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4 (1845) D bis Entern
Entstehung
Seite
468
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46 S Drescher Dresden

Drescher oder Drcschgärtner heißen in einigen Gegenden Deutschlands diejenigenlandwirthschaftlichen Arbeiter, die auf dem Grund und Boden größerer Güter angesessen,in Besitz eines Hauses und einiges Ackerlandes sind, wofür sie dem Gute gegen einen be-stimmten Lohn oder gegen Naturalien Zinsen und Dienste, letztere besonders zur Erntezeitund beim Dreschen, leisten müssen. Diese Ablösungsart der Arbeiter ist aber in keiner Hinsichtzu empfehlen, da sie der Landwirthschasi große Fesseln anlcgt und die Production verringert.

Dresden, die Residenz und Hauptstadt im Königreiche Sachsen, an der Elbe im /meißner Kreise, nach neuern Beobachtungen 340 Par. F. über der Nordsee, in einer reizen- .den Thalebene, besteht aus der Altstadt, der eigentlichen Residenz, mit drei Vorstädten (der sPirnaischen, See- und Wilsdruffer Vorstadt), am linken Ufer der Elbe; ferner aus dervon dieser durch die Weiseritz getrennten Friedrichstadt, welche an der Stelle des ehemali-gen Dorfes Ostra von August ll. angelegt wurde und durch die vor dem Löbtauer Schlageentstandenen neuen Häuser eine Art Vorstadt erlangt hat; dann aus der Neustadt, amrechten Elbufer, die diesen Namen erst >730 erhielt, während sie bis dahin Altdresden hieß,und aus der Antonstabt, welche seit l 835 den Neuen Anbau und die neuen Anlagen an derNordscite der Neustadt unter diesem Namen zu einem neuen oder vierten Stadttheil verbindet.Nordwestlich davon liegen noch die sogenannten Scheuncnhöfe und weiter westlich (Stadt)Neudorf, beides zum Stadtweichbilde gehörig und somit gewissermaßen Vorstädte dcrAnkon-stadt. Seit der Abtragung der Festungswerke fortwährend verschönert, gehört D. nicht nurhinsichtlich der Naturschönheit, sondern auch in Betracht seiner äußern Erscheinung zu denfreundlichsten Städten Deutschlands. Die Altstadt hat vier freie Plätze, den Altmarkt, .Ncumarkt, den Antonsplatz und den Pirnaischen Platz; die Neustadt zwei, den Marktplatzund den Palaisplatz. Nicht mit Unrecht hat Herder D. in Bezug auf Kunst- und wissen-schaftliche Sammlungen das deutsche Florenz genannt. Zu den Sehenswürdigkeiten in der ^Altstadt gehören die seit 1260 erbaute, 1344 neu aufgeführtc und > 727 — 31 in ihrer fjahigen Schönheit vollendete, 552 Schritte oder 600 Ellen lange Elbbrücke von 16 Bogenund 17 Pfeilern, mit steinernen Nundbänken und eisernem Geländer, mit welchem zugleichdie Träger der 36 zur Beleuchtung derselben angebrachten Gaslatcrnen verbunden sind;die katholische Kirche, 1751 nach dem Plane des ital. Baumeisters Gaetano Chiavcri gebaut,mit einer berühmten Orgelvon Silbcrmann und mehren Gemälden von Rafael Mengs, z.B. ^die Himmelfahrt Christi, am Hochaltäre, die heil.Jungfrau und der heil. Joseph, an Neben- ^altären, von Silvestre, Hutin, Torelli, Thiele u.A.; die 1833 restaurirtr evangelische Hof- --oder Sophienkirche, 1351—57 für das Kloster der Grauen Brüder erbaut, zu Ende des >6.Jahrh. von Christian's 1. Witwe, Sophie, in ihrer jetzigen Gestalt vollendet, mit einer Sil-bcrmann'schen Orgel; die Kreuzkirche, deren Wiederaufbau, nachdem die alte im Bombarde- ,ment von 1760 zub Ruine geworden war, 1764 nach dem Plane des Baumeisters Schmidt,den später Exner und Eigenwillig theilweise umändcrten, begann und 1702 vollendet wurde,mit einem Altarblatt von Schenau und einer trefflichen Orgel, die namentlich in Folge der1820—32 durch den Orgelbauer Gämlich vorgenommcne Reparatur viel gewonnen hat;die Frauenkirche, 1726 von Georg Bähr begonnen und 1745 vollendet, von deren Kup-pelthurme man die schönste Rundsicht hat; die 1838 nach Semper's Plane begonnene und /1840 beendigte Synagoge im rein orientalischen Stile; das Brühl'sche Palais in der Au- ^gustusstraße, mit der einen reizenden Blick auf die Elbe darbictenden Terrasse, von demGrafen Brühl 1737 erbaut, später Eigcnthum der Krone, seit 1826 bis zum Tode desPrinzen Maximilian dessen Residenz, seitdem aber unbewohnt; das königliche Schloß, einformloses Gebäude, vom Herzog Georg 1534 angcfangcn und von August II. vollendet, miteinem über 177 Ellen hohen Thurmc; das Prinzenpalais, das von August II. 1718 ge-baut, 1760 von seinem Nachfolger verschönert, 1843—44, da es baufällig befunden ward,mehrfach verändert und erweitert wurde, die Wohnung des Prinzen Johann bildet; der Zwin- .ger von August II. zu dem Vorhofe eines großartigen Schlosses, welches in Friedrichstadterrichtet werden sollte, bestimmt, mit vier Springbrunnen; das Zeughaus, 1740 vollendet,ehedem sehr wohl ausgerüstet und berühmt, aber such jetzt noch manche Merkwürdigkeit ienthaltend; das Akademiegebäude, früher die Residenz des Herzogs Karl von Kurland; Idas Landhaus, in welchem sich die Stände versammeln; das Rathhaus auf dem Alt- >