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4 (1845) D bis Entern
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Dunin Dunin-Borkowfti 517

rung nur auflöslicher und gedeihlicher machten; in der neuesten Zeit aber hat man, und be-sonders Hlubeck, nachgewiesen, daß der mineralische Dünger auch Theil an der eigentlichenPflanzcncrnährung habe. So viel ist indcß gewiß, daß diese Stoffe nur vorsichtig angewen-det werden dürfen und daß sie in einem humusarmen Boden von keinem wohlthätigcn Er-folg sind. Vgl. Sprengel,Die Lehre vom Dünger" (Lp;. 1838), Hazzi,Über den Dünger"(6. Aust., Münch. 1836), Liebig,Die organische Chemie in ihrer Anwendung ausAgri-^ cultur und Physiologie" (5. Aust., Braunschw. > 842) und Lobe,Düngerlehre" (Lp;. 1842).

Dunin (Mart, von), Erzbischof von Gnesen und Posen, stammte aus einer zwar' nicht reichen, aber angesehenen adeligen Familie in Masovien und wurde am 11. Nov. 1774geboren. Seine Ausbildung erhielt er in der Jesuitenschule zu Rawa, auf dem Gymnasiumzu Bromberg und seit 1793 im Collegium gcrmanicum zu Rom, in das er durch Vermitte-lung seines Oheims,Laurentius vonD., der Jesuit war, ausgenommen wurde. Im 1.1797in Rom zum Priester geweiht, kehrte er in sein Vaterland zurück und wurde 1808 Kanoni-kus in Gnesen, 1824 in Posen und gleichzeitig auch wegen seiner Kenntniß der deutschenSprache königlicher Provinzialschulrath. Nach dem Tode des Erzbischofs Wolicki im I.1829 zuerst zum Administrator der Diöccs und dann 1831 zum Erzbischof erwählt, machteer sich namentlich durch manche das Schulwesen betreffende Verfügungen verdient. Im An-fänge des 1.1837 fühlte er sich durch die Praxis, die sich in Bezug auf die Einsegnung ge-mischter Ehen in Posen allmälig festgestellt hatte, dermaßen beunruhigt, daß er bei dem Mi-nisterium und einige Zeit darauf bei dem Könige selbst mit der Bitte einkam, man möge ent-wedevdas Breve Pius' VIII. auch für seine beiden Diöccsen publiciren oder ihn in Rom umneue Bestimmungen nachsuchen oder nach der Bulle Bencdict's XIV. von 1748 verfahreni lassen. Als ein abfälliger Bescheid erfolgte, untersagte D. seinen Pfarrern in einem Hirten-briefe vom 27. Febr. 1838 die unbedingte Einsegnung gemischter Ehen bei Strafe der Sus-pension, von welchem Schritte er den König in einem Schreiben benachrichtigte. In Folgedavon durch eine Cabinetsordre verwarnt und zum öffentlichen Widerrufe jenes Hirten-briefs aufgefodert, schien D. einer Einigung nicht abgeneigt, allein die Verhandlungen zer-schlugen sich. Nun wurde der Hirtenbrief durch Ministerialrescript außer Kraft gesetzt undgegen den Erzbischof eine Criminaluntersuchung wegen Überschreitung seiner Amtsgewalteingeleitet. Vor Publication des Erkenntnisses berief ihn der König im März 1839 nachBerlin, um noch einmal eine friedliche Ausgleichung zu versuchen; da jedoch diese nicht zuStande kam, so wurde ihm am 25. Apr. das Urtheil publicirt, welches auf sechsmonatlicheFcstungsstrafe und Unfähigkeit zu irgend einem Amte im preuß. Staate lautete. Zwar er-ließ ihm die Milde des Königs bald darauf die Festungsstrafe; allein er verwirkte sie aufsneue dadurch, daß er im Oct. eigenmächtig Berlin verließ und nach Posen zurückkehrte. Erwurde nun nach Kolberg abgeführt und blieb daselbst in Haft bis zum Aug. 1840, wo ihmFriedrich Wilhelm IV. gegen gewisse Erklärungen die Rückkehr in seine Diöcesen gestattete.Bald nach dieser wies er den Klerus in einem Hirtenbriefe an, von der Foderung der übli-chen Versprechungen bei gemischten Ehen abzustehen, aber sich auch alles Dessen zu enthal-ten, was solche Ehen zu billigen scheine. Ein anderer Hirtenbrief vom Febr. 1842 bestimmte,bei bereits cingegangenen gemischten Ehen solle es nach dem Gemüthszustande des katholi-schen Ehegatten beurtheilt werden, ob ihm die Sacramente zu verweigern seien oder nicht.Im Sept. 1842 kehrte D. krank von Marienbad zurück und starb am26. Dec. 1842. Vgl.Pohl,Martinson D., Erzbischof von Gnesen und Posen" (Marienburg 1843).

Dunin-Dorkowski (Stanislaus, Graf), ein geachteter poln. Gelehrter, geb. imMai 1786 zu Koda in Galizien aus einem der ältesten poln. Grafcngeschlcchter, studirte,nachdem er seinen Cursus auf der Universität zu Lemberg beendet, auf der Bergakademie zuFceiberg unter Werner insbesondere Mineralogie, worauf er zur Fortsetzung seiner Studienvon Werner's Empfehlungen begleitet, sich nach Paris begab. Hier schrieb er die06-servstions generales sur les rapports lies äiLerentes structures cle la terre"(Par. 1809),durch welche die Franzosen zuerst den wichtigsten praktischen Tbeil der Geognosic Werner'skennen lernten. Im1.1815 machte er eine wissenschaftliche Reise nach Italien, wo er aufdem Vesuv den Sodalit entdeckte und über die er 1820 in poln. Sprache berichtete. Nachdemer 1817 mehre Analysen der Mineralien bekannt gemacht hatte, darunter auch die des bair.