Dufay Dugnay-Tronin 503
in welchem erstem Falle zugleich der Sah ein zweistimmiger Sah ist. Ist das Tonstück einJnstrumcntalstück, so nennt man dasselbe insbesondere ein Duo, cs mag eine oder mehreStimmen zur Begleitung haben oder nicht.
Dufay (Guilielmus), der älteste eigentliche Contrapunktist, geb. zu Chimay im Hen-negau, war bei der päpstlichen Kapelle angcstellt und starb >432. Seine Composttionen be-weisen schon einen fertigen, tüchtigen Contrapunktistcn.
Dnfresne (Charl.), Seigneur du Cange, daher oft auch blos Ducangege-nannt, ein durch seine historischen und linguistischen Arbeiten rühmlichst ausgezeichneter franztl Gelehrter, geb. zu Amiens am 18. Dec. 1616, gehörte einer alten edeln Familie der Picar-die an. Nachdem er im Jesuitencollegium seiner Vaterstadt die erste wissenschaftliche Bil-dung erhalten und dann in Orleans die Rechte studirt hatte, wurde er 1631 in Paris Par-lamentsadvocat, verließ aber sehr bald diese Laufbahn, um sich in der Zurückgezogenheit inseiner Vaterstadt lediglich wissenschaftlichen Studien zu widmen. In Amiens kaufte er sich>6-15 eine königliche Schatzmcisterstelle; als aber daselbst 1668 die Pest ausbrach, wendeteer sich nach Paris, das er von nun an nicht wieder verließ und wo er am 23. Oct. 1688 starb.Fast kein Fach der Wissenschaften blieb ihm fremd; insbesondere aber beschäftigte er sich mitklassischer Philologie und Geschichte. Unter seinen historischen Werken gedenken wird« „Ri-stoire <Ie l'empire «I« (7<„><t-»>tilin^Ie sous les empereurs trruihiüs" (Par. 1657, Fol.), der„Ilistoria L^raiitiim" (Par. 1686, Fol.) und der von ihm herausgegebenen „üistoire cie8»int-I,vui», roi ,io v,»„ce", von Joinville (Par. 1668, Fol.). Seine beiden Hauptwerkeaber sind das „61«88->riiiin »6 8crh>t«»e8inet>i»e et iiiliiiiaolatinitstis" (3 Bde., Par. 1678,Fol.; herausgeg^von den Vcncdictincrn, 6 Bde., Vcn. 1733—36 und 3 Bde., Bas. 1762,Fol.) und das „6Ia88i>r,»m sei 8crij,tor«8 ineilise et inlimae graecitstio" (2 Bde., Par.
1688, Fol.). Supplemente zu dem erstem lieferte der Benediktiner Carpentier (4 Bde., Par.
F >766, Fol.) und einen Auszug daraus unter dem Titel „Olosssrium mannsle ack scripto-rcs etc." besorgte Adelung (6 Bde., Halle 1772—84). Eine neue Ausgabe „cum supple-luenti» iuteAris 6i»rpenterH et!nlt1itams»t>8 Xlielungü et sliorum" hatHenschel(Bd. 1 — 3,Par. 1846—43) besorgt. Durch beide Werke, die von großer Gelehrsamkeit und bewun-dernswürdigem Flciße zeugen, hat sich D. wie um das Studium der Geschichte des Mittel-alters, so insbesondere um das der Diplomatik, ein ausgezeichnetes Verdienst erworben.Außerdem erwähnen wir noch seine Ausgabe des Joannes Cinnamus (Par. 1676, Fol.),des Zonaras (2 Bde., Par. 1686, Fol.) und das „dlkronicon pusvlisl«" (herausgcg. vonBaluze, Par. 1686, Fol. und Ven. 1729). Seine hinterkassenen handschriftlichen Samm- ,lungen bewahrt die königliche Bibliothek in Parisi
Dufresny (Charl. Niviere), franz. komischer Dichter, geb. zu Paris 1648, wareinGroßenkel der unter dem Namen lk>a belle sarciiinere bekannten Bäuerin Anet, welche dieNeigung Heinrich's IV. auf sich gezogen hatte. Unter sehr ungünstigen Umständen wußte ersich seinen Weg zu bahnen. Musik,Leichenkunst, Architektur Gartenkunst und Poesie warenseine Licblingsuntcrhaltungen. Sein Familienverhältniß brachte ihn an den Hof Lud-wig's XIV. ; seiner Gewandtheit verdankte er die Anstellung als königlicher Kammerdiener,und später die Stelle als Aufseher der königlichen Gärten. Er war unter den franz. Gartcn-. künstlcrn der Erste, der in seinen Anlagen dem engl. Geschmacke folgte. Leichtsinnig und vcr-
^ schwenderisch verkaufte er seine Stellen für eine mäßige Summe an einen Andern und in der
Folge auch eine von Ludwig XIV. ihm ausgesetztc Leibrente von 3666 Livres. Im Vereinemit Regnard, der ihn aber weit überragte, arbeitete er sodann für das Hheater. Die Ent-wickelungen seiner Stücke sind gewöhnlich schwach und sein Witz ist oft matt; dessenungeachtetgehören seine Lustspiele, namentlich „I?es;>rit cie contrmliction", „I-e clcuikle venvsge",„I.s Mariage-fsit et rompu", zu den vorzüglichsten Konversationsstücken der Franzosen.ImI. 1716 erhielt er durch eine neue Gnade des Königs das Privilegium über den „»1er-- eure galant", welches er 1713 wieder verkaufte. Auch durch den Herzog von Orleans erhielt^ er ein Geschenk von 266066 LivreS. Nichtsdestoweniger gcrieth er in den letzten Jahren inNoth. Er starb in Paris am 6. Oct. 1724. Seine Werke erschienen mehrmals gesammelt(6 Bde., Par. 1731; 4 Bde., 1747); eine Auswahl besorgte Auger 12 Bde., Par. 1816).
Duguay-Trouiu (Nene), einer der größten Seehelde» Frankreichs, geb. am 16. Juni