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1812) herausgab, ein Mann, den sie abgöttisch verehrte, schrieb ihr: „Sic messen Alles nurnach den Huldigungen, die man Ihnen darbringt. Sie vergiften sich Ihr Leben durch über-mäßige Ansprüche, die Sie machen, und verscheuchen Ihre Freunde, die wohl fühlen müssen,daß sie Ihnen nie genug thun können." Aber voll Verstand und Talent war sie, und auchihre Grazie und Liebenswürdigkeit werden von Vielen gerühmt. Voltaire nannte sic diescharfsichtige Blinde (i'aveuxle duirvo^-mte). Sie lebte nach ihrer Erblindung noch 3VJahre und starb am 23. Sept. 1780. «
Dudcvant (Aurore, Marquise), die unter dem Namen Georges Sand so berühmt ßgewordene Schriftstellerin, ist 1803 im Departement der Jndre geboren und die Tochter einesS ohns des bekannten Marschalls von Sachsen, Namens Dupin. Nach einer streng klösterlichenErstehung einem Manne vermählt, mit dem sie nicht sympathisier» konnte, entzog sie sich1831 diesem Verhältnisse durch die Flucht und begab sich nach Paris, wo sie, nach einigenliterarischen Versuchen in verschiedenen Journalen, zum ersten Male mit ihrem Freunde Ju-les Sandcau, der sich später durch eigene Productioncn bekannt gemacht hat, in einem selb-ständigen Werke „K,,S6 et Rl-Uicbe" (5 Bde., Par. 1832) unter dem Namen GeorgesSand auftrat, der anfangs beiden Autoren gemeinschaftlich sein sollte. Dieser Roman ließindcß nur an wenigen Stellen daß herrliche Talent ahnen, das sich zuerst in ihrer „Iinliuim"
(2 Bde., Par. 1832) wahrhaft entfaltete. Dieses Werk, in dem sich ein glühendes Herz,welches in gegenwärtigen Verhältnissen keine Befriedigung fand, Lust macht, erregte dasungewöhnlichste Interesse. Selbst Die, welche ihre überspannten Emancipationsidcen, dieihren eigenen herben Erfahrungen bcigcmesscn werden können, verwarfen, mußten doch dievollendete Form, die hinreißende Sprache, die plastische Abrundung ihrer Gestalten und dengroßen Gedankenreichthum ihrer Werke, die nun in schneller Aufeinanderfolge erschienen,bewundern. Von ihren ersten Romanen, in denen sic ihre Tendenz noch am entschiedenstenverfolgte, heben wir „I.elis" (3 Bde., Par. 1833), „Valentine" (2 Bde., Par. 1832) und„I^enne v>enni" (Par. 1835) hervor. Ihre „Eettres <I',IN vo^AAenr" (2 Bde.,Par. 1837)gestatten einen Blick in ihr Gemüthsleben. Seitdem hat sie sich in den „8ept corcles" (Par.
1830), das ans Faustische streift, ohne besonderes Glück im Dramatischen versucht. Auchin literarische, philosophische und politische Diskussionen hat sie sich eingelassen und nament-lich ihren Freund und jetzigen Glaubensgenossen, Lamennais, glänzend vertheidigt.. EineSpaltung mit der Redaction der „Revue <Ie clenx monckes", in welcher der größte Theil ihrerWerke zu erscheinen pflegte, veranlaßtc sie, mit P. Leroux und Viardot eine eigene Zeitschrift„I-s revue inilchienclante" zu gründen. Die beiden neuesten Romane „Llorsce" und „6»n-8„el»", in dieser Revue zuerst mi(getheilt, stehen ihren schönsten Schöpfungen nicht nach; jadie Gestalten, welche sie uns in denselben vorführt, sind noch vollendeter und plastischer. Inneuester Zeit trat sie immer »»verhüllter mit ihren demokratischen Gesinnungen hervor undhat sich namentlich in „Eomzmgnon" sowie in einzelnen politischen Aufsätzen ihrer Zeitschriftvöllig zur Partei der Nadicalcn geschlagen. Sie lebt abwechselnd in Paris, in der Provinzund auf Reisen. Einen länger» Aufenthalt auf den balkarischen Inseln hat sie in ihrem„En biver au müll" (2 Bde., Par. 1831) mit glänzenden Farben geschildert. Ihre Werkeerschienen in mehren Gesammtausgaben, unter denen wir eine ältere in 18 Bänden (Par.
1839) und die neueste in der sogenannten „Rclitioii Ebsrpentier" hervorheben. Alle ihre ^Romane sind zum Theil mehrfach ins Deutsche übersetzt.
Dudley (Rob.), s. Lei erster (Graf).
Duell, s. Zweikampf.
Duero, portug. Do uro, einer der bedeutcndern Ströme der Pyrenäischen Halbinsel,entspringt auf dem altcastil. Hochlande, nordwestlich von Soria an der Sierra von Camc-ros und ergießt sich bei Oporto in den Atlantischen Ocean. Die Länge seines Laufs beträgt100 M., sein Stromgebiet umfaßt etwa 1600 mM. Er nimmt zahlreiche Flüsse auf, gleich-wol ist er wegen seines klippenreichen Bettes, seiner bedeutenden Stromschnellen und derHeftigkeit seines Laufs nur wenig für die Schiffahrt geeignet; höchstens etwa > 6 M. weitaufwärts ist er befahrbar und nur mit Hülfe der Flut können Seeschiffe bis Oporto gelangen.
Duett heißt ein aus zwei verschiedenen Hauptstimmen bestehendes Tonstück, das ent-weder gar keine, oder eine, ja selbst mehre begleitende Baß- und Mittelstimmen haben kann,