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4 (1845) D bis Entern
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475
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Dresden (Schlacht) 472

sprengen und zog mit seinen Truppen ab; zurückblieb der General Durutte mit 3000 M.Schon am 22. mußte die Neustadt einer Kosackcnabeheilung übergeben werden. Vier Tagedaraus setzten einige hundert Kosacken über die Elbe. Auch Durutte verließ nun D., undnoch denselben Abend rückte ein kleiner Haufe Fußvolk von der Heeresabtheilung unter Win-zingrrodc in die Altstadt «in, worauf die Russen unter- und oberhalb der Stadt Brückenschlugen. Auf Winzingerode folgte Blücher, dessen Heer bis zum >6. Apr. bei D. über dieElbe ging. An die Preußen schloß sich das zweite russ. Heer unter Miloradowitsch, und am24. hielten der Kaiser von Rußland und der König von Preußen an der Spitze ihrer Trup-pen ihren Einzug in D. In Folge der Schlacht bei Lützen (s. d.) zogen sich seit dem 4.Mardie Heere der Verbündeten über D. und Meißen auf das rechte Elbufer. Am 8. Mai hiel-ten die Russen nur noch die Neustadt besetzt, während das franz. Heer unter Napoleon in dieAltstadt einrücktc. Aus beiden Ufern ward an diesem und am folgenden Tage heftig von denWällen und aus den Häusern gefeuert. Der hartnäckigste Kampf fand am untern Elbuferstatt, wo die Franzosen eine Brücke schlagen wollten. Am 10. früh zogen sich die Verbünde-ten nach Bautzen zurück; die Franzosen aber rückten ihnen auf dem Fuße nach. Seitdem la-stete die Verpflegung der großen franz. Armee auf der Stadt und der erschöpften Gegend.D. war der Hauptplatz für die großen Feldspitälcr und für die unter dem Generalintendan-ten Mathieu Dumas stehende Heeresverpflegung und Verwaltung. Am l2. Mai erfolgteauch die Rückkehr des Königs von Sachsen. Nach dem Plane deS Generals Rogniat wurdenun die Neustadt von den Franzosen mit ebenso viel Kunst als Thätigkeit befestigt. In D.blieb, nachdem der Kaiser am l8. Mai auf der Straße nach Bautzen abgereist war, alsOberbefehlshaber sämmtlicher Truppen in Sachsen der Divisionsgeneral Durosnel. DerPreis der Lebensmittel aber stieg schon jetzt, bei dem Ungeheuern Bedarfe, täglich höher.Nach den Schlachten bei Bautzen am 20. und 2>. Mai mußten in D. über 2000V Ver-wundete mit allem Nöthigen versorgt werden. Die leicht Verwundeten und viele Krankewurden bei den Bürgern untergcbracht, sodaß die ganze Stadt den traurigen Anblick einesgroßen Krankenhauses darbot. Noch höher stieg die Noth während des nun folgenden zehn-wöchentlichen Waffenstillstands. Die kostbare Verpflegung der kaiserlichen Garden und desgroßen Hauptquartiers, indem stets gegen 30000 M. in der Stadt lagen, zerrüttete das Ver-mögen der meisten Hausbesitzer, obglsich der Glanz des kaiserlichen Heerlagers, wohin auchein Theil der franz. Bühne versetzt war, viel Schimmer über das Ganze verbreitete, und derZufluß von Menschen viel Geld in Umlauf brachte. Rastlos wurde an der Befestigung D.sund an dem verschanzten Lager am Fuße des Liliensteins gearbeitet, w» 60000 M. sich auf-stellen konnten. Zwei Brücken setzten das Lager mit der Festung Königstein in Verbindung.Eine für Geschütz fahrbare Straße wurde durch die Gebirge des Amts Hohenstein gebahnt,um die Verbindung mit dem gegen Schlesien vorrückenden Heere über Stolpen herzustellen.Die Werke am rechten Elbufer um die Neustadt deckten die berliner, die warschauer und diebautzener Straße; unter ihnen war die Kaiserschanze vor dem Schwarzen, jetzt BautzenerThore mit einem bombenfesten Blockhause, welches, später zu einem Pulvermagazine verwen-det, am 27.Juni 1814 in die Luft flog, das stärkste und kunstreichste. Auch um die Vorstädteder Altstadt wurde eine ausgedehnte Verschanzungslinic gezogen, und zahlreiche Truppenlagerten im Bereiche der Werke auf beiden Ufern. In dieser Zeit wurden der Fürst Metter-nich und der Graf Bubna und Littih aus dem Feldlager Alexanders nach D. entsendet, umwegen des Friedens zu unterhandeln ; doch die Unterhandlungen zerschlugen sich, und. am17. Aug. brach der vielfach vorbereitete Krieg aufs neue los. D. blieb der Mittelpunkt derBewegungen des franz. Heers. Napoleon war schon am 15. Aug. über Bautzen nach Schle-sien gegangen. Vandamme, der mit 40000 M- von der untern Elbe heraufgckommen war,zog vom 17.—19. auf das rechte Elbuser, wo er sich nebst Poniatowski gegen die böhm. Grenzeauf Rumburg und Gabel wendete. Ganz unerwartet drang das große Heer der Verbünde-ten, unter dem Fürsten von Schwarzenberg, in vier Abtheilungen aus den böhm. Gebirgs-pässen auf dem linken Elbufer vor. Die Russen unter Wittgenstein warfen den MarschallGouvion Saint-Cyr, welcher mit 20000 M. jene Pässe bewachte, aus den festen Stellun-gen bei Gießhübel und Pirna, sodaß er am 22. Aug. sein Hauptquartier von Pirna nach D.verlegen mußte. Die Hauptmacht der Verbündeten drang nun auf der großen Verbindung«-