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Drakenborch

Drama

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am 12. Nov- 1594 ward D.'s Schiff von einer Kanonenkugel durchbohrt, welche den Stuhlmitnahm, woraufD. saß, ohne ihm Schaden zu thun. Am andern Tage wurden die span.Schiffe vor Portvrico mit Ungestüm angegriffen, allein ohne Erfolg. Hierauf segelte er nachdem festen Lande und verbrannte Rio de la Hacha und Nombre de Dios. Als aber einigeTage nachher eine Unternehmung gegen Panama ganz verunglückte, wurde D. darüber somismuthig, daß er in ein schleichendes Fieber verfiel, welches sein Leben am 5. Jan. 1595endete. Von seinem bedeutenden Vermögen machte D. eine sehr ehrenvolle Anwendung;unter Anderm legte er l 58l eine Wasserleitung an, um Plymouth mit Wasser zu versorgen.

Drakenborch (Arnold), ein berühmter Holland. Philolog des vorigen Jahrh., gebzu Utrecht am l.Jan. 1684, wurde 1716 Professor der Geschichte und Beredtsamkeit ander Universität seiner Vaterstadt und starb daselbst am 16. März 1748. Durch seine Aus-gaben röm. Clasfiker, namentlich des Silius Italiens (Utr. 17 l 7, 4.) und des LiviuS (7 Bde.,j Amst. 1738—46, 4.; neue verm. Ausg., 15 Bde., Stuttg. 1826—28), in denen er einegroße Belesenheit und Gelehrsamkeit entwickelte, hat er sich nicht geringe Verdienste um diealtclassischen Studien erworben.

Drakon, erster Gesetzgeber und Archon in Athen, erhielt 664 v. Chr. den Auftrag,für den zerrütteten Staat neue Gesetze zu entwerfen. Doch die außerordentliche Strengeseiner Gesetze, die das geringste Verbrechen, z. B. den Fruchtdiebstahl, ja sogar den Müßig-gang gleichwie die Beraubung der Tempel, Mord und Verrath des Vaterlandes mit demTode bestraft haben sollen, hinderte vorzüglich bei zunehmender Cultur die Vollstreckungderselben und machte sie so verhaßt, daßSolon (s. d.) beauftragt werden mußte, neue Ge-setze abzufassen, der indeßbei manchen Milderungen die aufTodtschlag bezüglichen Bestimmun-gen des D. in seine Gesetze unverändert wieder aufnahm. D. floh später auf die Insel Äginaund wurde dort, nachdem er seine Gesetze eingeführt hatte, der Sage nach bei seinem Er-scheinen im Theater durch die Kleider und Mäntel, welche die jauchzende Menge, wie es Sitte- war, über ihn warf, erstickt.

, Drama, ein griech. Wort, bedeutet eigentlich Handlung; gewöhnlich aber nimmt! man cs für gleichbedeutend mit Schauspiel. Stellt man eine Handlung in ihrer allmäligenEntwickelung, mit ihren Ursachen und Veränderungen, von dem Augenblicke des Entschlusses! bis zur Erreichung des Zwecks, als gegenwärtig sich ereignend dar, so ist eine solche Dar-stellung dramatisch, wenn auch nicht Das, was man im enger» Sinne Drama nennt,s wie ja auch irgend eine Dichtung einen lyrischen oder epischen Charakter tragen kann,s deshalb eine lyrische Dichtung im engern Sinne, ein Lied oder Epos zu sein. So hatGoe .

! „Werthcr" wol einen dramatischen Verlauf, indem er in allen Punkten das Werden zeigt,doch ist er deshalb noch kein Drama. Diesen Unterschied muß man festhalten, weil man sonstl die Begriffe verwirren und den Unterschied zwischen den einzelnen Dichtartcn ausheben würde.Sollen Handlungen als gegenwärtig sich ereignend dargcstellt werden, so kann es nicht bessergeschehen als durch die handelnden Personen selbst, oder durch Stellvertreter derselben, welcheihren Willen, ihre Gesinnungen und Zustände durch Ncde offenbaren und gleichsam selbstschildern. Daher die dialogische Form, wodurch jedoch allein ebenfalls noch kein Drama ent-steht, obschon auch der bloße Dialog, wenn bei ihm ein beständiges Vorwärtsstrebcn, einelebendige Bewegung in dem Gedankengange und eine Spannung auf den Ausgang statt-findet, dramatisch genannt werden kann, so z. B. die meisten Platon'schen und Klinger'sdialogisches Meisterstück „Der Weltmann und der Dichter". Bei Darstellung einer Hand-lung bilden sich Gedanken durch Entschlüsse zu Thatcn aus; die Entschlüsse setzen Umstände,wodurch sie bewirkt werden, voraus, diese machen auf den Erfolg und mehre Erfolge aufeinen Punkt der Beruhigung begierig. Daher jenes Vorwärtsstrebende, lebendig sich Be-wegende, Spannende und überhaupt der große Reiz der dramatischen Poesie. Im Dramaspricht uns Alles wie in der ersten Person an, im Epos wie in der dritten; dieses berichtet,° schildert, erzählt das vollkommen Geschehene, daS Drama führt uns Alles als vor unser»s Blicken vorgehend und sich entwickelnd, als ein vollkommen Gegenwärtiges vor Augen; im! Epos stellen sich uns der einzelne Charakter und die einzelne Handlung als fertig dar, im

Drama sehen wir sie in gegenseitiger Einwirkung wachsen und werden, und nichts ist ver-

werflicher in einem dramatischen Gedichte, als wenn, z. B. wie in Müllner's „Schuld", die