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4 (1845) D bis Entern
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Dreißigjähriger Krieg

Verbindung mit Richelieu's Abgesandten, dem Pater Joseph, gelang, die Entlassung Wal-lenstein's, der sich auf seine Güter zurückzog, durchzusetzen. Das kaiserliche Heer wurdebedeutend (um 66606 M.) vermindert und Tilly zum Obcrfcldherrn desselben ernannt.

Doch jetzt erschien Gustav Ado lf(s. d.), König von Schweden, um den bedrängtenProtestanten Hülfe zu bringen, und es begann nun der Schwedisch-deutsche Krieg.Durch die Ausdehnung der kaiserlichen Gewaltherrschaft bis ans Baltische Meer bedenklichgemacht und durch Wallenstein's Unterstützung der Polen gereizt, dabei von heißer Liebe zuseinem Glauben entflammt, landete er am 2-1. Juni 163» an der pommerschen Küste,eigentlich auf der Insel Usedom, mit 15666 M. Sogleich vertrieb er allenthalben die kaiser-lichen Besatzungen, nöthigtc den Herzog Bogiflaw XIV. von Pommer» zu einem Bündnisseund zur Einräumung der Festung Stettin und zog hierauf nach Mecklenburg, wo er diegeächteten Herzoge in ihren Ländern wicderhcrstellte. Die Stadt Magdeburg, LandgrafLudwig Wilhelm von Hessen-Kassel und die Herzoge von Sachsen-Weimar schlossen sichihm freiwillig an, dagegen suchten Brandenburg und Sachsen diesem Bündnisse auszu-weichen, um, getrennt von dem Kaiser und den Schweden, in einen bcsondcrn Bund, dessenHaupt Johann Georg werden wollte, zusammenzutretcn. Jndeß rückte Gustav Adolf nachBrandenburg vor, drängte Tilly, der sich hier entgegenstcllte, zurück, eroberte Frankfurt ander Oder und Landsberg und verlangte vom Kurfürsten von Brandenburg die FestungSpandau, vom Kurfürsten von Sachsen die Übergabe von Wittenberg. Diese Unterhand-lungen verzögerten das Vorrücken der ,Schweden und gewährten Tilly und PappcnhcimZeit, Magdeburgs Eroberung und Zerstörung zu vollbringen (am 26. Mai >631). Jetzterst trat Brandenburg und, von Tilly geängstet, auch der Kurfürst von Sachsen mit denSchweden in Bündniß. Nach Vereinigung ihrer Truppen bei Düben gingen die verbünde-ten Fürsten Tilly entgegen, der sich nach erfolgter Verstärkung seines Heers durch den kaiser-lichen General Grafen von Fürstenberg bei Breitenfeld unfern Leipzigs aufgestellt hatte.Gustav Adolf erfocht hier über Tilly am 17. Sept. I63l einen glänzenden Sieg und zoghierauf durch Thüringen und Franken nach Baicrn, während der Kurfürst von Sachsenmit seinem General Arnim die Eroberung Böhmens übernahm. Der König eroberte Würz-burg und Mainz; er erzwang den Übergang über den Lech, wobei Tilly am 6. Apr. 1632tödtlich verwundet ward; er befreite Augsburg und zog mit Friedrich V. am 7. Mai inMünchen ein, worauf nunmehr auch andere protestantische Fürsten, wie Würtcmberg undBaden, sich an ihn anschlossen. Da zwang die Noth den Kaiser, Wallcnstcin unter dcmüthi-gcnden Bedingungen und mit unumschränkter Macht im Apr. 1632 wieder zum Feldherrnzu machen. In kurzer Zeit schuf dieser ein neues bedeutendes Heer, mit dem er zunächst dieSachsen wieder aus Böhmen trieb. Nachdem er sich dann mit Maximilian's Truppen, die sichaber unter seinen Oberbefehl stellen mußten, vereinigt hatte, zog er auf Nürnberg zu, woGustav Adolf im wohlverschanztcn festen Lager stand. Drei Monate lang harrten hierbeide Heere, einander gegenübergelagcrt, bis immer heftiger wüthender Mangel und Seuchencs nöthig machten, sie zu trennen. Wallenstein bedrohte hierauf Sachsen, und Gustav eilteihm nach, seinen Bundesgenossen zu retten. Bei Lützen am 16. Nov. 1632 trafen die feind-lichen Heere zusammen, Gustav Adolf und Pappenheim (s. d.) fanden den Heldentod;Bernhard von Weimar (s. d.) behauptete das Schlachtfeld, und Wallenstein nahm sei-nen Rückzug nach Böhmen. Nach dem Tode des Königs trat der schweb. StaatskanzlcrAxel O xcnst i er na (s. d.), zum Legaten der schweb. Krone in Deutschland vom stockholmerReichsrathe ernannt, an die Spitze der Kriegsangelegcnhciten. Nicht ohne Schwierigkeitenverband er zunächst, unter neidischem Widerspruch des sächs. Kurfürsten, durch den heilbronnerConvent im Apr. 1633 die Stände des fränkischen, schwäbischen und der beiden Rhein-kreisc mit Schweden. Man wählte Bernhard von Weimar und Herzog Georg von Braun-schwcig-Lüneburg zu Oberbefehlshabern der Heere. Bernhard zog, nachdem er das ihmschon früher zugetheilte Fürstenthum Franken in Lehen genommen, von Donauwörth ausnach Baiern, ängstigte den Kurfürsten Maximilian und brachte Regensburg zur Übergabe;der Herzog von Braunschweig-Lüneburg aber agirte im nordwestlichen Deutschland gegendie Trümmer der kaiserlichen Hccresmacht. Wallcnstcin dagegen, statt schnell und am rech-ten Orte thätige Hülfe zu leisten, zog zwecklos in Schlesien und der Lausitz hin und wieder.