geistesgegenwart, fiel demFeinde durch eine Wendung in die Flanke und erstürmte, nachdem er ihn geschlagen, das La-ger. Nach der Schlacht wurde er nach Wien vor das Kriegsgericht beschicken; doch starb er aufder Reise dahin zu Essek am 31. Aug. 1691 an gebrochenem Herzen, nach Andern an Gift.

Dunois und Longueville (Jean, Bastard von Orleans, Graf von), geb.am 23. Nov. 1402, war der natürliche Sohn des von dem Herzoge von Burgund ermor-1 deten Herzogs Ludwig von Orleans , zweiten Sohnes König Karl's V. , mit seiner Gelieb-ten, Dolantha, der Frau deS Ritters Albrct le Flamm! de Cany. Zum Priester bestimmt,entlief der feurige und thatcndurstige Jüngling seinen Lehrern und trat als Hauptmann undKammerherr in die Dienste des Dauphin, der ihn sehr liebgewann und mit zahlreichenGütern in den Dauphine beschenkte. Im 1.1422 mußte er als Geisel für den mit Karl VII.unterhandelnden Grafen Richmond an den Hof von Bretagne gehen, worauf er auch ge-waltig in der Gunst des Königs stieg und von demselben mit einer Menge Herrschaften be-lehnt wurde. Der Bastard von Orleans, wie er sich ungeachtet seiner vielen Besitztitel nannte,i rechtfertigte 1427 diese Gunst, indem er das von Engländern belagerte Montargis mit ge-i ringer Mannschaft, statt nur zu verproviantiren, glänzend entsetzte. Als die Engländer Or-leans belagerten, gesellte er sich mit einem kleinen Corps den Vcrtheidchern zu und behauptetediesen Platz, bis >429 die Jungfrau von Orleans (s. Jeanne d'Arc) zum Entsatz her-> beieilte. Nach der Schlacht von Patay am 18. Juli 142 9, wo er glänzend mitwirkte, durch-

! zog er mit einem geringen Corps die von den Engländern überschwemmten Provinzen und