Dousa 445
Ädelsverschwörung, die den gewaltsamen Tod des KönigsJakob's III. herbeiführte. Erstarb1514 aus Gram über den Verlust seines ältesten Sohns, William, der >513 mit 20VMännern des Stamms D. in der Schlacht bei Flodden siel. — Sein jüngster Sohn warGavin, der Erzbischof von Dunkcld, der sich in der schot. Literatur durch eine Übersetzungvon Virgil's „Ancide" (Lond. 1553) bekannt gemacht hat. — Archimbald D., sechsterGraf vgn Angus, der Sohn des gefallenen Georges, bekannt durch seine blutigen Händelum die Regentschaft während der Minderjährigkeit seines Stiefsohns, Jakob's V., hatte dieKönigin-Mutter, Margarethe, die Schwester Heinrich's Vlll. von England, geheirathet undwurde durch seine aus dieser Ehe hcrvorgegangene Tochter der Großvater von HenryStuart von Darnley. Er starb 1557. — Mit Archimbald, dem achten Grafen vonAngus, gest. > 588, gingen die Würden und der Besitz dieser altern Linie an das jüngereHaus Angus von Glenberry über, dessen Stifter William, der zweite Sohn Archimbald'sdes Katzenglöckners war. — Einer seiner zahlreichen und oft mit den höchsten Staatsämtcrnbetrauten Nachkommen, Archimbald, Graf von Angus, Marquis von D., LordAbcrnethy, ward 1763 von der Königin Anna zum HcrzogevonD. ernannt. Er starb1754, und mit ihm erlosch der Herzogstitel; seine Güter erbten die Söhne seiner Schwester,die übrigen Würden aber das Haus Hamilton (s. d.), eine Seitenlinie der D. — DasHaus Morton, dessen Stifter John D-, ein Sohn des Lords William D. lll., sein soll,führte früher den Lordtitel von Dalkeith. Erst Lord James 15'., der Jakob II. im Kampfegegen die Grafen D. beistand, ward von demselben zum Grafen von Morton ernannt. —JamesD. von Pittcndrich, nur durch Hcirath vierter Graf von Morton, ein Mann vongroßen Talenten, aber ehrgeizig und grausam, ward für das Haus Stuart besonders ver-hängnißvoll. Nachdem er 1566 bei der Ermordung des Sängers Riccio, 1567 bei dem ge-waltsamen Tode des Königs Darnley mitgewirkt hatte, betrieb er im Einverständnisse mitElisabeth von England den Sturz der Maria Stuart und wurde dafür später Regent vonSchottland. König Jakob VI. ließ ihn 1581 hinrichten. — Mit Archimbald, einemReffen des Vorigen, dem fünften Grafen von Morton, gingen die Güter und Würden diesesältern Zweigs an das jüngere Haus Morton über, dessen Stifter Henry, der jüngere Sohndes Lord John von Dalkeith, des Stifters der Gesammtlinie, war. — William, Herrvon Lauben und Lochleven am See gleiches Namens, der Kerkermeister der Maria Stuart,war der Erste, dem diese reiche Erbschaft zufiel, und seine Nachkommen in unmittelbarer Ab-stammung befinden sich noch gegenwärtig in Besitz und Würden.'— William D., derjüngere Sohn eines John II. von Dalkeith, wurde der Stammvater des Hauses Witting-ham. — Unter seinen Gliedern ist Archimba ld D. von Wittingham als Zeitgenosse undAnhänger des Regenten Morton besonders bekannt geworden. — Von einem seiner Nach-kommen, Robert, der zur Zeit Gustav Adolfs nach Schweden kam, stammen die schweb.Grafen von D. ab. Vgl. Humc of Godscrosts, „Ilistor) ok I)." (2 Bde.,Edinb. 1743).
Dousa (Janus), eigentlich Jan van der Does, einer der verdientesten holländ.Staatsmänner und Gelehrten des 16. Jahrh., war zu, Noordwyk bei Leyden am 6. Dec.1545 geboren. Kaum fünf Jahre alt, verlor er beide Altern und wäre durch die Treulosig-keit seiner Vormünder beinahe um sein ganzes Vermögen gekommen. Sein Großvater vonmütterlicher Seite, Franz van Nycnrvde, zu Delft, nahm'sich seiner sehr thätig an undließ ihn durch den als tüchtigen Schulmann berühmten Hcinr. Junius zu den höhcrn Stu-dien vorbereiten. Nach des Großvaters Tode vertrat sein Oheim Werner van der DoesVaterstelle bei ihm und setzte ihn. da er selbst keine Kinder hatte, zum Erben seines ganzenVermögens ein. Nachdem er auf den hohen Schulen zu Löwen und Douai seine Stu-dien beendigt hatte, begab er sich 1561 mit seinem Freunde Lukas Fruytiers (Fruterius)aus Brügge auf einige Zeit nach Paris, wo er mit den ausgezeichnetsten Männern jenerZeit in eine innige Verbindung trat, die ihn auch nach seiner Rückkehr noch einmal nachParis hinzog. Dieser zweite Aufenthalt war aber nur sehr kurz; er kehrte bald wieder insein Vaterland zurück und ließ sich häuslich nieder, indem er im zwanzigsten Lebensjahresich aufs glücklichste verheirathcte. Nicht lange darauf begann er an den Staatsangelegen-heiten den thätigsten Antheil zu nehmen, wurde 1572 von Wilhelm I. an der Spitze einerGesandtschaft nach England geschickt, um bei Elisabeth Hülfe für Holland nachzusuchen.