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4 (1845) D bis Entern
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Überreste von Pflanzen und Thiercn, die in den Ställen u. s. w. Vorkommen und der Erdewiedcrgegeben, in dieser in Humus übergehen. Die geringen Humustheile können es aberkeinesfalls allein sein, die so große Massen von Früchten erzeugen, es müssen dazu vielmehrnoch andere Stoffe Mitwirken, nämlich die Atmosphärilien Lust, Thau, Regenwasser,Schnee, Licht, Wärme, Frost, Elektricität, Feuer, indem die Atmosphäre vermöge ihres Ge-halts an Wasser, Kohlensäure, Sauerstoff und Stickstoff wirklich alle Materialien zu liefernvermag, aus denen die Pflanzen bestehen, mit Ausnahme der wenigen feuerbeständigen Be- !standtheile. Ja in der neuesten Zeit ist sogar von Theoretikern die Behauptung aufgestellt wor-den, daß der Humus zur Ernährung der Pflanzen weit weniger beitrage als die in der Atmo-sphäre schwebenden Gase. Namentlich istesLiebig (s.d.), der die Annahme von der un-mittelbaren Nährkraft der Humusbestandtheile verwirft. Die verwesenden Pflanzenrestewerden ihm zum beständigen Kohlensäure-Quell, und diese, die in der Atmosphäre schwebt,nebst dem meteorischen Wasser und dem von ihm fest und numerisch eonstatirten Gehalte der ^Lust und damit des Regen - und Schneewassers an kohlensaurem Ammoniak sind es, die theilsunmittelbar in die Pflanzen übergehen und deren Gehalt an Kohlenstoff, Sauerstoff, Wasser-stoffund Stickstoff bedingen, theils die Verwitterung und chemische Zersetzung der Gebirgs-arten und anorganischen Bestandtheile der Bodenarten einleiten und deren Aufsaugung mit-tels der Pflanzenwurzcln vermitteln. Ganz andere Lehren als Liebig stellt dagegen Spren-gel auf. Sprengel will Dasjenige, was er mit Humus bezeichnet, keineswegs als eine derausschließlichen Bedingungen des pflanzlichen Ernährungsprocesses betrachtet wissen; ererblickt namentlich auch in der Kohlensäure der Lust und in dem meteorischen Wasser Quel-len des Kohlenstoff- nnd Wasserstoff-Gehalts der Gewächse, und es spielen in seiner Lehredie anorganischen Stoffe, wie sie durch Auslaugungs - und Einäscherungsprocesse ermittelt !werden, insbesondere basische Körper, eine wichtige Nolle, indem sie zum großen Theil die )Aufsaugbarkeit der Bestandtheile und Verwandlungsproducte des Humus von Seite derWurzelfasern vermitteln. Der Humus ist nach Sprengel ein nach Umständen vielfach ver-schiedenartig gemengtes Verwesungs - und Fäulnißproduct organischer, zunächst pflanzlicherWesen, verschieden nämlich nach der Art und den Bedingungen, unter welchen die Selbst-zcrsetzung vor sich gegangen und nach der chemischen Beschaffenheit der Gewächse und Pflan-zentheile, welche jenen Processen anheimgefallcn sind. Die chemische Ziehkraft damit in Be- <rührung gelangender Basen, das bei so vielen, in unfern Laboratorien, wie im großen Haus-halt der Natur sich so häufig offenbarende Bestreben derselben, in den Zustand salziger Ver-bindung überzugehen, disponire gewisseBestandtheile des Humusgemenges zur Säurebildung.Daraus resultiren Humussäure, in meteorischem Wasser lösliche Verbindungen, als solchevon den Wurzeln aufsaugbar und die Verwandlungen während des Ernährungsprocessesdurch sofortige Auflösung in ihre Grundbestandtheile unter dem höher» Einflüsse der soge-nannten Lebenskraft bedingend. Diese Sprengel'sche Lehre, mit der auch Hlubeck und andereChemiker übereinstimmen, erfreut sich des Beifalls der Landwirthe weit mehr als Licbig'sLehre, der offenbar der Kohlensäure eine größere düngende Kraft zuschreibt, als sie gegenüberdem Humus hat und haben kann. Auch widerstreitet Licbig's Lehre den Erfahrungen, welchedie Praxis bisher geliefert hat, ganz und gar, da jeder Acker nach längerer oder kürzerer Zeit 1verarmt und wenig oder gar keine Früchte mehr trägt, wenn er nicht mehr gedüngt, wenn ernicht mit Stoffen versehen wird, welche sich in Humus verwandeln.

Man unterscheidet animalischen, vegetabilischen, vegetabilisch-animalischen (Stall-mist), flüssigen Dünger, Compost oder Mengedünger und mineralischen Dünger. Unter allendiesen Düngcrmaterialien ist der Stallmist derjenige Dünger, den sich der Landwirth amleichtesten und sichersten in der erfoderlichen Menge verschaffen kann, und der auch in derHinsicht für ihn der wichtigste ist, weil sich aus ihm der eigentliche Humus bildet. DerStallmist wirkt zwar nicht so schnell als die rein animalischen Düngmittel, zersetzt sich abereher als die vegetabilischen und befördert deshalb nicht nur die Productionskraft des Bodens,sondern wirkt auch zersetzend auf den Humus ein. Die vegetabilischen Düngmittel sind nurein willkommener Düngerzuschuß und eignen sich ihrer kühlenden Eigenschaften halber a»tbesten für leichte Bodenarten; von den mineralischen Düngmitteln glaubte man lange Zeit,daß sie nur nahrungvermittelnd seien, daß sie die schon im Boden befindliche Pflanzennah-