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Absteigen des Kolbens in das Steigrohr getrieben und dort ebenfalls hinter einem Ventilegefangen wird. Jedes Kolbenspiel bringt neues Wasser, das auf diese Weise ebenfalls geho-ben wird. Um bas ruckweise Ausströmen an der Ausflußöffnung zu umgehen, läßt man dasWasser durch einen Windkessel (s. d.) gehen. Bei den doppelten Druckwerken, wohinz. B. die gräßern Feuerspritzen gehören, steigt ein Kolben auf, während der andere abwärtsgeht. Zu den merkwürdigsten Druckwerken der neuern Zeit gehören die für das Salzwerkzu Reichenhall in Baiern, die berühmten Wasserkünste zu Herrenhausen in Hannover unddie jetzt in Verfall gerathenen berühmten Fontaine» zu Marly-le-Roy bei Versailles. Zn derneuesten Zeit wurden auch in Berlin und Potsdam behufs der Wasserkünste und zu Feuer-spritzen bedeutende Druckwerke angelegt, bei welchen Dampfmaschinen die Kolben bewegen.
Drudenfuß oder Drutenfuß, Pentagon, Pentagramm oder Pental-p ha nennt man, nach der Beschreibung Lucian's, ein dreifaches, ineinander verschlungenesDreieck, oder ein Fünfeck, auf dessen Seiten gleichschenklige Dreiecke construirt sind(^).Der Ursprung dieses mystischen Zeichens verliert sich im grauen Alterthume. Unter den ge-heimnißvollen Zahlen und Figuren, in welche die Pythagoräer ihre Philosophie einschloffen,finden wir es als Zeichen der Gesundheit. Aus der Schule der Philosophen ging es in dasgemeine Leben über. Häufig erscheint das Pentagramm auf griech. Münzen. Eine hoheBedeutung erhielt es auch bei den verschiedenen gnosiischen Sekten, und als Sinnbild derPentas erscheint es auf den Abraxasgemmen. Im Mittelalter wurde es bei Zauberformelngebraucht und sollte eine Herrschaft über die Elementargeister ausüben. Den Namen Dru-denfuß (Elfen- oder Alfcnfuß) mag es daher erhalten haben, daß man sich desselben gegenHexen oder Druden (s. Druiden) bediente, und noch gegenwärtig bedient sich der Aber- ^glaube dieses Zeichens, um die Hexen von den Wchställen u. s. w. abzuhalten. Vgl. Lange, >„Der Drudenfuß", in Böttiger's „Archäologie und Kunst" (Bd. I). Auch in den Bauhüt- >ten des Mittelalters war der Drudenfuß in Gebrauch, und daher erklärt sich die Erscheinung ldesselben an einzelnen Gebäuden, wie z. B. an der Barfüßerkirche zu Erfurt. — In der He- sraldik heißt das geschlungene fünfeckige Kreuz das Alpenkreuz.
Drmden (l^ruirles) ist der Name der Priester bei den keltischen Völkern des alten :Galliens und Britanniens. In Gallien bildeten sie zu Cäsar's Zeit einen geschlossenen Stand,keine erbliche Kaste, der mit dem der Ritter, dem Adel, die Herrschaft über das übrige Volktheilte, selbst vom Kriegsdienst und Abgaben befreit war, vermuthlich mehre Abtheilungmoder Grade in sich schloß und an dessen Spitze ein oberster Druide stand. Als Priester be-sorgten sic den Dienst der Götter, namentlich auch die Opfer, zu denen auch Menschenopfergehörten, an den geweihten Plätzen auf heiligen Inseln, zumeist in Hainen. Aber auch dieGeheimlehre der Religion ward von ihnen bewahrt; sie übten die Kunst der Weissagungund entschieden als Richter in den Streitigkeiten zwischen den Einzelnen wie zwischen denverschiedenen Völkerschaften; die Heilkunde, in der die Mistel der Eiche eine wichtige Rollespielte, die Kenntniß der Gestirne, der Eintheilung der Zeit, der Schreibkunst, überhauptAlles, was als Wissenschaft gelten konnte, war in ihrem Besitz. Diese ihre Wissenschaftward vor dem Volke geheim gehalten, dem in den Stand Aufzunehmcnden aber durch langewährenden Unterricht mitgetheilt. Daß sie ein waltendes Schicksal anerkannt, die Unsterb-lichkeit der Seele und deren Wanderung nach dem Tode gelehrt haben, ist wol sicher, ebenso,daß mannichfacher, auch greuelhafter Aberglaube bei ihnen seine Stätte'hatte. Mit der Un-terwerfung Galliens durch die Römer hörte ihre politische Bedeutung auf, wenn gleich ihre ^Wissenschaft von ihnen fortgelehrt ward. Kaiser Claudius hob den druidischen Götterdienstdurch Verbot auf, heimlich scheint er aber noch eine Zeit gedauert zu haben, und vielleichtsind einzelne Spuren von ihm noch im Volksaberglauben erhalten. Britannien galt bei denGalliern als die eigentliche Heimat des Druidenthums. In den Steinreihen von Stonehenge,den Spihsäulen von Quiberon will man Monumente der Druiden, und in den auf stehen-den Steinen querüber schwebenden Tafeln, wie sie hin und wieder gefunden werden, Altäre 'derselben erkennen. — Mit den Druiden sind die Druden oder Druten nicht zu ver-wechseln, die in der deutschen Mythologie als weibliche Wesen erscheinen, die zwischen Göt-tern und Menschen mitten inne stehen, den letzter« Heil und Unheil verkünden, in Wäldern,auf Bergen und an Flüssen ihren Aufenthalt haben und sich unsichtbar machen können.