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kanonischen und apokryphischen Bücher der heiligcnSchrift zu mancherlciAbwcichungcn vonder herrschenden Lehre gekommen ist, die Lehre von der Kirche in den Sakramenten idealistischauffaßte, keine Gotteshäuser und Priester hat und den Eid sowie die Kriegsdienste für uner-laubt hält. Die Duchoborzcn traten zuerst in der zweiten Hälfte des l 8. Zahrh. unter derRegierung der Kaiserin Anna in Moskau und andern Städten auf. Unter Katharina II.und Paul l. hatten sie mancherlei Bedrückungen zu erleiden. Alexander l. ordnete eine mitchristlicher Milde geführte Untersuchung über sie an; doch nachdem sie ihr Glaubensbekennk-niß eingereicht, erlangten sie Duldung und zeichneten sich seitdem durch stillen, unbescholtenenWandel aus. Sie bewohnen hauptsächlich die fruchtbaren krimschen Steppen jenscit des >Don, wohin sic > 803 aus den verschiedenen Gouvernements sich übersiedeln mußten.
Duclö (Jean Franc.), franz. dramatischer Dichter, bekannt insbesondere als Be-arbeiter mehrer Shakspeare'scher Stücke, geb. am 14. Apr. 1733 zu Versailles, trat ziem-lich spät erst als dramatischer Dichter auf und vermochte auch nicht sogleich Glück zu machen.Dieses gelang ihm erst, als er Shakspeare's „Hamlet" auf die franz. Bühne brachte, den er,gleich de» übrigen von ihm bearbeiteten Stücken dieses Dichters, dermaßen verwässerte unddem franz. Volksgeschmacke anpaßte, daß man das Urbild kaum wiedererkennt. SeinStil ist zuweilen hart, aber edel und voll Würde. Im I. 1778 wurde er Mitglied der Aka-demie und später Secretair bei dem Grafen von Provence, dem nachmaligen König Lud-wig XVlll. Ein treuer Diener der Bourbons lehnte er unter Napoleon die jährlich 40000Francs cintragende Stelle eines Senators und das Kreuz der Ehrenlegion ab, zu einer Zeit,wo er fast darben mußte. Während der glänzenden Zeit des Kaiserreichs lebte er in der größ-ten Zurückgezogenheit in Versailles. Die Rückkehr Ludwig's XVII1. versüßte sein Alter/Höchst entzückt war er, als der König ihm bei der ersten Audienz einige seiner Verse recitirte.
Er starb am 30. Jan. 1816. Seinen „Oeuvres" (5 Bde., Par. 1824 und öfter) schließen ^sich an die „Oeuvres postliumes" (2 Bde. , Par. 1826). Vgl. Campenon, „I^ettres SM lr> jvie, le caractere et les eerits cle O." (Par. 1824) und Leroy, „bitucles morales et litte-raires s»r >a zrersonne et les ecrits cle 1>. (Par. 1832).
Duclos (Charl. Pineau), ein ausgezeichneter franz. Charakteristiker, geb. am 12.Febr.1704 zu Dinant in Bretagne, kam in früher Jugend nach Paris, wo er seine Anlagen mitErfolg ausbildete und sich der Literatur widmete. Romane gehörten zu seinen ersten Leistun-gen, und einer derselben, die „Ovniessions <I» comte cle ***" (1741), fanden so großen Bei-fall, daß z. B. eine Weltdame sie dem jungen Rousseau gab, als ein Buch, woran er sich bil-den könne. Rousseau suchte des Verfassers Freundschaft, die ihm auch ward und sich dauernd er-hielt. Nach seinem ersten geschichtlichen Werke „llistoire cle I>o»isXI" (1745) gab D. !„Oonsiclerutiuns sur les moeurs cle ce siöcle" (1740) heraus, in denen er sich als geistrei-cher und gewandter Charakterzeichner zeigte, und durch die er seinen Ruhm gründete, sodannals Fortsetzung dieses Werks die „lOeiuoires pour servir a I'kistoire clii l8ieme siede"(1751). Sein Talent für die Charakteristik bewies er auch in seinem Hauptwerke, den „M-moires secrets cles regnes cle lOouis XI V et cle I/>o»is XV", die er schrieb, nachdem er zumHistoriographen an Voltaire's Stelle ernannt worden, die aber erst später erschienen (2 Bde.,Par. 1701; deutsch von Huber, 3 Bde., Berl. 1702-03). Er wurde 1730 Mitglied der ,
Akademie der Geschichte und 1747 der franz. Akademie, als deren Secretair er nicht nur !
viele Lobreden, die in seinen Werken aufbewahrt sind, zu halten, sondern die Redaktion des„Oictionnaire cle l'scsclemie", welcher 1762 erschien, zu besorgen hatte. Die Frucht einerReise, die er 1766 nachJtalicn machte, sindbie„0onsiile,-i>tionssni-l'ltslie"(l70l; deutschvon Schleusner, Jena 1702). D. war in seinem Umgänge geradeaus und derb, übrigensaber weltklug und gewandt und behauptete den Ruf unbestechlicher Rechtlichkeit und Bie-derkeit bei seinen Zeitgenossen; nur in den Memoiren der Madame d'Epinay ist er verleum-det worden. Seine Mitbürger in Dinant bewiesen ihm ihre Achtung 1744 dadewch, daß sieihn, obgleich er in Paris lebte, zu ihrem Ma re ernannten, und die Stände von Bretagne, 'denen er als Abgeordneter angehörte, erwirkten ihm bei Ludwig XV. den Adel. Er starb am26.Mär; 1772. Seine „Oeuvres com;,letes" gab zuerstDcsessarts (lOBde., Par. 1806),neuerdings Belin (3 Bde., in der Sammlung „Vrosateurs fi-rui^uis") heraus, mit einer wich- ltigen Biographie D.'s von Villcnavc. >