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4 (1845) D bis Entern
Entstehung
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501
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Ducos Du-Deffaud 501

Dllcos (Roger, Graf), der während der franz. Republik und im Kaiserreiche die hoch,sten Würden bekleidete, war 175-1 in der Gegend von Bordeaux geboren. Beim Ausbrucheder Revolution Advocat, kam er 1792 für das Departement Le Landes in den Nationalcon-vcnt. Hier stimmte er zwar für die unbedingte Vcrurthcilung Ludwig's XVI., hielt sich aberdann in der unentschiedenen Masse verborgen, die weder zu der Bergpartei noch zu den Gi-rondisten gehörte, und entging darum auch jeder Verfolgung. Im Jan. 1794 wählte ihnder Jakobinerclub zu seinem Präsidenten, wobei er sich als strenger und entschiedener Demo-krat benahm. An den Händeln der Häupter untereinander nahm er ebenso wenig Thcil alsam Sturze der Schreckensherrschaft. Unter dem Dircctvrium machte er sich jedoch als ent-schiedener Vertheidiger der Republik gegen die Umtriebe der Royalisten bemerkbar und hatteauch in der Sihung am 18. Fructidor bei Abfassung der Vcrbannungsdccrete im Rathe derAlten den Vorsitz. Der District des Oratoriums zu Paris wählte ihn hierauf wieder in denGesetzgebenden Körper für das I. Vl (1797); allein die Wahl ward mit vielen andern, alsvon den Nadicalen betrieben, verworfen. Hierauf kehrte D. in seine Heimat zurück und ver-sah im Departement Leslandes das Amt eines Friedensrichters. Erst bei den Ereignissenim I. 1799 erinnerte sich Barras seiner als eines brauchbaren Werkzeugs und verhalf ihmmit Merlin de Douai ins Dircctvrium (s. d.). Bei den Vorbereitungen zum Sturzeder Regierung gab er sich blindlings den revolutionairen Entwürfen Sieycs' hin, wofür er»ach der Katastrophe vom 18. Brumaire zum Mitgliede des provisorischen ConsulatS ge-macht wurde. Als er dann Lebrun sein Amt überlassen mußte, ward er als Vicepräsident inden Senat versetzt und bei Errichtung des Kaiserreichs als ein williger Diener Napvleon'sin den Grafenstand erhoben. Dessenungeachtet Unterzeichnete er den Senatsbeschluß vomI. Apr. 1814, der den Kaiser gesetzlich des Throns beraubte, erhielt aber dafür von den Bour-bons keine Auszeichnung. Bei seiner Rückkehr im I. 1815 ernannte ihn Napoleon zumPair von Frankreich. Nach der zweiten Restauration mußte D. 1816 als sogenannter Kö-nigsmörder Frankreich verlassen. In der Gegend von Ulm verlob er im März 1816 bei demUmsturz seines Wagens das Leben. D. war einer jener Männer, die in Folge der Mit-telmäßigkeit ihres Talents und Charakters von Andern brauchbar befunden werden und darumihr Glück mache». Verhängnißvoller ist die kurze politische Laufbahn des Conveittsdcpu-tirten Jean Fran;. D. Der Sohn eines reichen Kaufmanns zu Bordeaux, kam er 1791im Alter von 26 Jahren in die Gesetzgebende Versammlung, dann in den Convent, wo erdie Grundsätze und das Schicksal der Girondisten thcilte. In der Anklageacte Amar's be-griffen, wurde ec am 3 1. Oct. 1793 mit Vergniaud und mehren Andern hingerichtet undstarb mit hohem Muthe. Bekannt ist seine geistreiche Rede bei dem letzten Banquct der Gi-rondistcn in der Nacht vor ihrer Hinrichtung. Seines Bruders Sohn, Theodore D.,geb. 1899 und Kaufmann in Bordeaux, wurde 1834 von dem Departement der Girondein die Kammer gewählt, zu deren linkem Centrum er gehört.

Du-Dessültd (Marie de Vichy Chamrond, Marquise), eine der geistreichstenFrauen des 18. Jahrh., geb. 1697 aus einer edeln Familie in Bourgogne und erzogen ineinem Kloster zu Paris, entwickelte schon in zarter Jugend liebenswürdige und glänzendeEigenschaften. Ihre Altern verheiratheten sie 1718 an den Marquis Du-Deffand, der weitälter war als sie; als daher der Tod ihrer Großmutter sie in den Besitz einer Rente von4999 Livres setzte, ließ sic sich von ihrem Gatten scheiden. Eine Zeit lang soll sie der Gegen-stand der Leidenschaft des Regenten, Herzogs von Orleans, gewesen sein. An dem glänzen-den Hofe der geistreichen Herzogin von Maine zu Sceaux kam sie mit Voltaire, Polignac,Fontenelle, Lamotte, Madame de Lambert, Mademoiselle Delaunay in nahe Berührung.Von den Reizen der Hauptstadt angezogen, wendete sie sich dahin, wo sie den Umgang derausgezeichnetsten Männer und Frauen ihrer Zeit suchte, die sie nachher in ihrem Hause ver-sammelte. Jm J. 1759 hatte sie das Unglück zu erblinden; aber der Verlust ihrer Augenweckte nicht die Wchmuth in ihr, die man bei Erblindeten sonst gewöhnlich antrifft. Sic warin steter innerer Erbitterung, fand an nichts Gefallen und sah Alles schwarz und widrig.Rousseau sagt von ihr, sie könne keine Meinung ohne eine Art Krampf äußern und sucheihre leidenschaftlichen Meinungen mit einem wahren Despotismus durchzusetzcn. Selbst ihrFreund, Horace Walpolc, an den ihreBriefe" gerichtet sind, die Miß Berry (4 Bde., Par.