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4 (1845) D bis Entern
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Düna Düngung 515

als Abtrünniger und seinen blutigen Sturz voraussehend, faßteer jetzt den Entschluß, sichgegen den Convent zu wenden und die Herrschaft der Bourbons, wahrscheinlich in der Per-son des jungen Herzogs hon Chartres, den er mit sich führte, herzustellcn., Zu diesem Zweckeunterhandelte er mit dem Herzoge von Koburg um die Unterstützung derÖstreicher, versprachdie Auslieferung der Festung Conde und sandte die Volksrepräsentanten Camus, OuinetteLamarque und Bancak, als dieselben am 2. Apr. erschienen, um von ihm Rechenschaft zu-^ dern, als Gefangene ins östr. Hauptquartier. Da aber sein Ausruf an die stanz. Truppen,

1 sich mit ihm zur Herstellung des constitutionellen Throns zu vereinigen, fast ganz fruchtlosblieb, sah er sich am 4. Apr. 1793 genöthigt, von den Versailler Freiwilligen verfolgt, mitdem Prinzen durch die Schelde zu der östr. Armee zu flüchten. Der Convent setzte aufseinenKopf den Preis von 399909 Livres. Aus dem Gebiete des Kurfürsten von Köln, dannauch aus England verwiesen, schweifte er nun in der Schweiz, Deutschland und Italien her-! um, bis er in der Nahe von Hamburg auf dän. Gebiete eine Zufluchtsstätte fand. Hier er-schienen von ihm, außer mehren Streitschriften, dieNemoir«» Nu general v." (Hamb.1794) und deren FortsetzungI.a vie «1u general v." (Hamb. 1794), die vervollständigt(4 Bde., Par. i 822) der6ollection cles memoire» relatik a la revolution tranh/' einver-leibt wurden. In seinem Asyle wurde er von den gegen Frankreich kriegführenden Mächtenhäufig zu Nathe gezogen, auch erhielt er (894 von der engl. Regierung die Zusicherung einesZahrgelds von 1299 Pf. St. und die Erlaubniß, sich in England aufzuhalten. Nach Frank-reich durste er nie wieder zurückkehren. Noch in seinem 89. Jahre überreichte er 182 l demneapolit. Parlamente einen Vertheidigungsplan gegen die östr. Invasion. Er starb in der! Nähe von London am 14. März 1823.

^ Düna, auch die südliche Dwina genannt, einer der bedeutendsten Flüsse des westli-

7 chen Rußlands und der russ. Ostseeprovinzen, entspringt an der Westseite des Wolchonski-! Waldes aus mehren kleinen Seen und Sümpfen in der Nähe der Wolga. Sie wird bei Riga1599 Schritt breit und ergießt sich bei Dünamünde nach einem Laufe von 149 M. in denj Rigaischen Busen der Ostsee. Schon bei Welisch wird sie für größere Flußschiffe fahrbar; doch! ist sie in ihrem Mittlern und untern Laufe, wegen vieler Strudel und Versandungen, schwerzu beschissen; Seeschiffe können nur bis Riga stromaufwärts gelangen. Durch einen Kanalist sie mit dem Dniepr in Verbindung gesetzt. Historisch merkwürdig ist sie durch die Schlacht,welche >791 die Schweden unter Karl XII. über die Sachsen und Russen gewannen.

Dünamünde, eine kleine Festung an der Mündung der Düna (s. d.), im KreiseRiga des russ. Gouvernements Livland, enthält blos Häuser für die Besatzung, sowie einj Staatsgefängniß. In der Nähe liegen die Ruinen eines vom Bischof Albert gegründetens Cistcrcienserklosters. Im nordischen Kriege war D. ein Zankapfel zwischen Sachsen, Schwe-den und Russen, bis die letzter» sich 1719 in Besitz des Ortes setzten.

Dunciäde, abgeleitet von äunce, d. i. Schwachkopf, ist der Titel von Pop e's (s. d.)satirischem Heldengedicht auf die schlechten Dichter seiner Zeit. Denselben Namen gab auch^ Charl. Palissot (s. d.) seinen satirischen Gedichten auf die franz. Encyklopädisten und Philo-! sophen. Schirach's deutsche Dunciäde (1773) machte wenig Glück.

1 Dundonald (Lord), s. Cochrane (Alex. Thom.).

Dünen heißen im Allgemeinen die in der Nähe des Strandes aus dem vom Meere! herausgeworfenen Sande sich bildenden Sandhügel und Sandflächcn; insbesondere aberdie sandigen Erhöhungen an den Küsten von Flandern zwischen Dünkirchen und Nieuportund im Departement der Gironde. Die Dünen sind wegen der Beweglichkeit ihrer Bestand-theile nicht nur an und für sich für die Vegetation wenig geeignet, sondern cs wird der Sandauch durch den Wind sehr tief landeinwärts getrieben und so der fruchtbare Boden versandet.

^ Durch Anpflanzungen ist es jedoch den Strandbewohnern gelungen, auch die Dünen zubegrenzen und sie zum Theil nutzbar zu machen.

' Düngung heißt das Verfahren, die durch Ausdünstung, Gährung, Fäulniß oder

irgend eine Art des Verbrauchs oder der Zerstörung der organischen Wesen entschwundenenStoffe, aufs neue der Erde, der Vegetation zuzuführen. Alle jene Theile selbst, welche dazudienen, heißen D ü ng er. Zwar bezeichnet man mit Dünger gewöhnlich nur die grobem

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