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östr. Generale van Chasteler mit 10000 M. und Klenau von Leipzig her zu Tolstoi gestoßenwaren, auch der russ. Oberst BuSmann Meißen am 23. beseht hatte, während der Fürst vonWied-Runkel ausser großenhaincr Straße gegen die Neustadt vorrückte. In der Stadt,der schon längst alle Zufuhr abgcschnitten war, wurde der Mangel an den ersten Lebensbe-dürfnissen immer drückender. Der am 28. Oct. an alle Bewohner erlassene Befehl, sich aufzwei Monate mit Lebensmitteln zu versehen, war unausführbar. Gleichwol setzte Saint-CyrAlles zur hartnäckigsten Wehr gegen die Belagerer in Stand, welche Wurfgeschütz von The-resienstadt Herkommen ließen. Die Straßen in den Vorstädten wurden durch Verhacke,Pfahlwerk und Querwälle befestigt und eine Menge Wohnungen in Blockhäuser verwan-delt. Die meisten Gebäude und Anlagen rings um die Stadt wurden nicdergerissen oderverbrannt. Vom 4. Nov. an war dieBcsatzungdurchausaufihreVerschanzungenbeschränkt.Jetzt wollte Saint-Cyr sich auf dem rechten Elbufer nach Torgau den Weg bahnen. Er fo-derte daher von den Einwohnern einen Theil der von ihnen ausgezeichneten Lebensmittel,damit das Heer Mundvorrath hätte. Hierauf zogen am 6. unter Lobau IOOOO M. Fußvolkund IOOO M. Reiterei nebst 200 Wagen aus der Neustadt auf die Straße nach Großen-hain , wurden aber auf derFlächc der Drachenberge bei Reichenberg von dem Fürsten von Wied-Runkel zurückgeschlagen, sodaß sie Abends wieder in dieStadt einrückten. GrafDumäs ließ nundie noch vorhandenen Getreide- und Mehlvorräthe aus den Stadtmühlen und den öffentlichenAnstalten weguehmen; die Mühlen standen still und viele Brunnen versiegten,-weil das Was-ser abgeschnitten war. Mit dem Hunger zugleich wüthete das Nervenfieber unter Soldaten.und Einwohnern. Die Krankenhäuser lieferten täglich über 200 Todte und in der Stadtstarben wöchentlich 2 — 300 Menschen. So mußte cs endlich zur Capitulation kommen, dieSaint-Cyr am I I.Nov.mit Klenau zu Herzogswalde abschloß und nach welcher die Besatzungvom 12.— l 6. Nov. frei abzog, aber die Waffen strecken mußte. Sie bestand zusammen aus1759 Offizieren und 27714 Gemeinen. Über OOOOKranke blieben in den Spitälern zurück.Die Capitulation wurde indeß von dem Oberbefehlshaber, dem Fürsten von Schwarzen-berg, nicht genehmigt, der General Klenau deshalb in Anklagestand versetzt.und Saint-Cyrnebst dem größten Theile der Besatzung kriegsgefangen nach Mähren und Ungarn abgeführt.Vom 17. Nov. an führte nun der russ. General Gouriew den Oberbefehl in der Stadt, dieeine starke russ. Besatzung erhielt und der Sitz der russ. Landesverwaltung unter dem FürstenRepnin wurde. Vgl. Odeleben, „Napoleon's Feldzug in Sachsen imJ. 1813"(Dresd. 1815;3. Aust., 1840) und Lindau, „Darstellung der Ereignisse in D. im1.1813" (Drcsd. 1816).
Dreux, das vurocassis der Gallier, im franz. Departement Eure und Loire, bekanntdurch die daselbst 1562 zwischen Katholiken und Hugenotten gelieferte Schlacht, war ehedemBesitzthum eines gleichnamigen von Ludwig dem Dicken abstammcnden Grafengeschlechtsund kam nach AuSsterben der ältern Linie desselben in der Mitte des I4.Jahrh. durch Kaufan die Krone zurück. In jüngster Zeit hat D., wo die Mutter des Königs Ludwig Philippeine Kirche gründete, als Begräbnißort der Familie Orleans, ein erhöhtes Interesse erhalten.Nächst der Begründerin, die 1821 starb, sind daselbst bereits die Prinzessin Maria (1839)und der Thronerbe Frankreichs, der Herzog Ferdinand von Orleans (1842), beigesetzt.
Dreyer (Joh. Matth.), ein Schöngeist, nicht ohne Witz und satirische Einfälle, aberohne poetisches Genie, ohne Religiosität und Wahrheit, geb. zu Hamburg >716, starb da-selbst als Holstein. Titularsecretair 1769. Seine meisten Gedichte hatten nur locales In-teresse; gesammelt erschienen sie auf Kosten seiner Witwe (Altona 1771). Am stärksten warer in Sinngedichten. Seine „Schöne Spielwerke beim Wein, Punsch, Bischof und Kram-bambuli" (Hamb. 1763), eine Sammlung sehr anstößiger Trinksprüche, erregte einen förm-lichen Aufstand in Hamburg; alle Prediger eiferten auf der Kanzel gegen die darin enthal-tenen Ruchlosigkeiten; sic wurde nicht nur confiscirt sondern unter dem Läuten der Schand-glocke öffentlich verbrannt, sodaß sie sehr selten geworden sind.
Driburg, im Mittelalter Iburg, ein Städtchen der preuß. Provinz Westfalen, dreiMeilen von Paderborn, mit 2100 E., ist besonders merkwürdig wegen der nahen Mineral-quellen, die bei Unterleibskrankheiten» in hypochondrischen und hysterischen Zufällen, gegenSchwäche und Reizbarkeit der Nerven, Magenkrämpfe und Koliken, Rheumatismen, Gicht,Dcvrbut und Ausschläge gebraucht werden. Auch sind Tropf-, Dunst- und Dampfbäder