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wie sich aus seinem „Oaztttul-lro lle villis imporatoris" ergibt. Für die damals kaum seßhaftgewordenen Franken mag dies sehr zweckdienlich gewesen sein; nachtheilig aber hat cs aufdie Erhebung der Landwirthschaft in Deutschland eingewirkt, daß man auch später an derDreifeldcrwirthschast hartnäckig festhielt, wozu freilich in vielen Fällen die Servitute, dieeine freie und unumschränkte Benutzung des Bodens nicht gestatteten, viel beigetragen habenmögen. Erst als später der Ackerbau nicht mehr als ein verächtliches Gewerbe angesehen,als er auch von dem Adel und den großen Gutsbesitzern betrieben wurde, als die agrarischeGesetzgebung sich vortheilhaster für den Ackerbauer gestaltete, als Wälder und Sümpfemehr und mehr verschwanden und die vermehrte Bevölkerung mehr Bedürfnisse erheischte,ging man allmälig von der reinen Dreifelderwirthschaft ab und benutzte einen Theil desBrachfelds zum Anbau sogenannter Brachfrüchtc. Noch mehr wurde die Brache seit Ein-führung des Kartoffel- und besonders des Klee- und Olfruchtbaus eingeschränkt. Da manzu gleicher Zeit, um immer mehr Acker zu gewinnen, nach und nach einen großen Theil derAußentriftcn und Wiesen zu Feld machte, und nun nicht Raum genug zum Weiden desViehs blieb, war man häufig auch genöthigt, die Sommerernährung eines Theils desselbenauf dem Stalle vorzunehmcn und die Stallfütterung des Rindviehs einzuführcn, die sogaran vielen Orten, nachdem sich der Kleebau eingebürgert hatte, zur Regel wurde. Durch dieseUmänderung entstand die sogenannte verbesserte Dreifelderwirthschaft, jetzt die inMitteldeutschland allgemein üblichste und in manchen Verhältnissen vielleicht auch die beste.Ein großer Zrrthum aber ist cs, wenn man dies für alle Fälle glaubt; denn sehr oft würde öinanderes Wirthschaftssystcm, besonders die Fruchtwcchselwirthschaft, einen ungleich höhernErtrag gewähren, weshalb man es beklagen muß, daß die Einführung derselben an manchenOrten durch Einrichtungen, die mit der allgemein angenommenen Drcifelderordnung innigverbunden sind, z. B. durch das Weide- und Zchntrecht der Gutsherren auf den Feldernihrer Unterthanen, den Brachzwang in einzelnen Gemeinde» und andere dergleichen Scrvi-cutc, unmöglich gemacht wird. Zwar ist in dieser Beziehung in der neuesten Zeit, nament-lich in Preußen und Sachsen, viel geschehen, in nicht wenigen Ländern ist es aber zur Ablö-sung der einen rationellen Ackerbau hindernden Lasten noch nicht gekommen. Man rühmtgewöhnlich von der Dreifelderwirthschaft, daß sie von gleicher Bodenflächc mehr Getreideals andere Wirthschaftsartcn liefere, weil sic den größten Theil des ackerbarcn Landes damitbestelle. Dies ist aber nur in dem einen Falle wahr, wenn bei einem Gute natürliche Wie-sen in großer Ausdehnung vorhanden sind, obwol auch hier ein anderes Wirthschastssystem,verbunden mit künstlichem Futtcrbau, einen um so höher» Reinertrag liefern würde, als beieinem vermehrten und gut genährten Vichstande und bei einem eingeschränkten Gctrcide-und ausgedehnten Futtcrbau, vieler und guter Dünger gewonnen und bei verminderter Feld-arbeit doch reiche Ernten an Körnerfrüchten gemacht werden, wozu auch noch der erhöhteNutzen aus dem Vichstande kommt. Dieses zu erreichen, ist aber der Fruchtwechselwirth-schaft und selbst der verbesserten Schlag- oder Koppelwirthschaft eher möglich als der Drei-fclderwirthschaft, selbst wenn sie in günstigen Verhältnissen mit Intelligenz betrieben wird.
Dreifuß. Der Dreifuß (TripuS) war ein symbolisches Geräth des griech. Alter-thums, daS zuerst in Verbindung mit bacchischen Rcligionsideen, dann auch in Verbindungmit dem Apollondienst zu Dclphi (s. d.) vorkommt und überhaupt als Symbol der Weis-sagung.sowie göttlicher Herrschaft und Weisheit betrachtet wurde. Sehr alt sind die Sagenvon geraubten, geschenkten oder verlorenen Dreifüßen, auf welche sich fast überall Herrscher-rechte und andere Ansprüche gründen. Bekannt ist der Dreifußraub des Hercules, der aufdem Candelaberfuß in der Antikensammlung zu Dresden dargcstcllt wird. Vgl. Otfr. Mül-ler, „De tripode delpbicn" (Gött. > 820 , -t.) und Böttiger in der „Amalthea" (Bd. l).
Dreiklang (trias Imrinonica) heißt der Zusammenklang dreier Töne im Verhältnissevon zwei Terzien. Er besteht demnach aus Grundton (tonica), Terzie (medmute) undQuinte (domiiumte). Die Versetzung dieser Töne gegeneinander gibt den Sextaccord, auseiner Terzie und einer Quarte bestehend und den Quartscxtaccord, dessen Intervalle Quarte(unten) und Terzie (oben) sind. Ist die Terzie eines Drciklangs eine große, so heißt er har-ter Dreiklang (Duraccord), ist sie eine kleine, weicher Dreiklang (Mollaccord); besteht er auszwei kleinen Terzien, so nennt man ihn den verminderten, einen übermäßigen aber, wenn