Dronet Drouet d'Crlon 483
mene Zufriedenheit mit der Arbeit zu erkennen gab. Hierauf malte er seine Kananäerin zieden Füßen des Heilandes, die im folgenden Jahre ihm den Preis gewann, worauf er seinenLehrer als Pensionair nach Nom begleitete. Sein sterbender Gladiator und vorzüglich seinMarius zu Minturnä erwarben ihm und David's Schule neue Triumphe. Ein hitziges Fie-ber endete am 13. Febr. 1788 sein Leben.
Drouet (Jean Bapt.), geb. am 3. Jan. 1763, Postmeister zu Saint-Menehould,erkannte Ludwig XVI., als derselbe aus Frankreich zu fliehen versuchte, an der Ähnlichkeitmit dessen Bildnisse auf den Assignaten und veranlaßte am 21. Jan. 1791 zu Varennesdessen Gefangennahme, indem er durch seinen Sohn die dortigen Behörden von seiner Ent-deckung von der Ankunft des Königs unterrichten ließ. Er ward dafür vom Marnedeparte-ment in den Convent gewählt, empfing für seine Dienstleistung 30009 Francs, stimmtedann für den Tod des Königs und entwickelte überhaupt eine solche wüthende Demagogie,daß sich selbst die Häupter des Bergs entsetzten. Im Sept. 1793 erhielt er eine Sendungzur Nordarmee; hier gerieth er, als er im Oct., in Maubeuge von der Armee des Prinzenvsn Koburg eingeschlossen, mit einigen Dragonern zu entkommen suchte, in Gefangenschaftund wurde nach dem Spielberg in Mähren abgeführt. Um zu entfliehen, sprang er am 6.Juli 1793 vom Fenster seines Gefängnisses herab, brach aber ein Bein und wurde zurück-zebracht. Mit Camus, Beurnonvillc u. A. wechselte man ihn im Nov. 1795 zu Basel ge-gen die Herzogin von Angoulemc aus, worauf er als ehemaliges Conventsmitglied in denNach der Fünfhundert trat. In die Verschwörung des Babeuf verwickelt, ward er 1796gefangen gesetzt; doch fand er Gelegenheit zu entfliehen und ging in die Schweiz. Nachseiner Freisprechung vor Gericht, kehrte er nach Frankreich zurück und wurde 1799 als Un-«rpräfcct zu Saint-Menehould angestellt. Wenn es wahr ist, daß er im März 1813 Na-poleon nach dem Gefechte von Arcis vom Marsche auf Paris abhielt, indem er demselbendie Mittheilung machte, daß die zahlreichen Besatzungen der lothringischen Festungen sichvereinigten, um den Verbündeten in den Rücken zu fallen, so wäre er ein zweites Mal denzufällige Vermittler außerordentlicher Ereignisse und Schicksale. Während der HundertTage war er Mitglied der Deputirtenkammer; nach der zweiten Restauration wurde er1816 als sogenannter Königsmörder aus Frankreich verbannt. Am I l. Apr. 1823 starbzu Macon in Frankreich ein Mann, der mehre Jahre daselbst zurückgezogen gelebt und sichMerger genannt hatte; aus seiner Hinterlassenschaft ergab sich, daß es D. gewesen.
Drouet d'Erlon (Jean Bapt., Graf), Marschall und Pair von Frankreich, einVerwandter des Vorigen, geb. am 29.Juli >765 zu Rheims, trat 1792 in ein Freiwilligen-bataillon und machte von 1793 — 96 die Feldzüge an der Mosel, Maas und Sambre mitSchon früher hatte ihn der General Lefebre zum Adjutanten angenommen, und 1799 warder für die wichtigen Dienste, die er durch seine Geistesgegenwart und Tapferkeit erworben,zum Brigadegeneral erhoben. In dieser Eigenschaft nahm er 1803 an der Expedition inHannover Theil. Im I. 1805 erhielt er den Grad eines Divisionsgenerals und wohnteals solcher den Feldzügen in Deutschland bei. Er drang mit seiner Division durch Frankennach Baiern vor, half 1806 bei Jena die Preußen schlagen und focht 1807 mit Auszeich-nung in der Schlacht von Friedland als Generalstabschef des Marschalls Lärmes. Im I.1809 in gleicher Eigenschaft dem Marschall Lefebre beigegeben, kämpfte er mit in Tirol undsoll sich daselbst durch friedliches Benehmen gegen die Bewohner vor Andern ausgezeichnethaben. Seit 1810 befehligte er eine Division in der span. Armee unter Mafsena, dessenLob er sich durch seine zahlreichen Erfolge erwarb. Unter Anderm schlug er 1811 den engl.General Hill und warf ihn auf Lissabon zurück; im I. 1813 befehligte-er die Armee desCentrums und nahm im Juli die furchtbar vertheidigte Position am Col-de-Maya, dannwohnte er dem unglücklichen Treffen von Viktoria bei- Im franz. Feldzuge von 1813 warer der Adjutant des Marschalls Soult und wagte bei Toulouse das Äußerste. Nach demSturze Napoleon's suchten ihn die Bourbons zu gewinnen und gaben ihm namentlich denBefehl über die 16. Militairdivision. Allein im März 1815 wurde er unter Anschuldigungeines Complots gegen die königliche Familie gefangen gesetzt. Bei der Annäherung Napo-lcon's kam er wieder in Freiheit, bemächtigte sich hierauf der Citadelle von Lille und über-lieferte dieselbe dem Kaiser, der ihn zum Pair von Frankreich ernannte. In der Schlacht