Dreesch Dreieck -157
Dreesch bedeutet eigentlich so viel als veredelte Brache. Dreesch liegt ein Acker, wenner statt Getreide Gras trägt, das man aber nicht wie bei der Brache durch die Natur alleinhcrvorbringen laßt, sondern zugleich mit der dem Dreesch vorhergehenden Getrcideftucht säet.Das Drccschlicgen des Ackers hat zum Zwecke Erholung und Verbesserung des Bodens undViehweide und Futtcrgewinn für den Winter. Wirtschaften, wo die Acker regelmäßig inDreesch liegen bleiben, heißen Dreesch-oder Graswirthschaften, wie sie in Holstein,Mecklenburg, der Mark und den meisten Eebirgsländern Vorkommen. (S. Ackerbau.)
Drchbasse heißt eine Art leichtes Geschütz, dessen man sich zurSeebedient. DicDrch-bassen liegen mit dem Schildzapfen auf Schwanenhälsen, deren Fuß sich um eine Achse oderSpille dreht, sodaß sie nach allen Richtungen sowol horizontal als in der Höhe und Tiefe ge-richtet werden können. Sie befinden sich gewöhnlich oben auf der Schiffswand am Hintcr-vdcr Vorderteil des Fahrzeugs und werden meist nur mit Schrot und Kartätschen geladen;auch nur in der Nähe des Feindes gebraucht.
Drehkrankheit oder Drehsucht (lat. lkk) e'irocej'b-ilus kz'llatielesis, franz. I'nur»!*,dän. Itingeszgen oder Unrssv^en) ist eine Krankheit der Schafe und des Hornviehs, welcheneben andern Zeichen der Betäubung eigentümliche drehende oder sonst ungewöhnliche, baldlebhafte, bald wieder träge Bewegungen dieser Thiere herbciführt. Nach diesen besondernBewegungen nennt man solche kranke Schafe Dreher, wenn sie öfter im Kreise herum-taumcln, bis sie niederstürzcn, Schwindler oder Segler, wenn sic in ihrem Gange hinund hcrwanken und dabei die Nase in die Luft cmporhalten, Traber oder Würfler, wennsic eine Strecke weit fortlaufen und dann mit dem Kopfe vorn überstürzen. Die Ursache die-ser Krankheit liegt im Gehirn, wo man gewöhnlich einen oder mehre Blasenwürmer (s. d.)in Gestellt von Wasserblasen, sogenannten Hydatidcn, findet. Die Krankheit gehört zu denschwer heilbaren und gewöhnlich endet das Thier an Entkräftung. Vgl. Brosche, „Uber dieDrehkrankheit" (Wien 1827). Auch bei den Menschen kommen ähnliche Erscheinungen vor.
Drclcapitelstrcit heißt ein durch die unreifenUnionsidcen des Kaisers Justinian her-vorgcrufener Kirchenzwist des >i. Jahrh. Hätte nämlich das chalcedonensische Concil in drei Ar-tikeln die Schule des Theodor von Mopsvesta (ihn selbst freilich nicht), ferner Theodore! undIbas von Edcssa für rechtgläubig erklärt, so meinte Justinian durch Aufhebung dieser Be-stimmung die Monophysitcn, welche in jenen drei Männern Nestorianer erblickten, gewinnenzu können und verdammte deshalb in einem Edictc vom I. 544 nicht nur Theodor mit allenseinen Schriften, die Bücher des Theodore! gegen Cyrill und einen Brief des Ibas an Ma-ris, sondern auch alle Vertheidigcr jener drei Artikel oder Capitel. Im Oriente fügte mansich leicht; allein der röm. Bischof Vigilius, der sich anfangs zu einer schriftlichen Verdam-mung der drei Capitel verstanden hatte, wurde durch den Widerspruch derAbendländer, ins-besondere des Bischofs Facundus von Hermiane, so umgestimmt, daß er, als der Kaiser imI. 55 l ein zweites Edict gegen die drei Capitel erließ, alle Vertheidigcr desselben cxcommu-nicirte und dem fünften allgemeinen Concile zu Konstantinopel, welches im I. 553 die kai-serlichen Glaubensedicte genehmigte, nicht beitrat. Deshalb eingekcrkert, widerrief er zwarim J. 554; indeß noch lange dauerte es, ehe jenes Concil überall im Abendlande und nament-lich in Nordafrika Anerkennung erhielt.
Dreidecker heißen die größten Kriegsschiffe, weil sie, außer dem Schiffsräume, nochdrei mit Geschützen versehene Etagen oder Decke (s. d.) haben. Die Dreidecker führen ge-wöhnlich 104 — 120 Kanonen und sind mit 800—1200 M. besetzt. In neuerer Zeit hatman indeß auch Zweidecker von 100 Kanonen gebaut. Durch die Anwendung der Archime-dischen Schraube in den Stand gesetzt, die Dampfkraft bei der Kriegsmarine anzuwenden,geht man in England und in Frankreich damit um, auch Dreidecker als Dampfschiffe zubauen und in den londoner Docks wird bereits an einem solchen gearbeitet.
Dreieck oder Triangel heißt eine von drei Linien (Seiten) eingeschlosscne Figur.Nach der Beschaffenheit der Seiten kann man die Dreiecke in geradlinige, krummlinige undgemischtlinige eintheilen, je nachdem sie nur von geraden, oder nur von krummen, oder vongeraden und krummen Linien zugleich eingeschlossen werden. Die Dreiecke der letztem Art,wohin z. B. die Kreisausschnitte gehören, bilden keinen besondern Gegenstand der mathe-matischen Betrachtung; von den krummlinigen Dreiecken werden nur diejenigen beson-