Douai Doubs 4L3
Vasallen des Kaiserreichs. Marschall Lefebre dagegen erhielt 1807 den Titel eines Herzogsvon Danzig und eine dem entsprechende Dotation aus den franz. Domainen, und auf gleicheWeise geschah es mit dem Marschall Davoust, der erst als Herzog von Auerstädt, dann alsFürst von Eckmühl mit Domainen ausgestattct wurde. Neben den Reichslehcn Parma undPiacenza, die keine landesherrlichen Rechte besaßen, besaß theils Napoleon selbst, theils derfranz. Staat, in allen Theilen Italiens unermeßliche Renten und Güter, mit denen die neuenFürsten, Grafen, Barone, Ritter und Mitglieder der Ehrenlegion vom Kaiser dotirt wurden.Der Dotirtc erhielt darüber vom Reichserzkanzlcr, dem Präsidenten des Ovnseil clu scesu(les titres, eine förmliche Bclchnungsurkunde, in der seine Rechte und Pflichten, die Erb-folge und der Hcimfall an den kaiserlichen Schatz in Ermangelung männlicher Erben, fest-gesetzt waren. Ferner bestand eine eigene Verwaltung über alle Renten, Capitalien undGüter, die Napoleon sich oder dem Reiche in den eroberten Ländern Vorbehalten hatte; dieseVerwaltung sollte darauf sehen, daß alle die Güter, sic mochten verliehen sein oder nicht, womöglich binnen 40 Jahren verkauft, und die Kapitalien davon in franz. Renten oder Län-dereien angelegt würden. Endlich waren auch noch unter den Namen Agents couservuteursin den eroberten Ländern besondere Beamte angcstellt, welche die Erhaltung der als Majo-rate verliehenen Güter überwachen mußten. Ein geheimer Artikel im pariser Frieden von1814 hob in den fremden Ländern diese Dotationen und alle darauf bezüglichen Ansprüchemit einem Schlage auf. In ihrer Art einzig ist im Königreiche Griechenland die sogenannteDotation der hellenischen Familien. Durch ein Gesetz von 1835 wurde nämlich daselbstjedem Familicnhauptc in sehr ausgedehntem Sinne ein Credit von 2000 Drachmen ver-liehen, wofür dasselbe im entsprechenden Werthe Staatsländcrcien fodern konnte, die gegeneine sechsunddrcißigjährige Verzinsung an den Staat völlig freies Eigcnthum wurden. Auchjede Gemeinde erhielt für ihre öffentlichen Bedürfnisse eine solche Dotation.
Douai oder Douay, eine Stadt und Festung im franz. Departement des Nordens,au der Scarpc und am Kanäle gleiches Namens, welcher mittels der Deule von D. nachLille führt und bei Warneton mit der Lys sich verbindet, hat mehre ausgezeichnete öffentlicheGebäude, unter denen sich die Sanct-Peterskirchc, das Rathhaus und das Zeughaus aus-zeichnen, welches letztere in Verbindung mit einer bedeutenden Kanonengießerei eins dergrößten in Frankreich ist. Außerdem befindet sich hier eine Universitätsakademie, ein College,eine Artillerieschulc, ein botanischer Garten, ein Museuni von Gemälden, Alterthümern undNaturalien, eine öffentliche Bibliothek und mehre andere wissenschaftliche Anstalten. DieStadt zählt 22000 E., welche Handel mit Spitzen und Leinwand treiben, Tapeten-, Woll-,Seifen - und einige Zuckerfabriken unterhalten. D. wurde an der Stelle eines von den Nor-männern zerstörten Schlosses, des <7asti»m Dimcenso, erbaut und gehörte im Mittelalterden Grafen von Flandern, dann den Herzogen von Burgund, nach deren Aussterben es ei-nen Theil der span. Niederlande bildete, bis cs unter Ludwig XIV. >067 von den Franzosenerobert wurde. Zwar wurde es 1710 durch den Herzog von Marlborough wieder genom-men ; allein zwei Jahre später mußte cs von neuem an Frankreich sich ergeben, mit dem csdurch den utrcchtcr Frieden im I. 1714 für immer vereinigt wurde.
Douane, s. Zoll.
Doubs, einer der bedeutendsten Nebenflüsse der Saone und daher ein Seitenfluß derRhone, entspringt in der Nähe des Dorfs Mouche auf dem Juragebirge in einer absolutenHöhe von 2658 F. Bald nach seinem Ursprünge bildet er den Lac de St.-Point; spätererweitert er sich zu dem kleinen See Lac de Brenets; nicht weit davon stürzt er zwischenwilden und schauerlichen Felsschluchten eingeklemmt über 80 F. tief herunter und bildet soden vielgepriesenen Saut-du-Doubs, einen der schönsten Wasserfälle in der franz. Schweiz.In der Nähe von Verdun ergießt er sich nach einem Laufe von 48 M. in die Saone. Erfließt rasch und ist nicht überall schiffbar. Mittel« eines Kanals, der unterhalb Dole ander Saone anfängt und bis in die Jll bei Strasburg geführt ist, verbindet der Doubs dieRhone mit dem Rhein. Nach ihm hat das Departement des Doubs seinen Na-men, da« aus dem größten Theil der Grafschaft Hochburgund und der ganzen GrafschaftMömpelgard besteht, ein Areal von 101 mM. und eine Bevölkerung von 276000 Seelenhat. Der größte Theil der Bodenfläche ist Gebirgsland des Jura, das Klima kalt und