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467
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Dreschen 467

bei, auf denen er sich allenthalben als eifrigen Verfechter der ministeriellen Interessen be-wahrte. Sein stark manierirter Vortrag, verbunden mit dem allzu sichtbaren Bestreben,seine Überzeugung Andern aufzudringen, war jedoch nicht geeignet, einen nachdrücklichenEinfluß auf die Verhandlungen sich zu gewinnen, und in seiner gereizten Stimmung wurdeer oft verletzend. Am Schlüsse der Ständeversammlung von > 831 wurde er zum Ministe-rialrathe befördert. Er starb am l. Nov. >836 an der Cholera. Unter seinen zahlreichenSchriften erwähnen wir „Über die Dauer der Völkerverträge" (Landsh. 1808), eine ge-krönte Preisschrift; „Übersicht der allgemeinen politischen, Geschichte, insbesondere Euro-pas" (-! Bde., Weim. 1814 —16; 2. Aufl., 1824) und „Öffentliches Recht des DeutschenBundes und der deutschen Bundesstaaten" (2 Bde., Tüb. > 820). Von Schmidts undMilbillcr's „Geschichte der Deutschen" lieferte er die Fortsetzung vom 21. — 27. Bande,die auch unter dem besondern Titel „Geschichte Deutschlands seit der Stiftung des Rhein-bundes" (Ulm 1824-30) erschien und bis zur Eröffnung des Bundestags herabgeht. AlsLeitfaden bei seinen Vorlesungen gab er „Grundzüge des bair. Staatsrechts" (Ulm 1823;2. Aufl., 1835) heraus; auch ließ er seine „Kleinen Schriften histor.-polit.-jurid. Inhalts"(Ulm 1827) und „Abhandlungen über Gegenstände des öffentlichen Rechts, sowol desDeutschen Bundes überhaupt als einzelner Bundesstaaten" (Münch. 1830) erscheinen.

Dreschen heißt den Samen oder die Körner der geernteten Feldfrüchte von dem Strohtrennen. Um dies zu erreichen, trieb man in den ältesten Zeiten Pferde, Ochsen und and.ereThiere über das Getreide, damit sie die Körner austratcn, was auch noch gegenwärtig bei man-chen Früchten, namentlich bei Hafer und Ölfrüchten, bisweilen Anwendung findet. Spätererfand man zu diesem Behuf Maschine», wie die Dreschwalze (tribul-, oder tribulum), diez. B. in den russ. Ostseeprovinzcn noch jetzt in Gebrauch ist, den Dresch sch litten (Irnlia)und denDreschwagen, welche vvn Öchsen oder Pferden gezogen wurden, endlich das eigent-liche Dreschen mit dem Dreschflegel auf der Scheuntenne, was bis jetzt die gewöhnliche Art zudreschen geblieben ist. Um jedoch bei dieser Arbeit den Aufwand an menschlicher Kraft, Arbeits-lohn und Zeit zu beschränken und die Körner so rein und vollkommen als möglich zu gewin-nen, hat man in neuerer Zeit wieder mehre Maschinen erfunden, die man in die sogenanntenDreschstampfen und in die eigentlichen Dreschmaschinen oder Dreschmühlen ab-theilen kann. Erstere, auf denen die geernteten Früchte gleichsam ausgestampft werden, fin-den sich häufig in den höher« Gebirgsgegenden des südlichen Deutschlands, in Kärnten,Krain u. s. w., und werden gemeiniglich vom Wasser getrieben. Letztere, viel vollkommenerin ihrer Art, find vorzüglich in England gebräuchlich, werden bald durch Wasser, bald durchZngthiere in Bewegung gesetzt und find von der verschiedenartigsten Einrichtung. Bei denmeisten werden die abzudreschendcn Früchte zwischen zwei Walzen durchgetrieben und da-durch von den Körnern befreit; an einigen hat man es auch versucht, ordentliche Dreschfle-gel anzubringen. In der neuern Zeit haben die Dreschmaschinen auch auf den großem Gü-tern Deutschlands mehr und mehr Eingang gefunden. Sie sind namentlich empfehlens-werth in wenig bevölkerten Gegenden, wo Mangel an Menschenhänden und deshalb dasArbeitslohn theuer ist. In sehr bevölkerten Gegenden dürften dagegen die Dreschmaschinenaus nationalökonomischen Rücksichten weniger an ihrem Örte sein, weil daselbst das Tage-lohn billig ist und durch diese Maschinenarbeit viele Menschen während des Winters ar-beitslos gemacht werden. Die sogenannte schot. Dreschmaschine galt lange für eine der besten,ist aber in der neuern Zeit von andern besser construirten Dreschmaschinen verdrängt worden.Zu diesen gehören die Bayer'sche, Seidl'sche, Ugazy'sche, Ragalscky'sche, Einkcrson'sche,Plantsche, Hepner'sche und Leitenberger'sche. Mit dem Dreschen ist zugleich auch das Rei-nigen des Getreides verbunden. Es geschieht dies thcils durch Würfen mit der Wurf-schaufel, theils mittels gröberer oder feinerer Siebe, theils mittels Getreidereinigungsmaschi-nen. Diese Maschinen bestehen entweder aus großen, aus Eisendraht geflochtenen Sie-ben, die in ein mit einem Kasten versehenes Gestelle eingefügt sind, oder in den sogenann-ten Windfegen oder Staubmühlen, einer neuern Erfindung, mittels deren Spreu, die ge-ringen und die schweren Körner voneinander getrennt werden, ohne daß es des Worfeln-oder Siedens bedürfte.

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