Druckschrift 
4 (1845) D bis Entern
Entstehung
Seite
506
Einzelbild herunterladen
 

506 Dujardi» Dulaure

Dujardin (Karel) ein Holland. Maler, gcb. >6-18 zu Amsterdam, war ein Schülervon Berghem und ausgezeichnet in Landschaften, Thierstückcn und Bambocciaden. Sehrjung ging er nach Italien. Auf der Rückreise machte er zu Lyon bedeutende Schulden, sodaßer, seine Gläubiger zufrieden zu stellen, sich genöthigt sah, eine reiche, aber schon bejahrteWirthin zu heirathen, worauf er sich in Amsterdam niederlicß. Unter Zurücklassung seinerFrau ging er später wieder nach Rom, wo er mit großem Aufwande lebte. Von da wendeteer sich nach Venedig und starb hier > 67 8 in der Blüte des Lebens. Seine Landschaften habenGeist und Harmonie, seine Figuren Charakter und sein Colorit den kräftigen Ton seinesLehrers. Seine Stücke sind selten und werden theuer bezahlt. Auch gibt es von ihm eineSammlung von etwa 52 Blatt, die er mit ebenso viel Geist als Leichtigkeit geätzt hat.

Duisburg, eine Stadt im Regierungsbezirke Düsseldorf der preuß. Nheinprovinz,unweit des Rhein, mit welchem sie durch einen aus eigenen Mitteln angelegten Kanal ver-bunden ist, hat 6388 E., ansehnliche Fabriken in Wolle, Seide, Sammet, Baumwolle, Leder,Taback und Essig und lebhaften Handel mit diesen Fabrikaten, sowie beträchtlichen Speditions-handel mitColonialwaarcn. Die daselbst >655 gestiftete Universität wurde >881 aufgeho-ben und in ein Gymnasium verwandelt. In der Nahe liegen zwei bedeutende Eisenhütten.

Dukaten wurden zuerst in Italien geprägt. Den Namen erhielten sie nach der Um-schrift8>t tibi, 6tiriste, »latus, tzuem tu regis, iste Oucatus", Welche sich auf denersten Münzen dieser Gattung findet. Seit dem 12. Zahrh. wurden sie in Italien vielfachgeprägt und namentlich später in Venedig so zahlreich, daß die gewöhnliche Annahme dieserStadt die erste Prägung zuschrcibt. In Deutschland verdrängte der Dukaten erst weit späterden Goldgulden; doch wurde er dafür nachher auch fast von allen deutschen Reichsständengeprägt. Die meiste Verbreitung erhielten die krcmnitzer und die holländischen Dukaten,welche letzter« in vielen Ländern nachgeprägt wurden, so namentlich auch in Polen währenddes Aufstandes im I. >838. Außer den einfachen Dukaten prägte man zwei - bis zehnfacheund ebenso auch Dukaten in Thcilcn bis zu '/z- Dukaten. Diese letztetn sind unter demNamen der Lin sendukaten bekannt und mehr Medaille als Münze. Von den östr., wievon den holländ. Dukaten gehen 67 Stück auf eine kölner Bruttomark; sie wiegen 3,188franz. Gramm. In Hinsicht des Feingehalts aber weichen sie voneinander ab; der östr. hat284,88 Grän fein Gehalt, der holländ. 283,88; von den östr. gehen 67,84365 Stück, vonden holländ. 68, >837 5 Stück auf eine kölner Mark fein.

Duker (Karl Andr.), ein berühmter holländ. Philolog, geb. >678 zu Unna in derGrafschaft Mark, besuchte zuerst das Athenäum zu Hamm und ging um >698, um seineStudien zu vollenden, nach Franeker, angezogen durch den ausgebreiteten Ruf des Jak. Peri-zonius, zu dessen liebsten Schülern er gehörte. Um >788 wurde er Professor der Geschichteund Eloquenz in Herborn, >785 Conrector an der Schule im Haag und >7>6 Professor zuUtrecht, wo er mit reichem Segen wirkte und >734 aufseinen Wunsch eine ehrenvolle Ent-lassung erhielt. Hierauf lebte er noch eine Reihe Jahre zu Asselstein und Vianen, bis er,hochbejahrt und erblindet, im I. >752 zu Meyderich bei Duisburg im Hause seiner Ver-wandten starb. Seine Ausgaben des Florus (Leyd. >722; neue Ausl., >742) und besondersdes Thucydides (Amst. >744, Fol.), sowie seine Anmerkungen zu Livius in Drakenborch'sund zu Sucton in Oudendorp's Ausgabe, zum Aristophanes u. s. w. sichern ihm den Ruhmeines der gründlichsten Philologen des vorigen Jahrhunderts.

Dulaure (Jacq. Antoine), franz. publicistischer und historischer Schriftsteller, geb.zu Clermont in der Auvergne am 3. Dec. >755, studirte anfangs Architektur, wendete sichaber dann dem Studium der Erdkunde zu. Er gab einige Karten heraus und schrieb Man-cherlei über pariser Denkmäler. Als die Revolution ausbrach, erklärte er sich mit Wärme. für dieselbe und wurde von dem Departement Puy de Dome im Sept. >792 als Abgeord-neter in den Nationalconvent gewählt, wo er für den Tod Ludwig's XVI. stimmte und zurPartei der Gironde gehörte. Am 28. Oct. >793 angcklagt, verbarg er sich gegen zwei Mo-nate in Paris und St.-Denis. Auf der Flucht nach der Schweiz im Dorfc^Lamarche fest-genommen, rettete er sich durch seine Geistesgegenwart und gelangte endlich wohlbehalten inder Schweiz an, wo er sich nun durch Zeichnen erhielt. Nach dem 9. Thermidor zurückberu-fen, wurde er >795Mitglied des Unterrichtseomitc. Nach dem Schlüsse der Cvnventssitzung