L48 Drabitius Drache
Sterbenden. Eine seiner schönsten Arbeiten, vorzüglich in Hinsicht der trefflichen Anord-nung, ist der Tod des heil. Ludwig, in der Kapelle der Invaliden. Im Anfänge der Revo-lution berief ihn die Kaiserin Katharina II. nach Rußland und ernannte ihn zum Professorbei der Malerakademie zu Petersburg, wo er am 5. Juli 1806 starb.
Drabitius (Nik.), ein religiöser Schwärmer, geb. zu Straßnitz in Mähren 1587,trieb, nachdem er als Prediger 1628 vertrieben worden war, in Ungarn das Tuchmacher-handwerk. Als er in Folge angeblicher Offenbarung seit >638 fortwährend den Untergangdes Hauses Ostreich und des Papstthums und die Bekehrung der Juden und Heiden pro-phezeite, ward er zu Presburg festgenommcn und 1671 hingcrichtet. Seine Prophezeiungengab Co menius (s. d.) unter dem Titel „I.ux in tenodris" heraus.
Drache ist der Name einer Gattung ostind. Eidechsen (l)racn, 1^.) von geringer Kör-pergröße, die sich nur von Insekten nähren, auf Bäumen leben und weit entfernt davon sind,dem fürchterlichen Bilde des mythologischen Drachen zu entsprechen. Merkwürdig ist derBau ihrer Rippen, die, anstatt sich um die Brust zu krümmen, horizontal ausgcbrcitct undmüder Körpcrhaut dergestalt überzogen sind, daß eine Art Flügel entsteht, die jedoch nur alsFallschirm bei dem Springen des Thiers von Ast zu Ast dienen und seine Bewegungen ausebener Erde sehr erschweren. Man kennt mehre Arten, von welchen keine, abgesehen von demdünnen Schwänze, länger als drei Zoll ist. — Der Drache, ein Sternbild am nördlichenHimmel zwischen dem Cepheus, hem Kleinen Bären, dem Kameloparden, dem Großen Bä-ren, dem Mauerquadranten, dem Hercules und der Lyra, soll, der Fabel nach, der Wächterder goldenen Äpfel im Schlafgemache der Hesperiden gewesen, von Hercules getödtet undhierauf durch die Juno an den Himmel versetzt worden sein. Die Geschichte des fabelhaftenDrachen reicht bis in die frühesten Zeiten hinauf. Man schilderte seine Gestalt so schrecklichals möglich und gab ihm zum Wohnplatze beinahe alle Länder, besonders das damals nochunbekannte Indien und Afrika. Seine Größe wurde nicht leicht unter 26, oft aber auf 7VEllen angegeben. Von letzterer Art war der Drache, der nach Älian zu Alexander des Gro-ßen Zeiten in Indien lebte und göttlich verehrt wurde. Die voneinander sehr abweichendenBeschreibungen stimmen nur darin überein, daß der Drache vortreffliche Sinneswerkzcugc,besonders ein scharfes Gesicht habe. Ihm wird eine solche Stärke bcigelegt, daß es ihm eineKleinigkeit war, einen Elefanten zu erwürgen. Seine Nahrung bestand in Blut und Fleischvon allerlei Thieren; auch fraß er verschiedene Früchte. Das Sonderbarste ist, daß dessen-ungeachtet dieses Thier gefangen und zahm gemacht werden konnte, wovon die alten Schrift-steller mancherlei zu erzählen wissen. Diesen Fabeln scheinen wirkliche Thiere zum Grundezu liegen, wie ungewöhnlich große Krokodile und asiat. Riesenschlangen. (S. Python.) —Als Wappcnbild war der Drache bei vielen Völkern beliebt. In der alten Mythologiespielte er ei»e bedeutende Nolle als das Schildbild der berühmtesten Helden Griechenlands.Aus dem Alterthume ging der Gebrauch des Drachen auf spätere Zeiten über. Er wardas Hcerzeichen der Dacier, und auch die röm. Kaiser bedienten sich dieses Zeichens seit Kon-stantin, auf dessen Münzen sich die Abbildung der Fahne mit dem Drachen findet. Auchkommt er schon in der Sagenzeit des gcrman. Altcrthums vor, z. B. auf Sigurd's Helm,dann als der Sachsen Feldzeichen, auf Otto's IV. Fahnenwagcn und seit Wilhelm dem Er-oberer in England. Die Kirche bezeichnctc im Mittel-alter mit dem Drachcnbilde den Teu-fel, daher finden sich zu jener Zeit in der Begleitung des Papstes bei öffentlichen ProcessioncnSoldaten, welche auf einer Lanze das Drachenbild unter dem Kreuze trugen, Drueonarü ge-nannt, welchen Namen auch die Träger der Drachenfahne der röm. Kaiser führten. Die He-raldik der neuern Zeit kennt den Drachen als Figur im Schilde, auf dem Helme und alsSchildhalter. Wird er ohne Flügel dargestcllt, jo heißt er Lindwurm, ohne Füße aber Dra-chenschlange. Läßt der Drache als Wappcnbild Kopf und Flügel hängen, so ist cs ein be-zwungener. Drachenschwanzkreuz nennt man ein Kreuz, welches sich in Drachen-schwänze endigt. In der Numismatik kommt der Drache als Münzbild, namentlich auf denMünzen Chinas und Japans vor. Bekannt sind auch die Drachenpfennigc, Hohl-pfennigemit dem Drachenbilde.— Den Drachen, das bekannte Spielwerk der Knaben, ge-brauchte Franklin 1752 als einen Leiter, um die Elektricität der Lust und Wolken heim Ge-witter zu beweisen. Er war von Pappe und mit einer metallenen Spitze versehen. Franklin