Dumas (Iran Bapt.) Dumas (Mathien, Graf) 50»
nicht selten mit unheimlicher Gewalt erfaßt. Wir erwähne» hier nur die „Souvenirstou>" (Par. > 835), „Ln snlle ,1'nrmes" (Par. 1838), „Le cnziitsine Ln»>" (Par. 1838),,,51nitre X«lnm" (Par. 1839) und „Le ckevnlier «I'LnrmnntnI" (2 Bde., Par. 1811).Am wenigsten sind ihm historische Darstellungen gelungen, z. B. „6sulv et Lrnnce" (Par.1833), „Llironiqne llo Lrnnce: Isnbel lle Laviere" (2 Bde., Par. >835), „i^apylevi,"(Par. I8L»), in denen sich Flüchtigkeit mit den bizarresten Behauptungen paart. Auf derGrenze zwischen Geschichte und Roman steht seine „äennne ck'^rc" (Par. 1842), die wiedie meisten seiner übrigen Werke zuerst als Feuilleton in einem Journale erschienen ist. D.schreibt, wo er sich zusammennimmt, ganz vortrefflich, und cS ist zu bedauern, daß er seinbedeutendes, unbestreitbares Talent zu einer ergiebigen Vielschreiber« herabwürdigt. Seiteinigen Jahren lebt er abwechselnd meist in Paris und Florenz.
Dumas (Jean Bapt.), Professor der Chemie an der Universität zu Paris und Mit-glied der Akademie der Wissenschaften, der bedeutendste unter den gegenwärtig lebendenstanz. Chemikern, wurde zu Alais im Departement des Gard im Juli 1800 geboren. Ersmdirte in Genf und.kam 1821 nach Paris, wo er 1823 zunächst als Repetitor der Chemiean der Polytechnischen Schule und als Professor derselben Wissenschaften an dem Athenc'e an-gestellt wurde. Namentlich seit dieser Zeit hat er sich durch eine lange Reihe chemischer Ar-beiten bekannt gemacht, welche zum großen Theil von dem entschiedensten Einflüsse auf diegegenwärtige Gestaltung der chemischen Kenntnisse waren, und bis auf die neueste Zeit konnteer in theoretischerBeziehung, in welcher er jedoch weniger allgemeinen Beifall und zum Theillebhaften und gegründeten Widerspruch bei Berzelius und andern deutschen Chemikern fand,als der Tonangebcr gelten, welchem fast sämmtliche Chemiker Frankreichs anhingen. MitAusnahme seiner früher» Arbeit über das specifische Gewicht der Dämpfe vieler flüchtigerKörper, und seiner neuern, mit Stas ausgeführtcn, über das Äquivalent des Kohlenstoffsund des Wasserstoffs, in der er sich offen für die Annahme erklärt, daß alle Äquivalente ein-fache Multipla von dem des Wasserstoffs seien, gehören seine Hauptleistungen der organi-schen Chemie an. Seine vorzüglichsten Untersuchungen betreffen hier die Alkaloide, dieÄtherverbindungen, den Holzgeist und seine Verbindungen, die ätherischen Öle, den Indigo,die Weinsäure und die Einwirkung der Älkalien in der Hitze auf organische Körper. Bei diesenArbeiten hatte er stets die Feststellung gewisser theoretischer Ansichten über die Constitutionder Körper im Auge, und seine Theorien über die Natur der organischen Verbindungen undüber das Verhalten des Chlors und ähnlicher Körper zu denselben weichen von den in Deutschiand geltenden bedeutend ab. Man kann ihm vielleicht den Vorwurf machen, daß er zuwei-len seine Theorien schon vor dem Versuche fertig hatte und daß er gern mehr und weiterschloß, als das Ergcbniß der Versuche, streng genommen, erlaubte. Neuerdings hat er sich,in Folge der Untersuchungen Liebig's über diesen Gegenstand, in Verbindung mit Bonssin-gault und Payen mit großem Eifer der Erörterung chemisch-physiologischer Fragen überErnährung, Fettbildung u.s. w. hingegcben, doch ist er dabei wegen seiner avweichenden An-sichten und wegen des gänzlichen Jgnorirens fremder Vorarbeiten in lebhaften Streit mitMulder und Liebig gsrathen, zumal da er einen Widerspruch nicht gern erträgt. Auch zwi-schen ihm und Berzelius ist es neuerdings wieder zu Streitigkeiten gekommen. D. hat sehrviele tüchtige Schüler gezogen, und trotz seiner theoretischen Extravaganzen gehört er zu denersten und wirksamsten Chemikern der Gegenwart. Seine Arbeiten finden sich vorzugsweisein den „^minies lie ckimie et lle pli^siqne", doch sind sie sämmtlich auch in deutsche Jour-nale übergegangen; von seinen größer» Werken erwähnen wir den ,,'1'rnite Oe cüimie n;,z>Ii-q»ee nux nrts" (6 Bde., Par. 1.828—43; deutsch von Alex und Engelhardt, 6 Bde., Nürnb.1830 — 44), „Leynns sur I» z>iiilns»z>kie cbiiniqus" (Par. 1837 ; deutsch von Nammcls-berg, Bert. 1839), „Lssni sur In stntique ebimique lies vtres orAnnises" (Par. 1841;2. Äufl., >843; deutsch von Vieweg, Lpz. 1844) und „Iliese sur In <i»e«tior> lle I'nction<Iu cnlorique sur les c«»rz>s organiques" (Par. 1838).
Dumas (Mathieu, Graf), General und Pair von Frankreich, geb. am 23. Dec.1753, trat früh in die franz. Cavalerie und nahm als Adjutant Rochambeau's an demnordamerik. Freiheitskriege Theil. Nach seiner Rückkehr wurde er als Major zu militairi-schen Sendungen in die Levante und nach Holland gebraucht, und 1788 erhielt er das Di-