494 Dubarri Dubicza
des Zoroaster (s. d.) und aus die Annahme zweier verschiedener Principien im Menschen,nämlich eines geistigen und eines körperlichen Princips. Dem Dualismus steht der Monis-mus entgegen. So spricht z. B. die Hegel'sche Philosophie von einem Monismus des Be-griffs, in dem dieser das Eine, in allen Erscheinungen sich Verwirklichende sei.
Dubarri (Marie Jeanne, Vicomtesse), bekannt als Geliebte Ludwig's XV. vonFrankreich, war die Tochter des Steuerbcamten Gomart de Vaubernier und >744 geboren.Nach dem Tode des Vaters ihrem Schicksale überlassen, ward sie früh die Beute pariserLüstlinge; nachdem sie bei einer Modehändlerin gearbeitet, kam sie als Freudenmädchen zuder berüchtigten Gourdon, wo sie durch ihre Schönheit und Munterkeit den Namen l'Angeerhielt. Der Vicomte Dubarri, in dessen Hause sich vornehme Spieler versammelten, nahmsie mit Absicht zu sich, und hier lernte sie der königliche Kammerdiener Lebel kennen, der siedem fast sechzigjährigen Könige zuführte. Ludwig XV. fand bald so viel Vergnügen an ihr,daß er sie bei sich behielt, ihre Vermählung mit dem Bruder des Vicomte, einem Trunken-bold, bewirkte und sie, alles Streubens der Prinzessinnen und der Hofdamen ungeachtet, beiHofe einführte. Der durch die >764 verstorbene Pompadour (s. d.) gestiegene MinisterChoiseul (s. d.) fürchtete indeß den üblen Einfluß derselben auf den schwachen König sosehr, daß er sie zu stürzen suchte, wodurch er aber nur um so schneller seinen eigenen Sturzherbeiführte. Daß sich die D. wirklich in die Regierungsangelegenheiten gemischt habe, istunwahr; sie war dazu zu ungebildet und auch zu träge; sie liebte nichts als das Vergnügen.Allein die der Politik des Ministers feindselige Hof- und Pfaffenpartei gebrauchte den per-sönlichen Einfluß derselben zur Durchführung ihrer Ränke. Aus Gefälligkeit brachte sie denHerzog von Aiguillon (s.d.) ans Ruder und unterstützte denselben gegen das Parlament,wodurch sie sich den Haß und Fluch des Volks zuzog, den sie vielleicht weniger verdiente alsAndere. Übrigens benahm sie sich inmitten der zahllosen Cabalen und Zänkereien mit Maßund Festigkeit und war bedacht, unter den Ministern wie unter den Höflingen Eintracht zustiften. Ihre Gutmütigkeit wie ihre Verschwendung waren gleich groß und kosteten demSchatze ungeheure Summen. Mit der Treue nahm sie es nicht genau; dagegen überwachtesie förmlich die Ausschweifungen des Königs. Sie verstand, denselben stets bei guter Launezu erhalten und hat nie Verstoßung zu fürchten gehabt. Als Ludwig XV. sein Ende heran-nahen sah, ward er für ihre Sicherheit besorgt und befahl ihre Abreise. Nach seinem Todewurde sie verhaftet und nach einem Kloster bei Meaux gebracht; doch durfte sie sehr bald inihr Schloß bei Marly zurückkehren, wo sie mit großem Glanz lebte. In der ersten Zeit derRevolution ließ man sie ungestört; als sie aber mit ihrem Vermögen die Emigranten eifrigunterstützte und mit den Anhängern Brissot's in Verbindung trat, ließ sie Robespierre vorGericht stellen und am 9. Dec. >793 guillotiniren. Unter allen Frauen, die in derRevolutiondas Schafot bestiegen, hat sie den wenigsten Muth bewiesen. Auf dem Wege zum Richt-platze zerfloß sie in Thränen, rief das Volk um Hülfe und Mitleiden an und bat, als sie denKopf unter das Beil legen sollte: „Alonsieur le bourres», encore UN Moment." Die unterihrem Namen erschienenen „klemoires" (3 Bde., Par. >829) sind größtentheils unecht,doch von vielem Interesse.
Düben, eine gewerbreiche Stadt von 3300 E. im Regierungsbezirk Merseburg derpreuß. Provinz Sachsen, an der Mulde, wird bereits im > 0. Jahrh. erwähnt. Auch ist sie dadurchmerkwürdig, daß hier am 4. Sept. >63> der König Gustav Adolf von Schweden und derKurfürst Johann Georg I. von Sachsen persönlich zusammenkamen und ein Bündniß gegendie kaiserlich-liguistischen Truppen unter Tilly schlossen, worauf die Schlacht bei Breitenfelderfolgte. Im Siebenjährigen Kriege überfielen daselbst am 29.Oct. >759 die Preußen unterFink und Wunsch das Ahremberg'sche Corps und nöthigten es zum schleunigsten Rückzüge.Vor der Schlacht bei Leipzig hielt sich Napoleon mehre Tage in D. auf. In der Nähe von D.liegt die Dübener Haide, die Leipzig größtentheils mit Nutz- und Brennholz versorgt.
Dubicza, auch Türkisch Dubicza genannt, eine türk. Festung im SandschakKroatien des Paschaliks Bosna, an der Unna, drei Meilen von Gradifka entfernt, hat etwa6000 meist katholische Einwohner. Im >6. und >7. Jahrh. war D. wiederholt ein Zank-apfel zwischen Ostreich und der Pforte-; >685 und >687 wurde es von den Ostreichern er-stürmt; im karlowitzer Frieden aber >7 >8 an die Pforte zurückgegeben. Besonders merk-