46L Dreißigjähriger Krieg
knüpfte mit Sachsen, Schweden, Brandenburg und Frankreich abwechselnd Unterhändlern- 'gen an und bewirkte endlich durch dieses zweideutige Benehmen, daß er am 25. Febr. 1633 -mit des Kaisers Bewilligung zu Eger meuchlerisch ermordet wurde. An seiner Stelle über- .nahm, unter dem Obercommando Ferdinands III., Gallas den Heerbcfchl. Während nun IArnim erst allein siegreich nach Schlesien, und dann mit Bauer (s. d.) in Böhmen vordrang,Bernhard dagegen mit untergeordneten Zügen bald nach Franken bald nach Schwaben seineZeit verlor, zog das kaiserliche Heer an der Donau herauf, eroberte Regensburg wieder und ^brachte den beiden Generalen Herzog Bernhard und Horn in der Schlacht bei Nördlin- ,gen(s. d.) am6. Sept. 163-1 eine völlige Niederlage bei, wobei General Horn gefangen !wurde. Da nach diesem Siege die Östreicher wieder ungehindert über ganz Deutschland sich Iauszubreiten und ihre Verheerungen, namentlich in Hessen, aufs neue begannen, so schloß !der Kurfürst von Sachsen, aus Furcht und den Schweden ohnedies nicht hold, 1635 zu !Prag mit dem Kaiser einen Separatfrieden, nach welchem er die Lausitzen erblich erhielt. ^Auch Brandenburg neigte sich dem Kaiser immer mehr zu, bis es sich offen erklärte.
Demzufolge sah Frankreich, dessen Politik ein Obsiegen des Kaisers nicht wünschen !konnte, zum offenen, thätigen Bündnisse mit Schweden sich genöthigt, das in Gefahr war, zuunterliegen, und es begann nun der Französisch-schwedisch-deutsche Krieg. Anfangsmußte zwar Bauer, der das einzig noch übrige schweb. Heer befehligte, vor den überlegenerSachsen sich zurückziehcn, besiegte sie aber später bei Dömitz am 22. Oct. >635 und drangnun, von Torstenson verstärkt, in die Mark Brandenburg, eroberte Havelberg und bedrohteBerlin. Als hierauf der Kurfürst von Sachsen zu Hülfe eilte, wandte Bane'r sich ebensoschnell wieder in dessen Land zurück, das er aus Rache wegen des Kurfürsten Abfall furchtbarverheerte. Dann schlug er bei Wittstock im Brandcnburgischen am -1. Oct. l 636 die mitdem kaiserlichen General Hatzfeld vereinigten Sachsen völlig, befreite Hessen von tzen Ost-reichern und drang aufs neue in Sachsen ein, wo er Torgau und Erfurt eroberte und neueschreckliche Verwüstungen eintreten ließ. Vor Gallas' Übermacht zog er sich mit schlauerKriegslist nach Pommern, um diesen, als dessen Heer durch Mangel und Seuche geschwächtwar, kurz darauf siegreich vor sich her nach Schlesien und Böhmen zu treiben. Jndcß hatteauch Bernhard von Weimar, der durch den Vertrag zu Saint-Germain-cn-Laic Generalder franz. Armee geworden war, nach langwierigen Unterhandlungen mit Frankreich überseine Stellung und die ihm zu gewährenden Hülssmittel endlich im I. 1636 den Feldzugeröffnet. Er vertrieb zunächst die kaiscrlichen.Gcncrale Gallas und den Herzog von Loth- -ringen aus dem Elsaß, besiegte die Kaiserlichen bei Rheinfelden am 21. Febr. 1638, bei wel-cher Gelegenheit der östr. General von Werth gefangen wurde, eroberte am 7. Dec. dieHauptfcstung Breisach, nachdem er zweimal die zum Entsatz geschickten kaiserlichen Corpsgeschlagen, und rüstete sich zur Vereinigung mit Bane'r in Böhmen, als ihn ebenso uner-wartet als räthselhast am 8. Juli >639 der Tod traf. Das bereits auf ihn eifersüchtig'Frankreich, froh seiner los zu sein, wußte durch schlaue Mittel sich in den Besitz seiner Ero-berungen und seines Heers zu setzen, und schon wollte Schweden, hierüber misvergnügt, mitdem Kaiser Ferdinand III., der während dessen im I. 1637 seinem Vater auf dem Throne ,gefolgt war, den Frieden schließen, als Richelieu noch zu rechter Zeit dies hinderte und somitder Krieg aufs neue entbrannte. Zunächst wurde im Febr. >6-10 Bane'r von dem neuernami-ten östr. Generalissimus, Erzherzog Leopold Wilhelm, dem Piccolomini berathend zur Sei«stand, aus Böhmen nach Sachsen und Thüringen zurückgeworfcn. Hier aber verstärkte ersich wieder durch das franz.-weimarischeHecr unter Longueville und durch braunschwcig. undhessische Hülfstruppen. Unterdessen hatte sich derNeichstag zu Regensburg versammelt, aus -welchen der Kaiser mit den katholischen Ständen die ordnungsmäßigere Fortsetzung des ^Kriegs ^u bcrathen beabsichtigte. Da erschien plötzlich mitten im Winter, im Jan. 1631 , Bauermit seinem durch Marschall Gucbriant verstärkten Heere vor Rcgensburg und nur ein uner- -wartet eingetretenes Ereigniß vereitelte die Erstürmung der Stadt. Bane'r zog sich durch Böh- tmen nach Sachsen zurück und starb bald darauf am 20. Mai 1631 zu Halberstadt, in Folgeseiner Ausschweifungen. An seiner Stelle übernahm der Feldmarschall Torstenson (s- d-)den Oberbefehl. Obgleich durch die Gicht an Händen und Füßen gelähmt, sodaß «r meist i»einer Sänfte getragen werden mußte, stand doch Torstenson an Schnelligkeit der Bewegungen
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