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4 (1845) D bis Entern
Entstehung
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487
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Druse Drusen 487

Druse nennt man im Allgemeinen den Katarrh der Pferde und der ihnen verwandtenThiere, des Esels und des Maulesels. Die Druse erscheint in verschiedenen Formen: I) alsStrenget, welcher ganz dem Schnupfen dcsMenschen gleicht; 2) als Kchlsucht, eine Art ka-tarrhalischer Bräune; 3) als gutartige Druse, welche im weitern Verlaufe die Lymphdrü-sen im Kchlgange in Mitleidenschaft zieht. Zn allen drei Formen ist das Hauptsymptom dieAbsonderung von Schleim in den Respirationswegen, welcher erst dünn ist, nach und nachaber, wenn die Krankheit ihren Höhepunkt überschritten hat, an Consistenz gewinnt. Durchschlechte Ernährung und Behandlung, sowie durch Schwäche des Thiers kann die Krankheitin Lungenentzündung, Bräune und Augenentzündung, Kolik, ja selbst Wurm und Rotzübergehen. Hierdurch entsteht eine vierte Form der Krankheit, die verschlagene oder bösartigeDruse. Die Heilung wird auf verschiedenen Wegen versucht, namentlich mittels des soge-nannten Drusen pulvers. Vgl. Tenneker,Beobachtungen über die unter den Pferdenherrschende Druse" (Lpz. 1820).

Drusen, eine syr. Völkerschaft, deren eigenthümliches Land aus ungefähr I I» mM.geschätzt wird, bewohnen südlich von den Maroniten, und zum Theil gemischt mit ihnen, denwestlichen Abhang des Libanon und fast den ganzen Antilibanon, von Beirut bis Sur undvom Mittelmeer bis Damask. Die Angaben über ihre Anzahl schwanken von 10»16»»»»Seelen; gewiß ist, daß sie 152»»»» Bewaffnete ins Feld stellen können. Sie leben untereiner durch den Einfluß aller Geschlechter und Feudalstände gemäßigten Demokratie, anderenSpitze bis vor kurzem ein Großemir als Vasall der Pforte stand, welcher als allgemeinerBefehlshaber und Steuereinnehmer von den übrigen Emirs und Schechs gewählt ward.Der zahlreiche Adel der Emirs und Schechs, der sich nie unter seinem Stande verheirathet,bildet mit allen andern Grundbesitzern eine Art von Landständen, die sich zu Deir-el-Kam-mar, dem Hauptorte des Landes, versammeln und von denen die Leitung der gemeinsamenAngelegenheiten, unter andern die Bestimmung der Abgaben, ausgeht und die Macht desGroßemirs, dem keine eigenen Truppen zu Gebote stehen, abhängt. Die einzelnen Emirs undSchechs sind so gut wie ganz unabhängig, da sie weder an Gut noch am Leben gestraft wer-den können und die Anführer im Kriege bilden, indem von ihnen die Bewaffnung und Unter-haltung der Truppen ihrer bezüglichen Districte ausgeht. Die Drusen, zu Zeiten ganz unab-hängig, stehen zur türk. Regierung in einem ziemlich lockern Vasallcnverhältnisse, das nurdurch die Zahlung eines durch gegenseitiges Übereinkommen bestimmten Tributs sich geltendmachte; erst in neuester Zeit haben die Türken, die Zeitumstände benutzend, die Drusen ingrößere Abhängigkeit zu bringen gewußt. Sonst sind die Drusen eifrig auf Bewahrung ihreralten Freiheit bedacht und stets waren sie gerüstet, um sie gegen Türken und Araber zu ver-theidigen, was ihnen bei ihrer angeborenen Tapferkeit und der Unzugänglichkeit ihres Ge-birgslands im Ganzen immer gut gelungen ist. Wie den Beduinen ist ihnen die Übung derGastfreundschaft und der Blutrache gleich heilig, und von äußerst empfindlichem Ehrgefühl,rächen sie jede öffentliche Beleidigung tödtlich; dabei thcilen sie die allen Orientalen eigen-thümliche Schlauheit, Treulosigkeit und Eifersucht. Vielweiberei, ebenso auch Ehe unter denGeschwistern, ist bei ihnen erlaubt und die Scheidung der Ehegatten sehr leicht; doch machenvon der erstern nur die Vornehmen Gebrauch. Nur Wenige von ihnen können lesen undschreiben, was von der zwischen ihnen und ihren Priestern herrschenden völligen Abscheidung,ihrer Vorliebe zu Krieg und Jagd und der Gewohnheit, alle schriftliche und andere mehrgeistigen Geschäfte von Maroniten besorgen zu lassen, herrührt. Sie sind sehr mäßig, rein-lich und fleißig, und ihre Hauptbeschäftigungen bestehen in Acker-, Wein-, Ol-, Tabacks-und Seidenbau. Ihre Sprache ist die arabische. Die Religion der Drusen ist eine Geheim-lehre, über die wir noch immer sehr im Dunkeln sind. Nur so viel wissen wir, daß panthcisti-sche Ideen und der Glaube an Scelenwanderung und Menschwerdungen Gottes, vergangene(die bedeutendste in dem ägypt. Khalifen Hakem) wie zukünftige, eine große Rolle darin spie-len, und daß Überbleibsel des alten oriental. Naturdienstes, sowie christliche, jüdische und mo-hammedanische Lehren darin auf wunderliche Weise gemischt sind. Als Stifter dieser Reli-gion werden Mohammed Ben Jsmael-cl-Durzi (von dem die Drusen oder Durzen ihrenNamen haben sollen) und Chamsa Ben Ahmed genannt. Eigentliche Priestbr haben dieDrusen nicht; sie theilen sich nur in Akal, d. h. Wissende, Eingeweihte, und Dsiahhel, d. h.