Druckschrift 
4 (1845) D bis Entern
Entstehung
Seite
495
Einzelbild herunterladen
 

Dubienka Dubois (Guillamue) 495

würdig ist D. durch die tapfere Verteidigung der Türken im 1. 1788, die aber doch endlichdurch Loudon am 26. Aug. 1788 zur Capitulatio» gezwungen wurden. Dem Türkisch-Dubicza gegenüber liegt das östr. Dubiha, ein starkbefestigter Markflccken mit etwa 3200 E.

Dubienka, eine kleine Stadt am Bug im poln. Gouvernement Lublin, mit 2000 E.,ist historisch dadurch merkwürdig geworden, daß hier am 17. Juli 1792 Kosciuszko im offe-nen Felde mit 3000 Polen ein ihm drei- und vierfach überlegenes russ. Heer zurückschlug.

Dublin, die Hauptstadt und der Sitz des Lordlieutenants von Irland, liegt im Hin-tergründe einer 3'/- Stunde langen und 2 Stunden breiten, von Bergen umgebenen Buchtund wird vom Liffey in zwei Thcile getrennt, welche sieben Brücken, darunter die Essex-, dieKönigin - und die Carlilebrücke, verbinden. Sie hat meist breite, regelmäßige, vortrefflichgepflasterte und erleuchtete Straßen, darunter die prachtvolle Sackville-Street mit einer 13UF. hohen cannelirten Steinsäule in der Mitte, auf deren Spitze Nelson's Statue steht, Hoheund zierlich gebaute Häuser und schönePlätze. Unter den letztem zeichnen sich St.-Stephans-Green aus, ein regelmäßig viereckiger Platz, der mit der bronzenen Bildsäule Georg's II.geziert ist, und der Phönixpark am Westende der Stadt mit der 21 NF. hohen BildsäuleWellington's. Nur die Liberty, ein kleiner Theil der Stadt, wo die Hefe des Volks wohnt,hat hüttcnähnliche Häuser und gewährt einen unangenehmen Anblick. Die schönsten Ge-bäude sind das Schloß, der Palast des Herzogs von Leinster, das Zollhaus, die Gerichtshalle,die Kornbörse und das UniversitätsgebLude, worin 3NN Studenten wohnen, mit zwei schönengroßen Gärten, einer Bibliothek, einem Museum, anatomischem Theater u. s. w.; fernerdas vormalige Parlamentshaus, in welchem jetzt die Bank ist, ein großes, mit prächtigenSäulen umgebenes Gebäude, die Börse und die Kasernen, welche 6000 M. fassen. D. zähltüber 310000 E., darunter etwa 75000 Episkopalen, 9000 Dissenters. Es gibt daselbst26 anglican. Pfarrkirchen, unter denen die des heil. Patrik, des heil. Goorg und die Christus-kirche als Gebäude sich vortheilhaft auszeichnen, 18 Kirchen und Kapellen für Katholiken,sechs für Methodisten, drei für Quäker, vier für Presbyterianer, eine für Lutheraner, eine fürCalvinisten, zwei für Independenten, zwei für Wiedertäufer und eine jüdische Synagoge.Außer der schon 1320 gestifteten, aber erst >591 eröffnten Universität hat D. eine Akademieder Wissenschaften, eine Gesellschaft zur Verbesserung des Ackerbaus, eine Malerakademieund viele andere wissenschaftliche Anstalten. Zahlreich sind die milden Stiftungen, z, B- fürSoldatenkinder, für Matrosenkinder, für Wöchnerinnen, für Fieberkranke, für verführteMädchen (das Magdalenenasyl), für syphilitische Kranke, für Irre u. s. w. Unter vielenManufakturen treiben wenige ihr Geschäft ins Große. Die vorzüglichsten sind die in Seide,Baumwolle und Leinwand; nächstdem gibt es Hut-, Stärke-, Tabacks- und Glaswaaren-fabriken, mehre Zuckersiedereien und ansehnliche Branntweinbrennereien. Dagegen ist D.der Mittelpunkt des irländ. Handels; ausgeführt werden hauptsächlich Branntwein, Schlacht-vieh, Pökelfleisch, Speck und Leinwand. Der Hafen wird durch einen mit großen Kosten173855 aus Granitsteinen aufgeführten, 30 F. breiten Damm gebildet, der über eineStunde ins Meer hinausläuft und an dessen Ende ein Leuchtthurm sich befindet, der 1761erbaut wurde. Eine schöne Allee umgibt die fast kreisförmig gebaute Stadt. Im Nordenderselben beginnt der Königskanal, der 23 M. weit westlich bis Tarmonbarry am Shannongeführt ist. D. soll im 9. Jahrh. von Normänncrn gegründet worden sein und war dannseitdem 10. Jahrh. der Sitz eines normännischen Königsgeschlechts. Das Bisthum daselbstwurde 1038 gegründet und später zum Erzbisthum erhoben. Im Anfänge des 12. Jahrh.von Engländern erobert, bildete es nun bis ins 15. Jahrh. eine besondere Grafschaft. ImI. 1309 erhielt die Stadt das Recht, sich einen Mayor zu wählen, dem seit 1665 der Lords-ritel gegeben wurde, und seit 1531 ward es der Sitz des Vicckönigs.

Dubois (Euillaume), Cardinal und franz. Minister unter der Regentschaft des Her-zogs von Orleans, war der Sohn eines Apothekers zu Brive-la-Gaillarde in der Auvergneund daselbst 1556 geboren. Als dreizehnjähriger Knabe kam er nach Paris in das Colle-gium St.-Michel, wo er sich tüchtige Kenntnisse erwarb, und wurde dann Hauslehrer. DurchBekanntschaft mit Saint-Laurent, dem Unterhofmeister des Herzogs von Chartres, gelangteer in das Haus des Herzogs von Orleans, der ihn später zum Lehrer des jungen Priw.rnmachte. Obschon von häßlichem Äußern, wußte er sich doch durch ein kluges, gewandtes Be-