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Dschirid Dualismus 493

gefeuert worden, daß er sie leicht zu neuen Kriegen führen konnte. So ward das Land derhöher gebildeten Oiguren, im Mittelpunkte der Tatarei, leicht unterworfen, und D. war nunHerr des größten Thcils der Tatarei. Nachdem sich kurz darauf mehre tatarische Volks-stämme ihm unterworfen hatten, begann er die Eroberung Chinas und überstieg 1209 dieGroße Mauer. Nach einem dreijährigen Krieg wurde die Hauptstadt Aen-king, nachmalsPe-king, 1215 mit Sturm genommen, geplündert und größtcntheils niedergebrannt und da-mit die Eroberung des nördlichen Chinas vollendet. Die Ermordung der Gesandten D.'san den Sultan von Khowaresmien durch diesen selbst, veranlaßte 1218 den Angriff aufl Turkestan mit einem Heere von 700000 M. Das erste Zusammentreffen der feindlichen

! Heere war furchtbar, doch unentschieden. Bei dem weitern Vordringen der Mongolen im

I. 1210 leisteten die großen Städte Bokhara, Samarkand und Khvwaresm den meistenWiderstand. Sie wurden endlich erstürmt, geplündert, verbrannt, und mehr als 200000Menschen kamen dabei um. Dabei fand auch die kostbare Bibliothek von Bokhara ihrenUntergang. Sieben Jahre hintereinander war D. mit Morden, Plündern, Unterjochen be-! schästigt und dehnte auf diese Weise seine Herrschaft bis an die Ufer des Dniepr aus, wo derGroßfürst von Kiew und derFürst von Tchernikow gefangen wurden. In China beabsichtigteer eine Zeit lang den Mord aller Landbewohner, um für eine Menge Menschen, die nicht zumKriege taugten, die Nahrung zu ersparen und die Fluren in Viehweiden verwandeln zukönnen; allein einer seiner Räche, Tletchusay, widersetzte sich muthig dieser Maßregel. Schonhatte er bereits das 60. Lebensjahr überschritten, als er nochmals >225 in Person, an derSpitze seiner Heere, gegen den König von Tangut, Schidasku, zog, der zwei Feinden derMongolen eine Zuflucht bei sich gestattet hatte und sie nicht ausliefern wollte. Die Mongoleni zogen durch die Wüste Kobi im Winter, drangen ins Herz der feindlichen Staaten ein und

j vernichteten in einer Schlacht auf dem gefrorenen See Kokonor das feindliche Heer, das

5110000 M. gezählt haben soll. Bald wurde auch die Hauptstadt von Tangut, Ninghin,nachmals Nan°king, erobert und hatte mit andern gleiches Schicksal, indem Alles mit Feuerund Schwert verheert wurde. Die Gründung einer mongol. Dynastie in China aber warerst dem Enkel D.'s Vorbehalten. Bei diesem Unternehmen fühlte D. die Annäherung seinesTodes; er berief seine vier rechtmäßigen Söhne, theilte das Reich unter sie, indem er Oktalzu ihrem Haupt ernannte, und empfahl ihnen vor Allem Eintracht. Er starb am 21. Aug.z 1227. Das Dasein dieses Eroberers hatte dem Menschengeschlechte wenigstens 56 Mill.Menschen jedes Alters und Geschlechts gekostet. Dabei hatte er eine ungeheure Menge vonDenkmalen der Kunst, kostbaren Handschriften, die sich in den Städten Balk, Bokhara,Samarkand, Pe-king u. s. w. befanden, vernichtet. Er wurde mit vielem Pomp zu Tangut,nicht weit von dem Orte, wo er gestorben war, nach seinem Wunsche unter einem weitschat-tenden Baume begraben. Das einzige jetzt bekannte Denkmal D.'s ist eine in den Ruinenvon Nertschinsk aufgefundene Granittafel mit einer mongol., von Schmidt in Petersburg§ entzifferten Inschrift. Diese Tafel hatte D. als Denkmal seiner Eroberung des KönigreichsSartagol, welches unter dem Namen Karakitai bekannter ist, 121920 aufgerichtet.

Dschirid heißt eine Art leichter eiserner Wurfspieße, welche bei den Türken sehr häufigj im Gebrauche ist, und die sie mit der größten Geschicklichkeit zu werfen wissen. Der Reiterhat drei solcher Wurfspieße in einer Tasche, die zur rechten Seite des Pferdes herabhängt.

Dschumna oder Djumna, auch Uamunas, ist einer der bedeutendsten Neben-flüsse des Ganges in Vorderindien. Seine Quelle liegt 10850 F. hoch über dem Meere amUamunawatari, einem der Hauptgipfcl des Himalaja. Nachdem er von demselben herab-gestürzt, durchtobt er in Wasserfällen ein enges, von Granitblöcken und Klippen schauerlicherfülltes Thal. Im Tieflande begleitet er sodann in parallelem Laufe den Ganges und bildetmit diesem das fruchtbare Zweistromland odcr Duab. Er berührt die Kaiserstadt Delhi, die hei-ligen Orte Muttra und Bindrabund, sowie Agra und ergießt sich bei Allahabad in den Ganges.

Dualismus nennt man überhaupt die philosophische Ansicht, welche das Wesen derDinge auf die Annahme zweier ungleichartigen, ursprünglichen und nicht voneinander abzu-leitenden Principicn aller Dinge, z. B. des Idealen und Realen, oder der materiellen undder denkenden Substanz, gründet und zurückführt. Im engern Sinne beschränkt man denDualismus auf die Annahme zweier Grundwesen, eines bösen und guten, wie in der Lehre