Dresden 469
markte; das PrinzenpalaiS in der Pirnaische» Vorstadt und das ehemalige Palais desPrinzen Maximilian an der Ostraallee, beide gegenwärtig im Besitz des Prinzen Jo-hann; das ehemalige Stallgcbäude, seit 1832 umgcstaltet und bestimmt zur Aufbewah-rung der Gemälde und Eypsabgüsse, sowie der Ecwehrsammlung; das neue Postge-bäude auf dem Antonsplatz; die in großartigem Stile 1833 erbaute Hauptwache; dieFreimaurerloge in der Ostraallee; die königlichen Ställe am Zwingerteiche; das 18-12 vomHofbaumcister von Wolframüdvrf in dem sogenannten königlichen Orange - oder Herzogin-gartcn erbaute massivsteincrne Orangeriehaus mit prächtiger Facade, zur Unterbringungder Orangerie, welche im Sommer gewöhnlich im Zwinger ausgestellt ist; das 1837 be-gonnene und 1810 durch den Baumeister Semper beendigte neue Theater im ital. Dörf-chen unweit des alten Schauspielhauses, welches mit seiner vordem nach der katholischenKirche zugewendeten Seite einen Halbkreis bildet, an welchen sich ein Viereck anschlicßt,mit welchem links und rechts zwei viereckige Flügel oder Anbaue verbunden sind, das inder Länge >23, in der Breite >20 Ellen und mit dem Dach eine Höhe von 58 Ellenhat, äußerlich mit Bildsäulen und auf seinen Giebelfeldern und Friese an der Fronte mitausgezeichneter Bildhauerarbeit versehen ist, innerlich aber wegen der kostbaren Malerei,Vergoldung und Stukkaturarbcit, sowie wegen der Zweckmäßigkeit seiner Einrichtung jeden-falls dermalen das schönste Theater Deutschlands ist; die auf der Terrasse des Brühl'schcnGartens 1812 erbaute prachtvolle Hoßfeldssche Restauration in Form eines Halbkreises,Belvedere genannt, und endlich das etwas näher der Brücke zu ebendaselbst befindliche, klei-nere, 1813 vollendete Kaffeehaus des Italieners Torniamenti mit kostbarer Einrichtung imNoccocogeschmack. In Neustadt sind besonders zu bemerken das Blockhaus an der Brücke,die Kasernen, das Cadcttenhaus und das sogenannte Japanische Palais. An sonstigen merk-würdigen Denkmälern und Bauwerken ist D. nicht reich. In Altstadt hat es die 1813 auf-gestellte kolossale Bildsäule des Königs Friedrich August in sitzender Stellung, von massiverBronze nach dem Modell Rietschel's gefertigt, mitten im Zwinger auf einer hohen Basis vonGranit; ferner an der Ecke des botanischen Gartens in der vom Zeughausc nach dem Elb-berge führenden Msritzallee das in Stein gehauene und bei der Zerstörung der Festungs-werke rcstaurirte Denkmal des Kurfürsten Moritz und auf dem Postplatze die 1813 in Folgeeiner Stiftung des Freiherrn von Gutschmidt nach Scmper's Plane errichtete und mit einem'Brunnen umgebene sogenannte Choleraspitzsäule aus Sandstein mit kleinen prächtigen Bild-säulen. Auf dem Freiplatze vor der Brücke in der Neustadt befindet sich die 1736 errichteteReiterstatue des Königs August's 11-, von einem augsburger Kupferschmidt L. Wiedemannverfertigt, und in der Friedrichstadt endlich erhebt sich seit 1835 in den neuen Gartenanlagenan der Weiscriß die aus Eisen gegossene kolossale Büste des Königs Anton auf einem hohenFußgestclle von Granit. Nicht ganz zu übergehen sind noch wegen ihrer sonderbaren und im-mer wieder veränderten kostspieligen Verzierungen die auf dem Alt- und dem Neumarkte derAltstadt befindlichen Brunnen, sowie die 1711 angelegte und >83» erweiterte und verschö-nerte, über die Weiseritz von der Altstadt nach der Friedrichstadt führende Friedrichsbrückevon 110 Ellen Länge und 15 Ellen Breite.
Die bewohntesten Stadttheile sind die innere Altstadt, die Pirnaische und die Wilsdruf-fer Vorstadt. Die Gesammtzahl der Einwohner betrug am Schlüsse des 1.1813 einschließ-lich des 7613 Seelen betragenden Militairs 86601 und zwar 73037 Protestanten, 1635Katholiken, 619 Neformirte, 71 griech. Katholiken und 626 Juden. Seit der Einfüh-rung der Städteordnung im I. 1832 bilden die drei Stadttheile Eine Gemeinde; wegenAbgabe der Gerichte an die Stadt ist zwar viel verhandelt worden, aber noch nichts ent-schieden, obschon die Majorität der Stadtverordneten 1813 sich für die Abgabe erklärte.Die Police! wird von einer eigenen Behörde verwaltet. Die Stadt hat fünf Wasserlei-tungen, vier für Altstadt und Friedrichstadt und eine für Neustadt, welche dermalen durchdas durchgängige Legen von Steinröhren eine wesentliche Veränderung und Verbesse-rung erfahren haben. Ein artesischer Brunnen wurde > 832—33 auf dem Antonsplatze,ein anderer 1832 — 36 in der Antonstadt von dem Stadtrath Siemen gebohrt; crstereraber lieferte seit 1831 nur noch ein so geringes Quantum Wasser, daß man in das zurAufnahme desselben bestimmte Bassin Röhrwasser zu leiten sich zenöthigt sah, und lctz-