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4 (1845) D bis Entern
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476
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476 Dresden (Schlacht)

straße der Franzosen in Sachsen vor. Da Blücher den Kaiser Napoleon an der schles. Grenzebeschäftigte, so beschloß man, D-, als den Schlüssel der franz. Stellung in Sachsen, weg;»,nehmen. Die Russen und Preußen, unter Wittgenstein und Kleist, rückten auf der pirnai-schen Straße bis vorD.; die Östreicher aber in dem längsten Bogen auf der Straße vonKommotau. Eilboten riefen jetzt Napoleon-nach D. zurück, und der König von Neapel trafbereits am 24. Aug. ein. Am 25. umzingelten die Verbündeten die Stadt bis an die Wei-scritz. Ihr Heer war mit Inbegriff der als Rückhalt bei Tharand ausgestellten Abtheilungunter Klenau gegen 220000 M. stark und ihre Stellung sehr vorthcilhaft; der Kaiser Ale-xander hatte sein Hauptquartierin Röthenitz, der König vonPreußen in Lockwitz. Am 26.Aug.früh um 5 Uhr begann Ziethen den Angriff und warf die Franzosen aus dem Großen Gar-ten, während gleichzeitig auch die Russen und Östreicher auf andern Punkten nicht ohne Er-folg vordrangen. Ein rascher Sturmangriff hätte wahrscheinlich entschieden; aber der linkeFlügel, welcher die fast gar nicht vertheidigte Friedrichstadt entschließen sollte, war noch nichtweit genug vorgerückt, um hier anzugrcifen, und der dadurch bedingte Verzug rettete dieStadt. Napoleon war nämlich mit dem Kerne seines Heers am 23. Aug. in Eilmärschenvom Bober über Görlitz nach D. aufgebrochen. Am 26. halb 10 Uhr Vormittags zog ermit einem Theile seiner Garden in die Stadt, nachdem er schon in Stolpen den Schlachtplanentworfen, Vandamme gegen Pirna hin entsendet und das Schlachtfeld von den Höhen derbantzcner Straße übersehen hatte. Von Mittag an zog nun eine Masse von mehr als 60000 M.auf der bautzcner Straße in die Stadt, um sogleich im Sturmschritt auf das Schlachtfeld zueilen. Schon hatten sämmtliche Garden und die Reiterei unter Latour-Maubourg die Elbepassirt, als Nachmittags um 4 Uhr die Verbündeten in sechs Heerhaufen unter fortwährcn-dem Geschützdonner vor die Stadt rückten. Fünf starke sich gegenseitig verteidigende Schan-zen deckten die feste Linie, welche D. vom Ziegelschlagc östlich an der Elbe bis zum freibergerSchlage an der freiberger Straße und der Weiscrih umgab. Die heftigsten Angriffe hattenvor dem Ziegelschlage bei Blasewitz und bei den Schanzen an den Straßen nach Räcknitzund Plauen statt. Die Preußen fochten mit großem Muthe im Großen Garten und dräng-ten die sogenannte Junge Garde bis an die Mauern des Anton'schcn Gartens in der Pirnai-sche» Vorstadt, wo sie indeß, von den Kugeln ihrer Waffenbrüder begrüßt, von neuem sichin de» Kampf stürzen mußten. Nach 6 Uhr waren die Preußen wirklich bis in die PirnaischeVorstadt cingedrungen, die Schanze vor dem Freiberger Schlage war von den Ostreichen!genommen und das noch weit stärkere Werk vor dem Moczinski'schen Garten von einemungar. Ncgimcnte erstürmt worden. Da unternahmen die Franzosen einen allgemeinenAngriff. Aus dem Rückhalte stürmten die Garden mit 16 Kanonen hervor und trieben diePreußen aus der Vorstadt zurück; auch das Werk vor Moczinfli's Garten war gegen 7 Uhrwieder genommen. Jetzt erkannten die Verbündeten die Unmöglichkeit, eine von 200000 M.v-rtheidigtc und so gut befestigte Stadt zu erobern; sie zogen sich daher bei Einbruch der Nachtin ihre vorige Stellung auf die Anhöhen zurück; die Franzosen aber lagerten sich vor denSchlägen und in den Vorstädten.

Unterdessen zogen unaufhörlich Truppen und Geschütz über die Brücke in D. ein. AmMorgen des 27. Aug. rückten die Armeecorps unter Marmont und Victor in die Schlacht-linie, und um 6 Uhr begann die Schlacht aufs neue. Vergebens griff Napoleon wiederholtdas Mitteltrcffen der Verbündeten auf den Höhen von Zschernitz und Räcknitz an. GegenIO Uhr wandten sich die Anstrengungen der Franzosen gegen den rechten Flügel, wclcherausRussen und Preußen bestand; doch ward fortwährend, obwol schwach, das Mitteltreffen be-schossen, und hier war es, wo eine Stückkugel aus einer franz. Feldbatterie gegen MittagMoreau (s. d.) in der Nähe Alcxander's tödtlich verwundete. Die entscheidende Unter-nehmung aber war gegen den linken Flügel gerichtet, welcher sich von Töltschen an der west-lichen Thalwand des Plauischcn Grundes bis gegen Gorbitz, an der Heerstraße nach Frei-bcrg, ausbrcitete. Die hier ausgestellten östr. Truppen waren zum Theil neu geworben undschlecht gerüstet, dabei durch die härtesten Entbehrungen in dem ausgeplünderten Lande mehroder weniger cntmuthigt. Da sie durch das tiefe Weiseritzthal von dem Mitteltrcffen gänz-lich abgeschnittcn und nicht stark genug waren, um mehre wichtige Punkte gehörig zu halten,wo von derssreibergcr Heerstraße Schluchten nach der Elbe abfallcn, so gelang es dem König