Druckschrift 
4 (1845) D bis Entern
Entstehung
Seite
491
Einzelbild herunterladen
 

Dryope Dschämi 491

Vaters suchte er in London unter dem Schutze eines bei Cromwcll angesehenen Verwandtensein Fortkommen. Cromwcll selbst verherrlichte er in dentteroic Stands" (1658), die durchGlanz der Sprache zuerst die Aufmerksamkeit auf D. lenkten. Kaum aber war das HausStuart zurückgckehrt, als D. die Partei des Hofs nahm und in seiner rsllux"

Karl ll. begrüßte, was ihm aber so wenig als andern Dichtern, die sich durch eifrigen Roya-lismus empfehlen wollten, etwas nützte. Gegen seine Neigung ward er sodann Schauspiel-dichter, weil ihm die Bühne den reichsten Gewinn versprach. Als seine fleißig ausgearbeite-ten Dramen Beifall gewannen, versuchte er in Verbindung mit Davenant 'u. A. die engl.Bühne nach bestimmten Grundsätzen umzugestalten. Doch fand die Partei, die ihn zu er-heben suchte, bald lebhafte Gegner; D. selbst aber gerieth dadurch wie durch seinen politi-schen Wankelmurh in langwierige Streitigkeiten. Empfindlich traf ihn der Spott des witzi-gen Herzogs von Buckingham, der in seinem LustspieleIK« rekesrss!" den Reim lächer-lich zu machen suchte, den D. im Trauerspiele cinführcn wollte. Seine Theaterstücke sindErzeugnisse eines feinberechneten Kunstverstandes, ohne tieferes poetisches Leben, die Lust-spiele ohne alle Originalität, während in den Trauerspielen der Zauber des Stils die inner»Mängel zuweilen verdeckt. Die Einführung der ital. Oper unter Karl II. gab ihm Veran-lassung, engl. Opern, z. B.Kling ^rtbur", auf die Bühne zu bringen. Auch in seinen an-dern poetischen Werken zeichnet er sich weniger durch Neichthum der Phantasie und Tiefedes Gefühls aus als durch eine außerordentliche Fertigkeit in der Poesie des Stils; so na-mentlich in seinem historischen Gedichte4nnus mirsbilis" (1666). Nach Davenant's Tode1668 zum Hofdichter ernannt, kam er in eine engere Verbindung mit dem Hofe, ohne umdeshalb sorgenfrei zu leben. Umsonst schmeichelte er dem Hose durch seine poetische Satire,^lj8<Uom snck ^cditopbsl" (1681), welche in der Erzählung des Aufstandes Absalom'sdie Partei des Herzogs von Monmouth dem Hasse und der Verachtung bloßstellt, sowie durchdie noch giftigere SatireHe meclal" gegen die Whigpartei. Das didaktische Gedichtlieligio Isici" vertheidigte ohne allen poetischen Schwung die geoffenbarte Religion. UnterJakob II. ging er, sich dem Hofe noch mehr anzuschließen, zur katholischen Kirche über und schriebdas allegorische GedichtIbs bincl mick tke pantker", in welchem die katholische Kircheals die milchweiße Hindin, der Protestantismus als Panther dargestellt wird. Nach Ja-kob's II. Entthronung verlor er seine Stellen. In bedrängter Lage schrieb er in den letztenzehn Jahren seines Lebens Einiges, was seinem Namen den meisten Ruhm gebracht hat.Dazu gehören seine metrische Übersetzung des Virgil (1697) und andere Übersetzungen, seineberühmte Ode aus den Cäcilientag^Isxancler's kesst" (1725 von Händel componirt)und seineksbleg", poetische Erzählungen nach Chaucer, Boccaccio und andern Dichtern.Um die engl. Kritik machte er sich verdient durch mehre Abhandlungen und durch die kriti-schen Vorreden zu seinen Schauspielen, sowie durch seinenKi88a^ on clrsinstic poes^".Er starb am I. Mai 1791 und liegt neben Chaucer in der Westminsterabtei begraben.Seine kritischen und prosaischen Werke hat Malone (4 Bde., Lond. 1809), seine poetischenTodd mit Warton's Anmerkungen (4 Bde., Lond. 1812) und seine sämmtlichen WerkeW. Scott (18 Bde., Lond. 1818) herausgegeben.

Dryöpe, die Tochter des Dryops, mit welcher Apollon den Amphissus zeugte, warnach Ovid eine Tochter des Eurytus, welche von einer Hamadryade, die sie durch Abbrecheneines Lotoszweigs verwundet hatte, in einen Lotosbaum verwandelt wurde.

Dschagarnat, eine Stadt in der vorderind. Provinz Orissa, an den Ausflüssen desMahannudy/ist besonders berühmt wegen der daselbst befindlichen drei großen Pagoden desind. Gottes Wischnu, zu denen ganz Indien wallfahrtet, sodaß man die Zahl der Pilger, diejährlich an den beiden großen Festen, im März und Juli, hier zusammenströmen, auf mehrals eine Million annimmt.

Dschämi (Mauläna), eigentlich Abdurrhaman ebn Achmed, der berühmteste pers.Dichter seiner Zeit, geb. 1414, erhielt seinen Beinamen von seiner Heimat Dscham, in derProvinz Khorasan. Der pers. Sultan Abu Said rief ihn an seinen Hof nach Hcrat; aberD., ein Anhänger der Lehrer der Sofi, zog das beschauliche Leben den Vergnügungen desHofs vor. Noch größeres Ansehen genoß D. bei dem Sultan Hossein behädur chän unddessen gelehrtem Vezier Mir ali schir. In der Halle der großen Moschee zu Herat unter-