Dresden
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kais" (2. Ausl., Dresd. 18-11)- Schätzbar für die Kunstgeschichte sind auch die sechs nachNafael's Zeichnungen in Wolle gewirkten Teppiche, welche nach einer alten, wenig wahr-scheinlichen Sage von Leo X. dem sächs. Hose geschenkt wurden und jetzt in dem Gebäudeauf der Brühl'schen Terrasse aufgestellt sind. Eine der trefflichsten Kunstanstalten ist end-lich die bereits von August II. gegründete, seitdem durch große Meister (Hasse, Naumann,Paer, Weber) berühmt gewordene musikalische Kapelle, welche Hie Musik in der katholi-schen Hoskirchc, die Oper und die Hofconccrte besorgt und jährlich am Palmsonntage einOratorium im Opernhause aufführt. Die ital. Oper erlitt >831 einige Beschränkungenund ward >833 gänzlich aufgehoben, obgleich zuweilen noch Opern in ital. Sprache gegebenwerden. Durch die Pflege der deutschen Oper machte sich Karl Maria von Weber verdient;wie denn die Verdienste der dermgligen Kapellmeister, C. Ncsisiger und N. Wagner, nichtmit Stillschweigen übergangen werden dürfen, neben welchen auch der Cantor der Kreuz-schule, Julius Otto, zu nennen ist.
Das literarische Treiben in D. wird durch sechs Buchhandlungen, mehre Kunst- undMusikalienhandlungen sowie durch ein >832 errichtetes literarisches Museum, worin sichbereits die bedeutendsten deutschen, engl, und franz. Journale vorsinden, unterstützt. Be-trachten wir das gewerbliche Leben, so ist weder der Handel noch die Manufacturthätigkeitbedeutend, wiewol sich in neuern Zeiten der mercantilische Verkehr, besonders seit der Frei-heit der Elbschiffahrt und in Folge des Zollvereins, gehoben hat. Zu den wichtigsten Zwei-gen technischer Betriebsamkeit gehören Gold - und Siiberarbeitcn, Drechslerwaarcn, mu-sikalische Instrumente, Strohhüte und Strohgcflechtc, Papiertapcten, vorzügliche? Maler-tuch, Malerfarben, künstliche Blumen, cine Chocoladcn- und Kaffeesurrogatcnfabrik, Zuckcr-raffinericn u. s. w. D. ist reich an Wohlthätigkeitsanstalten, wozu außer mehren altenStiftungen für Dürftige der seit >803 gegründete Verein zu Nath und That gehört, derein eigenes Capitalvermögen von mehr als >80(10 Thlr. besitzt und ein Vermögen von30000 Thlr. an ihm anvertrauten Stiftungen verwaltet, sowie die ursprünglich von Pri-vatpersonen gegründete, 1830 zur Landcsanstalt erhobene Erziehungs- und Heilanstaltfür Blinde. Die Armenvcrsorgung wurde 183l ncueingerichtet und umfaßt gegen 6000Individuen mit einem Aufwande von mehr als 17000 Thlr. Mit dem 1760 gegründetenLeihhausc wurde die 1821 gestiftete Sparkasse >828 in Verbindung gesetzt. Zu den wich-tigsten Anstalten für di; Gesundheitspflege gehört die 1821 von Struve gegründete Anstaltfür die Bereitung künstlicher Mineralwässer, die 1829 mit einem Apparat.für Anwendungtrockener und feuchter Dämpfe nach Napou's Muster verbunden wurde und durch gauzEuropa Filiale hat. Die beachtungswerthcsten Punkte in der Umgegend D.s sind der GroßeGarten, das Linkc'sche Bad, Findlater's Weinberg, das romantische Dorf Loschwitz, derPlauische Grund, welchen Becker beschrieben hat, das Müglitzthal mit dem Schlosse Wee-senstein und eine Menge anmuthigcr Thalgründe. Eine Übersicht der Stadt gibt Nichter's„Panorama von der Kuppel der Frauenkirche" (Dresd. 1823) und das Panorama aus derVogelperspective von Arldt und Sticßberger, lithographirt von Zöllner (Dresd. 1833). Vgl.Lindan's „Merkwürdigkeiten D.s und der Umgegend" (3. verb.Aufl. von I. G. Wiemann,Dresd. >833) und Wiemann's und Lindan's „Taschenbuch für die Besuchenden der Sächs.Schweiz" (Dresd. 1833), sowie Gottschalck, „D. und die sächs. Schweiz" (Dresd. 1832).
D. entstand in Folge allmäliger Vermehrung armseliger Fischerhütten slawischer An-siedler zu beiden Seiten dc§ Elbufers, welche am rechten Elbuser im 1 >. Jahrh. sich zu Dör-fern vereinigten, deren Namen, wie Ostra, Poppitz, Fischersdorf u. s. w-, sich noch als Benen-nungen einzelner Theile der Stadt erhalten haben. Das Vorhandensein eines Orts unterdem Namen Dresden beurkundet im I. 1206 ein daselbst Unterzeichneter Fehdcbrief desMarkgrafen Dietrich zu Meißen gegen den Burggrafen von Dohna. Anfangs im Lehen derBischöfe zu Meißen kam es nachher an die Markgrafen von Meißen. MarkgrafHcinrich derErlauchte wählte es >270 zu seiner Residenz, worauf es schnell sehr bedeutend sich hob. Al-brecht der Unartige verkaufte D. an den König Wenzel von Böhmen, dem sich jedoch die Be-wohner widersetzten; hierauf kaufte es der Markgraf Waldemar von Brandenburg, dererim J. 1300 an Friedrich den Gebissenen verpfändete. Erst nach Waldemar's kinderlosemTode kam cs 1319 wieder an Meißen. Bei der Theilung Sachsens zwischen Ernst und