Du Bois (Felix Heinr.) Dubos 49«
einem der Gencralinspectoren des öffentlichen Unterrichts ernannt und 1831 auch von derStadt Nantes in die Kammer gewählt. Wegen eines antiministcricllen Votums im J. 1834durch Guizot wieder abgesetzt, lebte er eine Zeit lang amtlos, bis er nach Guizvt's Austrittzum Professor der franz. Literatur an der Polytechnischen Schule ernannt wurde. Spätererhielt er auch ^eine Gcneralinspcctorstclle wieder, und im Sommer 1838 unternahm er eineReise nach Deutschland, um namentlich das preuß. Untcrrichtswcsen zu studiren. Im I.1839 wurde er an Villcmain's Stelle Mitglied des Conseils für den öffentlichen Unterrichtund 18-10 nach dem Eintritte Cousin's in das Ministerium dessen Nachfolger als Directorder Rormalschule. In neuester Zeit schrieb er einige politische Broschüren im Interesse desMinisteriums.
Du Bois (Felix Heim.), bekannter unter dem Schriftstellernamen Bodz-Neymond,gegenwärtig Vortragender Geh.Rcgierungsrath in dem Departement für Ncufchatel zu Ber-lin, gcb. am 20. Aug. 1782 zu St.-Sulpice im Val-dc-Travers, verlor seinen Vater schonim zweiten Jahre. Seine geistvolle Mutter ließ ihm auf dem kleinen Erbgute, das sie bezo-gen, so weit die bedrängten Umstände es erlaubten, eine angemessene Bildung geben. Im18. Jahre ging er nach Genf und brachte dort und in Lyon mehre Jahre in literarischerThätigkeit zu. Im I. 1804 wendete er sich nach Berlin, wo er dem General voy Bevilleempfohlen war, durch den er eine Hauslchrerstelle auf dem Lande erhielt, worauf er sichcifrigst der Erlernung der deutschen Sprache widmete. Nachdem er sich entschlossen, in Preu-ßen zu bleiben, studirte er auf dem franz. Gymnasium Philosophie und Medicin, währender sich seinen Lebensunterhalt durch Unterrichtgeben erwarb. Seiner Sprachkunde verdankteer es auch, daß er die Feldzüge von 1813—14 im Gcncralstab der Nordarmce, als Haupt-mann, mitmachte. Nach dem Frieden ward er im Departement der auswärtigen Angelegen-heiten angestellt und machte von da aus die Carriere, die ihn auf seinen gegenwärtigen Po-sten führte. Antillen war ihm sehr gewog'ewvnd vermachte ihm seine Manuscripte, mit derErmächtigung, sie herauszugeben; doch wurden sic mit politischem Sequester belegt, wo-gegen D. vergebens protestirte. D. hat Manches, besonders in sprachlicher Hinsicht, dannauch mit Bezug auf sein Geburtsland geschrieben. Wir erwähnen seine „Umbildungslehreder franz. Zeitwörter" (Berl. 1818) und seine „Oonsillerstions sur Is propriete, In situa-tiv» politique et I» coustitutio» <Ie la principautö et csaton <1e I^eufcüatel et Valentin"(Dverdun 1831). Am meisten hat aber das unter dem Namen Bodz-Neymond von ihmherausgcgebene Werk „Staatswescn und Menschenbildung" (4 Bde., Berl. 1837—39)die Aufmerksamkeit auf ihn gezogen, da es sich in origineller und von dem wärmsten Sinnefür Mcnschenwohl durchdrungener Weise über hochwichtige Fragen des socialen Lebens, vor-nehmlich über die Armenfrage, daß Unterrichtswesen, die Volksgesittung u. s. w., verbreitet.Selbst Gegner, welche den nationalökonomischen Standpunkt des Buchs nicht billigen woll-ten, haben die pädagogische Bedeutung dosselben anerkannt, sowie in den vielen praktischenLebenserfahrungen, die er mittheilt, manches Wichtige und den Beweis guter Beobachtungs-gabe gefunden. Im I. 1832 schenkte ihm die Stadt Ncufchatel ihr erbliches Bürgerrecht.
Dnboö (Jean Baptiste), einer der vorzüglichsten franz. Ästhetiker, geb. 1670 zuBeauvais, studirte daselbst und zu Paris und wurde 1695 in dem Bureau der auswärtigenAngelegenheiten unter dem Minister Torcy angestellt, welcher ihm die Besorgung mehrerwichtiger Geschäfte in Deutschland, Italien, Holland, besonders aber Unterhandlungen mitEngland übertrug. Zur Förderung der letzter« schrieb er eine Flugschrift über Englandswahres Interesse, worin er die Losreißung der amerik. Kolonien prophezeite. Auf seinenReisen sammelte er seine Erfahrungen über die Künste, welche er in seinen „kellexions cri-ticpies sur >s »nesie, I» peintme et la mnsiqiie" (Par. 1719; 6. Aust., 3 Bde., 1755) auf-stellte. Bei vielen falschen Behauptungen erweiterte er doch den engen Gesichtskreis derfranz. Kritik. Die Grundlage seiner Theorie ist ihm das Bedürfniß des Menschen, seineEcmüthskräfte zu beschäftigen und seine Empfindungen in Thätigkeit zu setzen. Auch alshistorischer Schriftsteller hat er sich durch die „Histoire üe la Iig»s <7smdrai" (2 Bde.,Par. 1721) und „Histoire eritiqiie lle I'etsdlissement lls la monsrclüe trsny. <1s»8 lesOaules" (2 Bde., Amst. 1743) einen Namen erworben. Zur Belohnung seiner diplomati-Conv.-Tex. Neunte Ausl. IV. 32