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4 (1845) D bis Entern
Entstehung
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sehr vielen Fabrik- und Manusacturarbeitcn verwendet. Ist der Durchschnitt desselben kreisför-mig, so nennt man den Draht rund, allcRndrc Formen aber begreift man unter der Benennungfaconnirtcr Draht. Feinheit des Drahts nennt man seine Dicke, welche von 0—i o Linienbis zu der Dicke eines Haars variirt. Man hat, nach Maßgabe des Metalls, Gold-, Silber-,Platin-, Kupfer-, Messing-, Tomback-, Eisen- und Stahldraht. Zur Fabrikation des Eisen-drahts, derin den technischen Gewerben am meisten Anwendung findet, eignet sich nur festes,reines, dehnbares und zähes Stabeisen, welches vorher zu feinen cylindrischen Stäben aus-gercckt sein muß. Diese Stäbe werden mittels einer besonder« Vorrichtung durch trichter-förmige, von der andern Seite aber in geringer Dicke cylindrische Löcher gezogen. Da, wo cSdarauf ankommt, den Draht von hohem Glanze zu erhalten und das Metall zu schonen,z. B. bei Gold- und Silberdraht, wird die Kante, wo der conischc und der cylindrische Theildes Zichlochs Zusammenstößen, leicht abgerundet. Für die feinsten Gold- und Silberdrähtewerden in die Zieheisen Edelsteine gesetzt und in diese das Aiehloch gebohrt und höchst feinpolirt. Diese Löcher sind so hart, daß man durch ein Rubinloch von 0,0033 Zoll Durchmes-ser einen 170 deutsche Meilen langen Silbcrdraht ohne merkliche Veränderung des Durch-Messers gezogen hat, während ein Stahlziehloch schon bei 8300 F. Drahtlänge zu weit wird.Von dem Durchmesser der Öffnungen hängt demnach die Stärke oder Dicke des Drahts ab,und es muß der feinste Draht durch alle vorhergehende größere Öffnungen erst durchgegangcnsein. Da aber das Eisen und anderes Metall durch das Ziehen, vermöge der gewaltsamenReibung, sehr steif und spröde wird, so muß die daraus entspringende Sprödigkeit nach jedemZuge durch Ausglühcn wieder gehoben werden. Die von einer Kraft in Bewegung gesetzteEinrichtung, welche das Durchziehen der ausgcrcckten Eiftnstäbchcn bewirkt, besteht entwe-der in einer Zangen- oder Walzcnvorrichtung, welche letztere jedoch nur bei feinem Drähtenanwendbar ist. In neuester Zeit wendet man für die großen Drahtsortcn bis zu '/>Zoll herabstatt der Zangenzüge Walzwerke an. Ein solches Drahtwalzwerk besteht aus drei in ei-nem Gestell übereinander befindlichen Walzen, welche einander berühren und an ihrer Ober-fläche halbrunde, aufeinander passende Einschnitte haben, von denen die ersten die größten, dieletzten die kleinsten sind. Sobald nun die glühende Eisenstange die erste Rinne des ober»Paars passirt, nimmt sic die cylindrische Form derselben an, wird aber sogleich in die zweiteRinne des untern Paars geleitet, wodurch sic etwas kleiner im Durchmesser gestreckt wird.So passirt sie, inzwischen ncugcglüht, alle Rinnen der Walzen, bis sic die gewünschte Fein-heit erlangt hat. Zur Anfertigung des Mcssingdrahts werden die ausgewalztcn Tafelnin Drahtbändcr (Zaine oder Regale) zerschnitten, rund ausgcschmiedct und, wie die ausge-rcckten Eisenstäbchen, ebenfalls mittels Zangen oder Walzen (Leitern) durch die Löchcrcismzu Draht ausgezogcn. Nur die ganz feinen Sorten werden nicht auf dem Drahtzuge son-dern auf der Scheibe gezogen. Wird der Draht, nachdem er rund gezogen ist, noch durchein paar glatte Walzen getrieben und geplättet, so erhält er einen sehr hohen Glanz undheißt dann Lahn. Ein Theil desselben kommt sogleich von dem Drahtzuge, durch Ausglühmim Glühofen, schwarz und weich in den Handel; ein anderer Theil wird in Holzessig ge-beizt, mit Kochsalzlauge und Weinstein ausgesotten und auf diese Weise blank gemacht, istaber hart und spröde, da bei ihm das Ausglühen wcgfällt. Vergoldeter oder versil-berter Draht entsteht, wenn man vor dem Ziehen im ersten Falle eine Silbcrstange, im letz-ten eine Kupfcrstange plattirt und dann zieht. Will man vergoldeten Kupferdrahtmachen, so wird die Kupferstange erst versilbert und dann dünn vergoldet. CementirterDraht entsteht, wenn man die zu ziehende Kupferstange in einem verschlossenen Raumeder Einwirkung von Zinkdämpfen aussctzt, wodurch sie sich oberflächlich in Tomback oderMessing verwandelt und mit dessen schöner Farbe die Zähigkeit und Weichheit des Kupfersvereint und sich zu dem feinsten Drahte ziehen läßt. Die Kunst, aus Metall dünne Fädenzu machen, ist sehr alt; allein der Draht wurde anfangs nicht gezogen, sondern geschmiedet.Später wurde das Metall nur ausHandzichbänken zu Draht geformt, und erst 1351 kom-men in Augsburg Drahtzieher und Drahtmüller vor. Schon im I. 1360 kommt in Nürn-berg eine Drahtmühle vor; ebenso 1437 in Breslau und 1506 in Zwickau. Im Z. 1592fertigte Fricdr. Hagelsheimer, genannt Held, in Nürnberg den feinsten Gold- und Silber-