Druckschrift 
4 (1845) D bis Entern
Entstehung
Seite
471
Einzelbild herunterladen
 

Dre-den

471

Modcllircn und ist seit l 819 mit einer Lauschule vereinigt. Sie veranstaltet jährlich imAug. Kunstausstellungen, mit welchen von >827—31 auch eine Ausstellung von inlän-dischen Gewerberzeugnissen verbunden war. Die 1828 gegründete, >832 in ihrem Lehr-plan erweiterte technische Bildungsanstalt ist für die wissenschaftliche Vorbildung des Ge-werbstandcs bestimmt. Unter den wissenschaftlichen und gemeinnützigen Vereinen sind zuerwähnen die 1763 gestiftete Ökonomische Gesellschaft; die >816 unter Werner's Mitwir-kung zu Stande gekommene Mineralogische Gesellschaft, die sich neuerdings mit der 1818gestifteten Gesellschaft für Natur - und Heilkunde vereinigt hat; die Gesellschaft Flora fürGartenbau und Botanik seit 1828, welche jährliche Gewächs - und Fruchtausstellungen ver-anstaltet; der Kunstverein seit >828; der Statistische Verein, der seit 1831 mit einer gro-ßen Anzahl von in Sachsen zerstreuten Zweigvereincn, von denStaatsbehörden unterstützt,Materialien zur Landesstatistik sammelt; die Bibelgesellschaft seit >813 und der Missions-verein seit 1819; der Alterthumsverein seit 1825 bestehend, unter der Protection und demVorsitze des Prinzen Johann, dessen Sammlungen in dem Parterre des königlichen Palaisim Großen Garten und dessen Bibliothek im Vereinslocale im Erdgeschosse deS prinzlichenPalais aufgestellt ist; der Pädagogische Verein seit 1833, womit seit 1836 eine Beschäf-tigungsaustalt für Mädchen und später auch eine für Knaben in seinem vor dem LöbtauerSchlage gelegenen Hause und Gartengrundstücke verbunden wurde; die 1836 gegründete Am-monsstiftung zur Unterstützung junger Predigtamtscandidaten und Schullehrer; der Gewerb-verein seit 1833 und die gleichzeitig errichtete Gesellschaft für Naturkunde, Isis genannt.

Die Sammlungen für Wissenschaft und Kunst, die ihre Grundlage größtentheils demKurfürsten August verdanken, vorzüglich aber nach dem Anfänge des 18. Jahrh. bereichertwurden, tragen um so mehr zur Erregung des geistigen Lebens bei, da sie seit 1828 und be-sonders seit 183» dem Publicum zugänglicher geworden sind und eine verbesserte Aufstel-lung und Anordnung erhalten haben. Als die wichtigsten sind zu erwähnen: I) Die königlicheöffentliche Bibliothek im Japanischen Palais von ungefähr 30»»»» Bänden ist reich an vielenSeltenheiten und besonders vollständig in den Fächern der Literaturgeschichte des klassischenAlterthums, sowie der Geschichte Frankreichs und Deutschlands. Außerdem besitzt dieselbe über182»»» Dissertationen und kleinere Schriften und 28»» Handschriften. Hauptbestandtheilesind die prachtvolle Bibliothek des Grafen Bünau, welche 1763, und die des Grafen Brühl,welche >768 angekauft wurden. Vgl. Ebcrt, „Geschichte und Beschreibung der königlichenöffentlichen Bibliothek zu D." (Lpz. >822) und Falkenstein, „Beschreibung der könig-lichen öffentlichen Bibliothek zu D." (Dresd. >839). Eine zweite bedeutende Bibliothekvon 2»»»» gedruckten Büchern, 25» Handschriften u. s. w., ist die in der zweiten Hälftedes vorigen Jahrh. durch die Kurfürstin Maria Antonia von Sachsen gestiftete, dermalendem Prinzen Johann gehörige prinzliche Secundogeniturbibliothek und im prinzlichen Pa-lais aufgestellt. Unter den andern jedoch nicht dem Publicum offenstehenden Bibliothekensind zu erwähnen bieder Medicinisch-chirurgischen Akavemie von ungefähr >»»»» Bänden,die der Ökonomischen Gesellschaft von 8»U», die der Thierarzneischule von 5»0», die dertechnischen Bildungsanstalt von 3»v» und die der Akademie der bildenden Künste von 13»»Bänden. Vgl. Petzholdt, „Wegweiser für D.s Bibliotheken" (Dresd. 1833). Noch sindanzusühren die deS Königs von 8 — »»»», ausgezeichnet im Fache der Botanik und derKupferwerke, die des Cadettenhauscs von 8»»0, die der Kreuzschule von 5Ü»0 Bänden, wo-mit noch eine deutsche Schülerbibliothek von mehr als 2»»v verbunden ist. 2) Das Münz-cabinet, ebenfalls im Japanischen Palais befindlich, vorzüglich wichtig für die sächs. Münz-kunde, war schon unter Johann Georg II. bedeutend, insbesondere wurde cs unter August I.und II. und unter Friedrich August sowol durch Ankäufe einzelner Stücke wie durch denKauf detz ganzen Madai'schen Groschencabinets ansehnlich bereichert. 3) Das Naturalien-cabinet im Zwinger ist ausgezeichnet in der mineralogischen, mehre Seltenheiten enthalten-den, sowie in der zoologischen, namentlich der ornithologischm Abtheilung. 3) Das histo-rische Museum ebendaselbst wurde 1833 aus der ehemaligen Rüstkammer und einem Theileder Kunstkammer gebildet und enthält, chronologisch geordnet, viele für Sittengeschichte undEthnographie Interessante Gegenstände. Vgl. Quandt, „Andeutungen für Beschauer deshistorischen Museums" (Dresd. 1833). 5) Die gleichfalls im Zwinger aufgestellte Samns

' ^2