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4 (1845) D bis Entern
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466
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466 Dreistimmig Dresch

kamen allein binnen zwei Jahren 900000 Menschen um; Augsburg hatte statt 80000 nurnoch 18000 E. Ackerbau und Gewerbe lagen darnieder, Kunstfleiß und Handel waren ver-schwanden. Andere Nationen, Engländer, Holländer, Italiener und Schweizer, hatten ihnsich,in die Hände gespielt. Ein großer Theil deutscher Länder kam unter fremde Machthaberund blieb zum Theil für immer von Deutschland getrennt. Der politische Einfluß Deutsch,lands war so gut wie vernichtet, das Kaiserthum noch mehr als früher seine- Ansehens be-raubt ; die Freiheit des Bürger- unter den unerträglichen Bedrückungen zu Grunde gegen- ,gen, der Glaube in Aberglaube oder Unglaube umgewandelt und, was das Schlimmste, der ^Nationalsinn der Deutschen gebrochen. Erreicht war, daß die Lutheraner und Reformirtm -freie Neligionsübung in Deutschland erhielten und daß die Reichsfürsten von nun an unein- ^geschränkter Landeshoheit genossen. Bgl. neben Schiller'- „Geschichte des DreißigjährigenKriegs" (2 Bde., Lpz. 1802, fortgesetzt von Weltmann, 2 Bde., Lpz. > 808—9) Menzels„Geschichte des Dreißigjährigen Kriegs in Deutschland" (3 Bde., Brest. 1835—39), Fla-the's „Geschichte des Dreißigjährigen Kriegs" (4 Bde., Lpz. 1839), Barthold's „Geschichtedes großen deutschen Kriegs vom Tode Gustav Adolf's ab" (2 Bde., Stuttg. 1841—4>l) iund K. A. Müller's „Forschungen auf dem Gebiete der neuern Geschichte" (3 Lieferungen,Dresd. 1838 — 41).

Dreistimmig nennt man im strengern Sinne nur denjenigen Tonsatz, bei welchemdrei Instrumental - oder Vocalstimmen so verbunden werden, daß jede der drei Stimmen ih-ren selbständigen, mehr oder weniger melodiösen Gang erhält. Harmonische Behandlungder einzelnen Stimmen, wenn sie deren auch fähig sind, ist dabei ausgeschlossen. Damnennt man aber auch Tonstücke dreistimmig, wenn sie für drei Instrumente geschriebensind, die der Mehrstimmigkeit fähig sind, z. B. Pianoforte, Harfe, Violine, Violoncell, und 'die Harmonieführung also mehr als dreistimmig ist. Einen dreistimmigen Gesang nenn!man Terzett (s. d.), ein Tonstück für drei Instrumente Trio (s. d.).

Dreizack, Der Dreizack wird in der Mythologie dem Neptun als Symbol der Herr-schaft über daS Meer bcigegeben. Nach der Gewohnheit der griech. Städte, ihre Schutzgit-ter oder die ihnen eigenthümlichen Attribute auf Münzen zu setzen, erscheint der Dreizackvielfach auf Münzen des Alterthums, z, B. in Sagunt, Trözen u. s. w-, so auch auf denMünzen Siciliens, z. B. des Hiero u. A. Daß der Dreizack auch als Cohortenzeichen beiden Römern in Ansehen stand, beweisen die noch vorhandenen Ziegelstempel.

Drenthe, die am wenigsten bevölkerte und ödeste Provinz des Königreichs der Nie-derlande, begrenzt im Osten von Hannover, im Norden von Gröningen, im Westen »«»Friesland und im Süden von Oberyssel, hat einen Flächenraum von 45 OM. und eine Be-völkerung von etwa 72000 Seelen. Der völlig ebene Boden besteht zumeist aus großenMenen, Torfmooren und Sümpfen, unter denen die Echter Veenen gegen Oberyssel, dieSmiider Veenen gegen Friesland zu und das große Burtanger Moor die bedeutendsten sind.Die ärmlichen Bewohner treiben Viehzucht und etwas,Acker-, besonders Buchweizen-undKartoffelbau, außerdem Woll- und Leinweberei. Der Hauptort ist Meppel an der Aa, mit5700 E.; der Sitz der Provinzialbehürden ist in Assen am Hornedicp, mit 2000 E. ZmMittelalter gehörte D. als Grafschaft zum Deutschen Reiche; mit ihr wurden unter Kaiser eHeinrich III. die Bischöfe von Utrecht belehnt. Im ersten Viertel des 16. Jahrh. brachte sie Ider HcrzogKarl von Geldern an sich; doch sein Nachfolger mußte sie 1538 an Kaiser Karl V. >abtretm, der sie mit den Niederlanden vereinigte, worauf sie deren Schicksale theilte.

Dresch (Georg Leonh. Bernh. von), deutscher Staatsrcchtslchrer, geb. am 10. März >1786 zu Forchheim, studirte zu Bamberg und auf den Universitäten zu Würzburg und zh ,Landshut, wo er 1807 Doctor der Rechte wurde. Hierauf trat er 1808 als Privatdocent izu Heidelberg auf und wurde 18,0 als ordentlicher Professor der Geschichte nach Tübingenberufen, auch wurde er später zum Bibliothekar, Bücherfiscal und Censor ernannt und 1820zum Ritter der würtemberg. Krone erhoben. Tiefe Traurigkeit über den Verlust seiner Gat- ,tin veranlaßte ihn, aus seinen Verhältnissen in Tübingen zu treten. Er ging nach München, Iverehelichte sich jedoch bald darauf wieder und folgte nun einem Rufe an die Universität ILandshut, mit welcher er 1826 nach München verseht wurde. Zum Oberbiblivthckar undpater zum Hosrath ernannt, wohnte er als Abgeordneter der Universität mehren Landtagen