512 Dumont Dumoiit d'Urville
sonders seiner bürgerlichen Tugenden wegen, sehr geachtet war und vom südlichen Bra-bant in die zweite Kammer gewählt wurde. Er starb zu Brüssel am 29. Dcc. >821.
Dumont (Pierre Etienne Louis), einer der gewandtesten genfer Staatsmänner undbesonders durch seine Verbindung mit Mirabcau und als talentvoller Verbreiter der Bcnt-ham'schen Nützlichkcitsphilosophie bekannt, wurde am >8. Juli 1759 in Genf von unbe-mittelten Altern geboren. Nachdem er in Genf seine theologischen Studien beendet und be-reits als Kanzclredner sich einigen Ruf erworben, ging er 1783 nach Petersburg, wo er einePredigerstelle übernahm. Obgleich er hier, besonders als Moralprediger, großen Eindruck»nachte, so verließ er doch, hauptsächlich weil eine von ihm gewünschte Heirath nicht zu Standekam, schon >785 Rußland, um in London die Erziehung der Kinder des Lords Shelburn,nachherigen Marquis Landsdown, zu übernehmen. Seine Talente und Charaktereigenschaf-ten machten ihn bald zun» Freunde des Ministers, der ihm eine einträgliche Sineeure ver-schaffte; auch lernte er damals die meisten engl. Staatsmänner kennen. Er hatte die genferRevolution von 1782, die ganz zu Gunsten der Aristokratie ausfiel, ungern gesehen, dochtvar er auch nicht ultraliberal; in Paris, wo er sich 1788 und 1789 mit seinem FreundeNomilly aufgehalten und »nichtige Bekanntschaften gemacht hatte, konnte er der genfer Re-gierung in den ersten Jahren der Revolution, wo schon von der Einverleibung Genfs dieRede war, sehr nützen, daher hielt er sich auch 1799 und >791 dort auf. Über seine Bezie-hungen zu den Hauptführern der Revolution geben seine hinterlassenen „Souvenir s„r 51i-i-itdss» et sur Iss deux premieres sssemblees legislatives" (Par. 1832) sehr interessanteAufschlüsse. D. h-atte an den meisten und besten Arbeiten Mirabeau's bedeutenden Antheil,und gar Manches hat er ganz allein geschrieben. Jin I. 1792, als Talleyrand und Chau-oelin als Gesandte nach London gingen, kehrte auch D. wieder dorthin zurück, und mit Er-sterm blieb er stets in freundschaftlichen Verhältnissen. Nach kurzer Anwesenheit in Genf,wo er 1792 unter schwierigen Verhältnissen ein Amt bekleidete, ging er wieder nach Eng-land zurück und sing nun an, Bentham's Ideen zu verarbeiten und dessen Werke zu über-setzen. So erschienen der „Traite de legislation civile et penale" (3 Bde., Gens 1892;2. Aust., 1829), „Tbeoris des psines et des reeoinpenses" (2 Bde., Genf 1819; 3. Ausl.,>825), „Hetitjus des »ssemblees legislatives" (Genf 18 l 5 ; 2. Aust., 1822), „Iransdes preuves sudicisires" (2 Bde., Genf 1823) und „De I'organisstion sudiciaii-e et de lacadilication" (Genf 1828). Erst durch D. ist in die oft rohe Masse Ordnung gebracht »vor-dem Auch genoß D. fortwährend eines bedeutenden Rufs als Staatsmann, wie ihn dennnamentlich auch der Kaiser Alexander 1899 eine Stelle bei derGesttzbuchcomurission antrug.Nach der Restauration kehrte er aus England nach Genf zurück, wo er 1813 Mitglied desGroßen Raths wurde. Von ihm ist das musterhafte Reglement für die Sitzungen des Gro-ßen Raths; von ihn» ging auch die Verbesserung des Gefängmßwesens aus. Freilich hat erauch die wechselseitige Schuleinrichtung in Genf cingeführt, wodurch der wahren Volksbil-dung unglaublich geschadet worden ist. Auf einer Vergnügungsreise nach Italien starb erdort am 39. Sept. 1829.
Dumont d'UrVille (Jules Se'bastien Cesar), franz. Contreadmiral, als Weltum-segler »vie durch sein trauriges Ende gleich bekannt, wurde am 21. Mai 1799 zu Conde-sur-Noireau im Departement CalvadoS geboren und zeigte von Jugend an die entschiedensteNeigung für den Seedienst. Nachdem er seine Studien in Caen gemacht, trat er in diefranz. Marine als Schiffsfähndrich ein, in der er am 3I.Dec. 1839 zum Contreadmiral be-fördert wurde. In den I. 1819 und 1829 nahm er Theil an der Expedition unter den» Ca-pital» Gauthicr »ach den Küsten des Griechischen Archipels und des Schwarzen Meers.Hierauf »nachte er 1822 unter dein Capitain Duperrey mit der Corvcttc La Cvquille seineerste Reise um die Welt; bei der zweiten auf dem Astrolabe 1826—29 und bei der drittenauf der Zclee 1833 führte er das Commando selbst. Zweimal scheiterte er an barbarischenKüsten, das eine Mal an den Tongainseln, das andere Mal in der Torresstraßc; dochbeide Male retteten ihn seine Entschlossenheit und seemännische Gewandtheit. In» I. 1839hatte er in» Aufträge der Juliregierung das Schiff zu führen, welches Karl X. und seineFamilie von Cherbourg nach England brachte. Große Verdienste hat er sich nicht nur durchdie Aufsuchung der Spuren Lapcyroust's, die Aufnahme großer Küstenstreckeu von Neuste-