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4 (1845) D bis Entern
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489
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Drüsen Drusus 489

ten der christlichen Mächte in Konstantinopcl, die es nach langen Unterhandlungen dahinbrachten, daß die Pforte den Omar Pascha zurückrief und sich zu der Bestimmung verstand,daß die Drusen und Maroniten, jede abgesondert, unter der Leitung eines türk. Kaimakamsstehen sollten, denen ein Rath zur inncrn Verwaltung ihrcrAngelegenheitcn bcigcgeben wäre.Damit sind jedoch beide Völker nicht zufrieden, sodaß der ganze Zustand des Libanon nochein schwebender ist.

Drüsen nennt man gewisse Organe im thierischen und menschlichen Körper, welchein allen ihren sichtbaren Eigenschaften untereinander sehr verschieden sind, barin aber alleübercinzustimmcn scheinen, daß sie den durch sie hindurchgeführtcn Flüssigkeiten eine ver-änderte Beschaffenheit geben. Sie sind sämmtlich von sehr zusammengesetzter Struktur, be-stehen aus einer großen Menge von Blut- und Lymphgefäßen und von Nerven, welche sichalle in einer eigcnthümlichen Substanz untereinander verzweigen. Viele sind einander ganzgleich, andere einzelne, wie die Leber, die Nieren, die Milz, haben einen ganz eigenthüm-lichen, ihnen ausschließlich angchörigen Bau. Die Flüssigkeit, welche durch die Drüsen hin-durchgeleitet wird, bildet entweder, indem gewisse Thcile ihr entzogen und mit andern ver-einigt werden, eine ganz neue, von der vorigen an Farbe, Geruch, Geschmack und Zusammen-setzung durchaus verschiedene Substanz, die durch einen oder mehre Ausführungskanäle derOberfläche des Körpers oder einer Höhle im Innern desselben zugeführt wird, oder sie er-leidet beim Durchgänge durch die Drüse nur eine geringe Veränderung, die aber durch denEinfluß mchrcr Drüsen nach und nach bedeutender wird. Auf diese verschiedenen Eigen-schaften ist die Classification der Drüsen basirt; die der ersten Classe nennt man vollkommene,die der zweiten unvollkommene Drüsen. Zu den vollkommenen gehören die Hautdrüsen, welche,mit Ausnahme der Hohlhand und der Fußsohle über den ganzen Körper verbreitet sind.Die einfachen Schleimdrüsen auf der Schleimhaut, die Thränendrüscn, die Speicheldrüsendes Mundes, die Bauchspeicheldrüse, die Mandeln, die Milchdrüsen der Brüste, die Leber,die Nieren, die Hoden und die Vorsteherdrüse, zu den unvollkommenen die Lymph- oderSaugaderdrüsen, die sich in großer Menge durch den ganzen Körper zerstreut finden, amhäufigsten aber am Halse, in der Achselhöhle, in der Brust, in der Bauchhöhle und in denLeistengegenden, und die Blutdrüsen, zu denen man die Schilddrüse am Kehlkopfe, dieThymusdrüse hinter dem Brustbeine, welche beim Embryo und bei den Neugeborenen sehrgroß, gegen das zwölfte Lebensjahr hin aber gewöhnlich schon verschwunden ist, die Milz unddie Nebennieren rechnet. Die Lymphdrüsen haben die Function, aus den dem Körper einver-leibten Substanzen den Nahrungsstoff zu bereiten, welcher durch die Lymphgefäße aus einerLymphdrüse in die andere und endlich durch die beiden Brustgänge dem in das Herz zurück-gehenden Blute zugeführt wird. In den Blutdrüsen scheint das Blut, welches in unver-hältnißmäßiger Menge von ihnen ausgenommen wird, eine Veränderung zu erleiden. Eswird hieraus klar, daß die Drüsen hauptsächlich für die Ernährung des ganzen Organismusvon äußerster Wichtigkeit sind, und daß Krankheiten derselben, besonders bei Kindern, woder Ernährungsproceß den schnellsten Gang geht, große Aufmerksamkeit verdienen. Einederselben ist die so allgemein verbreitete, in ihren höhern Graden so verderbliche und gräßlicheSkrofelkrankheit. (S. Skrofeln.) Die Abtheilung der Anatomie, welche von den Drü-sen handelt, heißt Adenologie. Bei den Pflanzen nennt man Drüsen runde auf denBlättern oder Stengeln oder innerhalb des Zellgewebes oder Fleisches abgelagerte Körper,welche zur Absonderung und Ausdünstung dienen.

Drusus ist der Beiname eines Zweigs des röm. Geschlechts der Livii (s. Livius)und einiger Claudier (s. Claudius). Marcus Livius D., durch seine TochterGroßvater des Cato von Utica, war im 1.122 v. Chr., als C. Gracchus (s. d.) seinzweites Tribunal bekleidete, dessen Amtsgenosse, zugleich aber sein politischer Gegnermit solchem Erfolg, daß er Beschützer (patronus) des Senats genannt ward. Nach-dem er l 12 v. Chr. Consul gewesen, kämpfte er siegreich von seiner Provinz Macedonienaus gegen die Scordisker im heutigen Serbien. Sein Sohn, Marcus Livius D.,dessen Enkelin Livia des Augustus Gemahlin war, ausgezeichnet durch Beredtsamkeit, feurigund kräftig aber nicht in gleichem Maße besonnen, fand seinen Tod, da er imJ. SI v. Chr. alsTribun in redlicher Absicht es unternahm, die politischen Gegensätze, die im röm. Staat