Druckschrift 
4 (1845) D bis Entern
Entstehung
Seite
479
Einzelbild herunterladen
 

Drillen Drömling 479

4

-l

eingerichtet. Schöne Anpflanzungen, Alleen und Spaziergänge machen die ganze Gegendfast zu einem Garten. In der Nahe liegen die Ruinen der Iburg, einer alten sächs. Feste,die Karl der Große 775 eroberte und dem Stifte Paderborn schenkte. Sie gab der nachma-ligen Stadt den Namen, der seit dem 14. Jahrh. in Driburg überging. Die Quellen beiD. waren zwar schon zu Ende des 17. Jahrh. bekannt, allein erst seit 1782 kamen sie ingrößere Aufnahme.

Drillen ist eine cigenthümliche Art der Feldbestellung. Sobald ein zu besäenderAcker vollständig vorbereitet ist, werden mit einem Furchenrcißer, welcher aus einem Bal-ken mit daran befindlichem Furchhaken besteht, die Furchen, in welche die Saat fallen soll, inder gehörigen Entfernung voneinander vorgerissen. Hinter diesem Furchenrcißer, welchersich bei vielen Säemaschinen an diesem selbst befindet, folgt der sogenannte Drillkarren oderdie Säcmaschine (s. d.), mittels deren die Saat gleichmäßig in die Furchen fällt. Aufdiese Weise wird nicht nur die Saat regelmäßiger auf dem Acker vertheilt, sondern zugleichder Vortheil erlangt, daß, da die Saat nach dem Aufgehcn in Reihen steht, man später die so-genannte Pferdehacke, den Exstirpator, zwischen diesen Reihen durchgehen und das Unkrautausreißen lassen kann. In steinigem oder sehr fettem Boden und bei sehr nasser Witterungist das Drillen weniger anwendbar. Auch Hülsen - und Knollenfrüchte können mit Vortheilgedrillt werden. Die Drillcultur stammt aus dem Orient, namentlich wurde sie zuerst inBengalen von Tüll eingeführt. Vervollkommnet wurde die Tull'sche Methode in Englanddurch Ducket und dann durch Cok. In Deutschland fand die Drillcultur besonders durchThaer Verbreitung. — Ein Schiff drillen heißt dasselbe mittels eines an die Spitze desFockmastes befestigten Schlepptaus, das man mittels eines Klobens über eine Erdwindcauf dem festen Lande legt, dem Lande näher oder in die Docks bringen.

Drohung kommt im Strafrechte unter verschiedenen Gesichtspunkten vor. Wer einenAndern durch Drohung zur Ausführung eines Verbrechens bestimmt, wird als intellektuellerUrheber (s. d.) des letzter« angesehen; dagegen ist andererseits auch so ziemlich allgemein dieDrohung (unter gewissen von den einzelnen Gesetzgebungen verschieden bestimmten, häufig aufDrohung einer Gefahr für Leib und Leben beschränkenden Modifikationen) als Aushebungjenes der Strafbarkeit des Bedrohten hinsichtlich der in Folge der Drohung von ihm vorge-nommencn Handlung anerkannt. Als ein besonderes Verbrechen stellen neuere Gesetzbücherz. B. das sächsische, die Bedrohung mit widerrechtlichen Handlungen auf. In einem weiternSinne fallen unter den Begriff von Verbrechen der Bedrohung auch Erpressung (s. d.),Landzwang (s. d.) und Concussion (s. d.).

Drbme, ein schiffbarer Fluß in der Dauphine im südöstlichen Frankreich, entspringtbeim Dorfe La Bastie de Fonds am Eingänge Val de Drvme auf den Dauphinecr Alpenund mündet zwischen Valence und Montelimart nach einem wegen seines felsigen Bettsziemlich reißenden, unschiffbaren Laufe von 15 M. in die Rhone. Nach ihm ist das Dep ar-te ment derDröme benannt, welches aus Thcilen der Dauphinä und Provence besteht,einen Flächeninhalt von 124'/, lijM. hat und 3WVVV Bewohner zählt. Es wird vonder Dröme, Argental, Ouveze, Jsere und Rhone bewässert und ist ein Gebirgsland vollerThäler, welche oft sehr eng abgeschlossen sind. An der Rhone herrscht südliches Klima; hiergedeihen die Orangen zum Theil unter freiem Himmel, ebenso der Mandel- und Ölbaumin üppiger Fruchtbarkeit, der Nußbaum, dessen Früchte reiches Öl liefern, und der Maul-beerbaum, der die Seidenzucht begünstigt. Auch ist der Weinbau sowie die Melonenzuchtwichtig; berühmt sind der dunkle Hermitage-Wein und die Melonen von Romans. DieEinwohner beschäftigen sich mit Gewinnung der genannten Produkte und treiben außerdemVieh - besonders Schafzucht sowie Seidenbau und Seiden- und Wollweberei. Die Haupt-stadt des Departements ist Valence (s. d.), außerdem ist noch Diö(s. d.) zu erwähnen.Dromedar, s. Kameel.

Drömling heißt der waldige, vormals sumpfige Bruch auf der Grenze der preuß.Provinz Sachsen und der hannöv. Landdrostei Lüneburg, welcher eine Länge von 6 M. undeine Breite von 2—3 M. hat und von der Öhre durchflossen wird, die sich hier früher in dermuldenförmigen Vertiefung des Bruche in unzählige kleine Arme zertheilte und dadurchbefonbers im Frühjahr Alles unter Wasser setzte. Jn.frühern Zeiten war der Drömling ganz