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Drais von Sauerbronn Drake 451
draht zum Weben und Sticken bereitet. Der, feinste Draht wird in England und Frank-reich verfertigt. Zu Waidhofcn an der Jps in Ostreich macht man aus dem daselbst verfertig-ten Drahte Fischangeln von solcher Feinheit, daß 6310 Stück auf ein Loth gehen. Das Lothwird aber für 26 Fl. verkauft, sodaß demnach der Ccntner Eisen bis 83060 Fl. verarbeitet'wird. Aus Draht werden auch die Nadeln (s. d.) gemacht.
Drais von Sauerbronn (Karl Wilh. Fricdr. Ludw.', Freiherr von), ein be-sonders im Justiz- und Policeifache bewährter Geschäftsmann, geb. zu Ansbach am 23.Sept. 1755, studirte zu Altdorf und Erlangen und lebte dann einige Zeit in Wien, umden Proceßgang des kaiserlichen Reichshofraths kennen zu lernen. Vom Markgrafen KarlFriedrich von Baden 1777 in dem Justiz- und administrativen Hofrathscollegium angcstellt,diente er hier l 2 Jahre lang, erst als Assessor, dann als Rath, später zugleich mit der Fun-ction eines Regierungsdeputirten in der firr die Residenz Karlsruhe 1787 neu errichtetenPoliceideputation, bis er Obervoigt des Oberamts Kirchberg wurde. Zur Zeit des Reichs-friedenscongresses zu Nastadt ernannte ihn der Markgraf zum Policeidircctor daselbst underhob ihn, zufrieden mit seiner in dieser schwierigen Stellung bewiesenen einsichtsvollen Klug-heit und gewandten Thätigkeit, nach Verlauf desselben zum Geh. Regierungsrath und Po-liceidirector in Karlsruhe. Hier bewirkte D. mit kluger Benutzung der sich darbietendcn Mit-tel binnen drei Jahren die Gründung eines Arbeitshauses, einer Numford'schen Speisean-stalt, Reinlichkeit der Straßen, eine gute Beleuchtung, Unterdrückung des Bettelnd undEinschränkung chcs Zunftzwangs. Als Präsident des Hofgerichts nach Nastadt versetzt, truger bei zur Verbesserung der Rechtspflege. Nachdem Baden im presburger Frieden das Breis-gau und die Ortcnau erworben, wurde D. als Occupationscommissar nach Frciburg gesen-det, hierauf zum Präsidenten des nach Manheim versetzten obersten Gerichtshofs ernanntund zuletzt Wirklicher Geh. Rath und Oberhofrichtcr. Als solcher starb cr am2.Febr. 1830.Seine vorzüglichsten Schriften sind die „Geschichte der bad. Gerichtshöfe neuerer Zeit"(Manh. 1821), ferner die aus dem Archive geschöpfte „Ausführliche Geschichte von Badenunter Karl Friedrich von der Revolutionszeit" (2 Bde., Karlsr. 1816—19), die „Materia-lien zur Gesetzgebung über die Preßfreiheit der Deutschen" (Zür. 1820) und „Über Öffent-lichkeit und Mündlichkeit des Rechtsvcrfahrens im Civilfache" (Manh. 1822).
Draisine (franz. völoeipeO«) nannte man die vom Forstmeister von Drais, einemSohne des Vorerwähnten, zu Manheim 1817 erfundene, von dem Engländer Knight ver-besserte zweiräderige Maschine zum Selbstfahren, die, nachdem sie eine Zeit lang großes Auf-sehen erregt, schnell in Vergessenheit gericth, da sie den Erwartungen nicht entsprach. Inneuester Zeit haben jedoch die Engländer die Sache wieder ausgenommen und in ihren P-e-domotiven fortgebildet. Dieselben haben drei Räder, zwei Hinter- und ein Vorderrad,letzteres zur Lenkung, zu welchem Zwecke dessen Achse in einer Gabel ruht, welche durchden Lcnkschemel geht und von oben mittels einer Kurbel in jede beliebige Richtung gestelltwerden kann. Die Hinterachse, über welcher sich der Sitz befindet, ist nach Art einer dop-pelten Kurbclwelle von etwa 8 Zoll Halbmesser gebrochen. An dieser Welle befinden sichzwei Tretschcmel, welche an ihrem vordem Ende in Hängeschcitcn an einem Bocke über derVorderachse hängen. Abwechselnd steht einer der Tretschcmel hoch, der andere tief und trittnun der im Wagen Sitzende dieselben abwechselnd nieder, was ohne Anstrengung geschehenkann, so bewegt sich die Pedomotivc vorwärts, und zwar mit einer beliebigen Schnelligkeit,die ohne Beschwerde des Fahrenden bis zu I'i, deutsche M. in der Stunde auf gewöhn-lichen Chausseen gesteigert werden kann.
Drake (Francis), ein berühmter Seemann, der zuerst die Kartoffeln nach Europabrachte, geb. zu Tavistock in Devonshire >5-15, war der Sohn eines Matrosen und lernteals Schiffer bei einem Küstenfahrer, der auch zuweilen Maaren nach Irland und Frankreichüberführte. Ein Verwandter, Sir John Hawkins, ließ ihm Unterricht crtheilen. Schon im>8. Jahre mußte D. einzelne Geschäfte auf einem Schiffe verrichten, welches nach BiscayaHandel trieb, und im 20. machte er eine Reise nach der Küste von Guinea. Nachdem er 1567den Oberbefehl des Schiffes Judith erhalten hatte, benahm er sich in dem unglücklichen Ge-fechte, welches Sir John Hawkins gegen die Spanier in dem Hafen von Vera-Cruz zu be-
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