Duchcsne (Jean) Duchoborzen 499
waren Geschichte und Geographec seine Lieblingsfächcr. Durch hohe Gönner, die er sich durchseinen Fleiß erworben, wurde er Königlicher Geograph und unter dem Ministerium Richc-licu's, der ihm sehr zugctha» war, Königlicher Historiograph. Er starb am 30. Mai 1649auf eine sehr traurige Weise, indem er auf einer engen Straße von einem Karren gegen dieMauer gequetscht wurde. Wichtig ist besonders seine Sammlung der „üistorise kr-mcocumscriptores couet-mei sl> ipsius Aeiitis origine rxl kkilippi IV. tempor-e" (5 Bde., Par.1636 — 40 , Fol.), die sein Sohn Franc. D., gcb. 1616, gest. ebenfalls als KöniglicherHistoriograph 1693, vom dritten Bande an fortführte, und welche noch insbesondere deshalbgeschätzt wird, weil sie Vieles enthalt, was man im Bouquet's Sammlung vergebens sucht.Unter seinen übrigen zahlreichen Schriften, deren mehre ebenfalls von seinem Sohne inneuen Auflagen herausgcgeben wurden, verdienen noch besonderer Erwähnung seine „ttisto-rioe Xnrinannorum scriptores nnti^ur" (Par. 1619, Fol.), eine Sammlung, welche aufdrei Bande berechnet, von denen aber nur dieser eine erschienen ist, und seine genealogischenWerke, namentlich die „blistoire geneslogiczue de lu msisnn de Aloutmorenc^ et de !.<»-vsl" (Par. 1624, Fol.) und die „Ilistoire ^eneslngic;ue de lu Micison de Vergi" (Par.1825 , Fol.), welche die Geschichte Frankreichs vielfach erläutern. D. war ein sehr fleißigerArbeiter; mehr als hundert Folianten soll er noch in Handschrift hintcrlassen haben.
Duchcsne (Jean), Conservateur der Kupferstiche und Karten an der königlichen Bi-bliothek zu Paris, zum Unterschiede von seinem ebendaselbst eingestellten Sohne der Älteregenannt, geb. am 25. Dec. 1779 zu Versailles, wurde, nachdem er zwei Jahre im I^xceslies urts in Paris studirt hatte, bereits 1796 an der Nationalbibliothek in der Abtheilung-der Kupferstiche angcstellt. Von seinen frühcrn Schriften nennen wir den „Rapport s„r Intönte de I-» statue de äeanne d'Vrc" (1805) und die „Notice sur la vie et les ouvragesde ä»Ie, Rsrllnilin Slansart" (1895). Im I. 1812 unternahm er auf kaiserlichen Befehleine Reise nach Holland, um die Kupfcrstichsammlung im Haag mit der in Paris zu ver-gleichen und die letztere zu vervollständigen > die von ihm bei dieser Gelegenheit entführtenSchätze mußten jedoch 1815 zurückerstattet werden. Im I. 1824 hatte er im Aufträgedes Ministeriums die engl. Kupfcrstichsammlungcn zu untersuchen, worauf er einen „kompteremlu d'ime vozgge tait en Vngleterre" (Par. 1824) hcrausgab, und 1827 machte er eineKunstreise durch Deutschland, worauf er sich in den Stand gesetzt sah, seine „Vo^gge »I'uuiconnpliüe" (Par. 1834) erscheinen zu lassen. Von seinen übrigen Schriften erwähnen wirnoch die „Notice des estsmpes exposees s la bibliotliegue du roi" (Par. 1819), und den„Rsssi sur les nielles, grsvnres des orkevres ttoreutins du c^uinrieme siecle" (Par. >826,mit Abb.). Auch war er Mitherausgeber der „Isogropkie de» llvmmes celdkres ou re-cueil de tue simile de lettre» sutograplies" (Par. 1827 fg.).
Duchesnois (Catherine Josephine), geborene Rafin, die erste tragische Schau-spielcrin ihrer Zeit in Frankreich, geb. um 1789 zu St.-Saulve bei Valcncienncs, verriethvon ihrer Kindheit an einen entschiedenen Beruf zur Schauspielkunst. Sehr jung betrat sieniit vielem Beifall die Bühne zu Valcncienncs. Sich selbst indcß nicht genügend, trat sie zu-nächst nicht wieder auf, sondern suchte sich unter Leitung des Dichters Legouve weiter auszu-bildcn. Wegen dieses von dem gewöhnlichen abweichenden Bildungsganges machte sie sichdie Häupter der Bühne zu Feinden, sodaß sie erst 1892 , auf Bonaparte's Befehl, Zutrittauf dem l'beütre kron<,'<üs erhielt. Doch gleich bei ihrem ersten Auftreten in der Nolle derPhadra gewann sie durch reine, anmuthige Sprache, Einfachheit und Wahrheit des Spiels,tiefes Gefühl für Poesie und Wärme ihres Vortrags den allgemeinsten Beifall; ebenso als Her-nüone, Semiramis, Dido und Roxane. Nachdem inzwischen die reizende Georges ebenfalls dieBühne betreten, wurde sie nach dem Wunsche der Kaiserin Josephine 1894 förmlich angestellt,was nun einen heftigen Kampf zwischen den Anhängern der beiden Nebenbuhlerinnen veran-laßtc, besonders war der Kritiker Geoffroy (s. d.) einer ihrer heftigsten Gegner. Aber baldentschied sich, trotz des Parteigcschrcis, die öffentliche Meinung zu Gunsten der D. Kränklich-keit entfernte sie seit >898 wiederholt auf lange Zeit von der Bühne, nichtsdestowenigerwußte sie seit >822, wo sie wieder regelmäßig aufzutrcten begann, ihren alten Ruhm zubehaupten. Mit dem I . Apr. > 839 verließ sic die Bühne und starb am 8. Jan. > 835.
Duchoborzen hcißt eine Sekte in der russ. Kirche, welche durch Gleichstellung der