460 Drei Könige Dreißigjähriger Krieg !
jene beiden Terzien große sind. Jede Verbindung dreier Töne in andern Verhältnissen nenntman besser dreistimmigen Accord.
Drei Könige (die heiligen) sind das Erzcugniß einer christlichen Sagenbildung, diesich an Matth. 2, t fg. anschloß. Hier werden nämlich Magier erwähnt, die unter derLeitung eines Sterns wahrscheinlich aus Arabien nach Bethlehem kamen, um den neuge-borenen Messias anzubetcn und ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen darzubringen. Späterfolgerte man nun aus diesem dreifachen Geschenke, daß es deren drei, und aus Psalm 7«>,
10, Jcs. 49, 7, daß es Könige gewesen seien; ja man ging so weit, ihreNamen zu bestimmenund sie Melchior, Kaspar und Balthasar zu nennen. Als die Erstlinge des heidnischen Aus-landes, denen die Geburt des Heilandes durch eine außerordentliche Sternerscheinung kund-gethan worden sei, wurden sie in der Kirche namentlich am Feste der Epiphania (s. d.),das deshalb auch das Fest der heiligen drei Könige hieß, erwähnt und gefeiert. Im Kalender !sind die drei Tage unmittelbar nach Neujahr nach ihnen benannt. ^
Drei Männer im feurigen Ofen (die) sind aus dem sagenhaften Berichte des ^
Buchs Daniel (3, 1 — 30) bekannt. Nach diesem befanden sich unter den mit Daniel De- j
portirten und am Hofe Ncbukadnezar's erzogenen jüdischen Jünglingen drei, Namens -Anania, Misael und Asaria, die vor einem aus königlichen Befehl errichteten Götzenbildenicht nicderfallen wollten und deshalb gebunden in einen glühenden Ofen geworfen wurden,aber mit Hülfe eines Engels völlig unversehrt blieben. In Folge davon bekannte sich derKönig in einem Ediete zum Verehrer Jehovah's. In der alcxandrinischen Übersetzung des i
Daniel steht außerdem ein Gebet des Asaria und ein Gesang der Drei Männer im Feuer, §
welche beide Stücke in der Luther'schen Bibelübersetzung zu finden sind. j
Dreißnnige, d. h. Menschen, welche blind und taubstumm zugleich sind, finden sich ^nur selten. Solche Unglückliche können nur auf eine sehr dürftige Art gebildet und beschäf- >tigt werden. Mittels des Tastsinnes allein läßt sich auf sie wirken, und es erfodert großeMühe und Geduld, sie zu einfachen Handarbeiten, z. B. znm Stricken, Strohflechten u. s. w.abzurichten. In neuester Zeit sind zwei Beispiele von drcisinnigen Kindern bekannt geworden;beide waren Mädchen und Amerikanerinnen.
Dreißigacker , ein Dorf mit etwa 430 E. in der Nähe von Meiningen, ist besondersberühmt durch die daselbst vom Herzog Georg von Sachsen-Meiningen gestiftete Forstlehr- s
anstatt, welche 1803 zur Forst- und Jagdakadcmie erhoben wurde, die unter Bechstein's s
(s. d.) Leitung trefflich gedieh. Das Jagdschloß, worin dieselbe sich befindet, ist ein massives, izu Anfänge des 18. Jahrh. erbautes Gebäude, umgeben von verschiedenen Waldungen, wo §eine Forstbaumschulc, ein Thiergarten und eine Fasanerie eingerichtet sind. j
Dreißigjähriger Krieg. Die entfernten ürsachen dieses Kriegs lagen in der Refor-mation und nächstdem in dem Neligionsfrieden zu Augsburg von 1535. Die Katholikenund Protestanten, weit entfernt, durch diesen Frieden miteinander ausgesöhnt zu werden,fanden in demselben nur eine neue Veranlassung zu argwöhnischer Eifersucht und zu fort-dauernden Reibungen; durch die Eingebungen der Jesuiten gereizt, suchten namentlich diekatholischen Regenten den lutherischen und calvinischen Glauben allenthalben in ihren Län-dern wieder zu unterdrücken und die seit dem passauer Vertrag eingezogenen geistlichen Stif- f
tungen wieder zu erlangen. Um sich gegen diese immer weiter greifenden Gewaltthätigkeiten !
zu schützen, vereinigten sich die protestantischen Fürsten, an ihrer Spitze der Kurfürst Fried- irich V. von der Pfalz, am 4. Mai 1608 zu Anhausen in Franken zu einem Bündnisse, die ^
Union genannt, und traten zwei Jahre später, als ihnen gegenüber Maximilian Herzog !
von Baiern, gleichfalls ein Bündniß, die heilige Ligue (s. d.) zu München am 10. Juli1609 gestiftet hatte, sogar mit Heinrich IV. von Frankreich in Allianz. Jndeß hatten dieBöhmen, die wenigstens zwei Drittheile Protestanten unter sich zählten, die Spaltung imKriserhause zwischen Rudolf II. und Matthias benutzt, um sich von Rudolf in dem soge-nannten Majestätsbriefe, vom 11. Juli 1609, eine ziemlich unumschränkte Religionsfreiheitzusichcrn zu lassen, die auch Matthias bei seinem Regierungsantritte ihnen zu bestätigen sichgezwungen sah. Vermöge desselben wurde den Städten und dem Ritterstande auch dasRecht, protestantische Kirchen und Schulen aufzubauen, gestattet. Als aber in einer kleinenStadt, Klostergrab, und in Braunau, unter der Regierung des Kaisers Matthias, die pro-