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4 (1845) D bis Entern
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465
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Dreißigjähriger Krieg 465

feinem Vorgänger nicht nach. Durch Brandenburg und die Lausitz drang er nach Schlesien vor,eroberte Großglogau und Schweidnitz und wollte sich, in Mähren festsetzen, als die neugewor-bene 33666 M. starke kaiserliche Armee, unter dem Erzherzog und Piccolomini gegen ihnanrückte. Geschickt wußte er über die Oder nach Krossen auszuweichcn und auf seinem Wegedurch die Lausitz nach Sachsen bis Leipzig Verstärkungen an sich zu ziehen, sodaß, als es beiBreitenfeld unweit Leipzig am 2. Nov. 1642 auf dem Sicgesfelde Gustav Adolfs zurSchlacht zwischen beiden Heeren kam, die Kaiserlichen eine furchtbare Niederlage er-litten. Während nun die Geschlagenen nach Böhmen flohen, überwältigte Torstenson Leipzigund rückte aufs neue gegen Mähren vor, um den Kaiser in Wien selbst anzugreifcn; aberebenso unerwartet schnell gelangte er auch in Schleswig und Holstein an, wo er Christian I V.von Dänemark, der, mit dem Kaiser verbündet, gegen dje Schweden sich zum Kriege rüstete, zurFlucht nach den Inseln zwang, worauf Wrangel (s. d.) ihm später im Aug. 1646 einenharten Frieden aufnöthigte. Dem vom Kaiser nachgesendeten Gallas, der Torstenson mitdän. Hülfe einzuschließen drohte, entging er anfangs durch künstliche Märsche und Gegen-märsche, lockte ihn dann in Gegenden, wo Hunger und Mangel im Heere eintreten mußte,und trieb endlich den Rest desselben nach Böhmen. Hier vernichtete er bald darauf bei Jan-kow am 24. Fcbr. l645 das neuaufgestellte Heer unter Hatzfeld und Gütz und bedrohte imVerein mit Nagotzy, Fürst von Siebenbürgen, die kaiserliche Hauptstadt. Nur der RücktrittRagotzy's, welchen der Kaiser erkaufte, und Torstenson's mislungenc Belagerung Brünnsretteten diesmal den Kaiser. Aus Böhmen gedrängt, zog Torstenson wieder nach Sachsenund nöthigte den Kurfürsten, dem Prager Frieden im Aug. >645 zu entsagen, legte aber balddarauf, durch seine Krankheit genöthigt, das Commando nieder, das nunmehr Wrangelerhielt. Jndeß waren auch die Franzosen nicht müßig gewesen. Guebriant, zum Theil mithessischen Truppen, hatte bei Kempen im Jan. >642 die Generale Hatzfeld und Lamboy ge-schlagen, sich nach Thüringen und dann wieder an den Rhein gewendet, wo ihn die bair.Generale Mercy und Johann von Werth hart bedrängten, darauf vom Herzog von Enghien,der Thionville eroberte, verstärkt, im Oct. 1643 Rottweil überfallen, hier aber eine, tödtlicheWunde davongetragcn. Haßfeld und Mercy schlugen in Folge eines nächtlichen Überfallsbei Schneegestöber das franz., einst dem Herzog Bernhard angchörige Heer bei Tuttlingenam 24. Nov. 1613. Die Franzosen sendeten nun Turenne, der vereint mit Enghien, ob-gleich von Mercy mehrmals geschlagen, endlich bei Allersheim am 3. Aug. 1645 einen Siegdavon trug, der Mercy das Leben kostete. Nach einer kurzen Rückkehr an den Rhein ver-einigten sich im Aug. 1646 die Franzosen und Schweden, die letzter» unter Wrangel, dran-gen durch Schwaben nach Baiern vor und nöthigten durch furchtbare Verwüstungen seinesLandes den Kurfürsten von Baiern, den ältesten und treuesten Bundesgenossen des HausesOstreich, indem ulmer Waffenstillstände am 14. März 1647 zum Abfalle vom Kaiser;worauf Wrangel wieder siegreich in Böhmen cindrang. Doch bald darauf brach KurfürstMaximilian den Waffenstillstand und trat wieder auf die Seite des Kaisers, und Werthund. Melander, der neue kaiserliche General trieben nun Wrangel wieder aus Böhmen. Dakehrte Turenne nochmals zurück und vereinigte sich mit Wrangel; Melander wurde bei Zus-marshausen unweit Augsburg besiegt und der bair. General Gronsfeld über den Lech zurück-gedrängt, worauf Baiern nun die ganze Last eines verheerenden feindlichen Zuges empfand,während der Kurfürst aus seinem Lande nach Salzburg entfliehen mußte. Zu gleicher Zeitwar der schweb. General Königsmark in Böhmen eingedrungen, hatte durch einen nächt-lichen Überfall die Kleinseite von Prag genommen und war im Begriff, auch die Altstadt an-zugrcifen, als die Kunde erscholl, daß zu Münster und Osnabrück der WestfälischeFriede (s.d.) abgeschlossen sei, der besonders durch die rastlosen Bemühungen des weisenund wohlmeinenden Grafen Trautmannsdorf zu Stande gekommen war. So endete denndieser greuelvvlle Krieg durch ein wunderbares Spiel des Zufalls an demselben Orte (Prag),wo er begonnen. Aber Deutschland war von einem Ende bis zum andern furchtbar ver-wüstet und verheert. Zwei Drittheile der Einwohner hatten durch Mord, Seuchen oderHunger ihr Leben verloren; in Böhmen, das zu Anfänge des Kriegs 3 Mill. reiche betrieb-same Protestanten zählte, lebten jetzt etwa noch 786606 katholische Bettler; in SachsenConv. - Lex. Neunte Aufl. IV. 30