Druckschrift 
4 (1845) D bis Entern
Entstehung
Seite
441
Einzelbild herunterladen
 

Dorville Dossal 441

16. und >7. Jahrh. und das Streben der Großen, die Kleinen immer mehr zu beschränkenund sich dieselben zu unterwerfen, führten auch D.s Verfall herbei. Im I. 1803 ward esdem Prinzen von Oranien zugetheilt, im Oct. 1806 von franz. Truppen besetzt und am l.März 1808 von Napoleon an den Großherzog von Berg abgetreten, worauf es der Haupt-ort des Departements der Ruhr war. In dem Vertrage vom 31. Mai 1815 entsagte derKönig der Niederlande diesem Gebiete zu Gunsten der Krone Preußen. Das alte Archivzu D. enthält wichtige Schriften und Urkunden aus der Zeit, als hier noch der Hauptfrei-stuhl des Femgerichts stand, dessen Verfahren schriftlich war. Nach D. hat der berühmteDortmunder Neceß seinen Namen, der hier am IO. Juni 1600 zwischen dem Kurfür-sten Johann Sigismund von Brandenburg und dem Pfalzgrafen Philipp Ludwig von Neu-burg in Beziehung auf den Jülich-Kleveschen Erbfolgestreit geschloffen wurde und dem ge-mäß beide Thcile bis zur völligen Ausgleichung dieses Streits gemeinschaftlich das fraglichLand in Besitz nahmen und verwalten ließen.

Dorville, s. Orville (Jak. Phil. d').

Dosen nennt man im Allgemeinen durch Deckel verschlossene Kästchen zur Aufbe-wahrung gewisser Gegenstände. Größere Dosen verfertigt man aus lackirtem und man-nichfach verziertem Blech, aus Holz (mit eingelegter Arbeit), Porzellan, Alabaster, Ser-pentin, welcher namentlich in Sachsen vorzüglich schön verarbeitet und mit Gemäldenverziert wird, u. s. w.; kleinere aus Gold und Silber, Elfenbein und Perlmutter, Mu-scheln, Pappe und Papiermache. Der größte Luxus wurde früher mit den Schnupf-tabacksdvsen (Tabatieren) getrieben, welche man namentlich entweder von Goldmacht und mit emaillirtcn Gemälden (Dosenstücke n), Spieluhren (Dosenuhrc n) u. s. w,versieht, oder aus mannichfach verziertem Papiermache. Die Fabrikation der Dosen ausPapiermache (Müllerdosen und Stobwasscrsche Dosen) ist der Gegenstand ziem-lich bedeutender Etablissements; in Deutschland zeichnen sich insbesondere die Fabriken zuBerlin, Schmölln bei Altcnburg und zu Freiberg und Zöblitz in Sachsen durch die schönsteLackirung und Malerei aus. Tabatieren von Silber, Alabaster, feinen Hölzern, verstei-nertem Holze u. s. w., kommen jetzt seltener vor. Neuerdings werden, besonders in Mainz,viel Sccmuschcln von schöner Färbung und Gestalt zu Dosen verarbeitet. Der Deckel anden Tabatieren ist in der Regel durch Charnicrc an der Dose befestigt (mit Ausnahme derrunden Dosen), und die Dauerhaftigkeit der Dosen hängt besonders von der Güte dieserCharnicre ab. Wenn man bei andern Instrumenten, z. B. Wasserwagcn, Compassen,Thermometern u. s. w., von Dosenform spricht, so versteht man darunter die Form einerkreisrunden Dose mit besonders aufgesetztem Deckel.

DosttMls (Magister), ein Grammatiker aus dem Anfänge des 3. Jahrh., ist derVerfasser eines Schulbuchs unter dem Titel das für die Nechtsgeschichte

nicht unwichtig ist durch einen Auszug aus einer juristischen Schrift, welcher sich darin untermehren andern Ausgaben zum Übersetzen aus dem Lateinischen ins Griechische befindet. DerText derselben ist griech. und lat.; erstcrer unstreitig eine von D. gemachte Übersetzung, letz-terer, nach der von Bachmann neuerlich ausgestellten wahrscheinlichsten Ansicht, ein durchden Gebrauch zum Übersetzen allmälig in den Handschriften sehr entstellter, ursprünglicherText aus einem unbekannten Werke eines röm. Juristen. Dieses Fragment handelt voneinigen Eintheilungcn des Rechts und der Personen und von den Freilassungen. Hcraus-gegeben wurde es zuerst lat. von Pithoeus (Par. 1573), dann mit dem griech. Text vonRover unter dem Titel „bUitgmentmn voteris juriscorisult!" (Leyd. 1730) und neuerlichvon Schilling (Lpz. 1810) und von Böcking im „<7orp»s juris uutojust." (Bonn 1832)Vgl. (Lachmann) „Versuch über D." (Bcrl. 1837, -1.).

Dossat (Arnaud), Cardinal, das Hauptwerkzeug der franz. Diplomatie unterHeinrich IV. in Italien, war um 1536 zu Larogne in der Nähe von „Auch geboren. EinEdelmann, De Marca, der ihn, in einem Alter von neun Jahren, ohne Altern und von Allementblößt fand, erbarmte sich seiner und erzog ihn mit seincmNeffen, dessen Vormund er war.Aber seine Fortschritte waren so außerordentlich, daß De Marca ihn bald zum Hofmeisterund Lehrer dieses Neffen machen konnte. In dieser Eigenschaft begleitete er denselben I55Snach Paris, wo er die Vorträge des gelehrten Ramus hörte und seinen Lehrer gegen die