Dorpat Dorset (Grafschaft) 439
eine Abtheilung der Vasensammlung des königlichen Museums" (Berl. 1833). In Verbindung mit Klaproth gab er Palin's „6oIIections .I'untiquitW egzptiennes" (Par. 1829Fol., mit Abbild.) heraus; auch beförderte er seines Stiefvaters, des Kriegsraths Bock, Über-sttzung der „««orgic»" (Wiesbad. 1819) zum Drucke. In neuerer Zeit gab er aus seinersehr reichen Autographensammlung „Facsimile und Handschriften" (4 Bde., Berl. 1836—38, 4.) heraus und „Erlebtes aus den I. >813—20" (2 Bde., Lpz. 1843), worin zumTheil sehr interessantes Detail enthalten ist, sowie „Briefe berühmter Staatsmänner" (Lpz.>844), enthaltend Briefe des Legationsraths Ölsncr und Geh. Raths Sta'gemanm
Dorpat oder Dörpt, esthnisch Tartalin, in der Statthalterschaft Liefland, die an-sehnlichste und bestgebaute Stadt derselben, am Embach, über welchen eine steinerne Brückeführt, in einer reizenden und fruchtbaren Gegend, war vormals eine nicht unbedeutendeHansestadt und hat noch seht ansehnlichen Handel in Landeserzeugnissen, welche auf derNarwa und über den Peipussee, ungeachtet mancher Versandung dieser Wasserstraße, auS-geführt werden. Sie hat schöne, gerade Straßen, drei Kirchen, unter denen sich die neue rus.fische auszeichnet, viele ansehnliche Häuser und Paläste, die der reichbegüterte Adel des Lan-des besitzt, gegen 7000 E-, theils Deutsche, darunter mehr als 60 Kaufleute, theils Russen,theils Esthen, eine Universität, ein Gymnasium und mehre gemeinnützige Anstalten. DurchGustav Adolf erhielt sie zuerst 1630 ein Gymnasium, das von ihm im Feldlager von Nürn-berg am 30. Juni 1632 zur Universität erhoben wurde, die aber 1710 cinging. KaiserPaul I. befahl ihre Herstellung, doch ihre wirkliche Errichtung verdankt sie erst dem KaiserAlexander durch die Stiftungsurkunde vom 12. Dec. 1802, zufolge deren sie für Finnland,Liefland, Esthland und Kurland bestimmt wurde und eine den deutschen Universitäten ähn-liche Einrichtung erhielt. Das Universitätsgebäude, auf dem Grund der alten Nikolaikircheaufgcführt, welches außer den Auditorien das physikalische, mathematische, chemische, tech-nische, militairische, mineralogische und naturhistorische Cabinet umfaßt, ist ein wahrerPalast. Außer den genannten Anstalten hat die Universität noch ein Klinikum, ein anato-misches Theater, eine Sternwarte mit dem größten Fraunhofer'schen Refractor und eineBibliothek von mehr als 60000 Bänden. Unter den Professoren, deren gegen Ende des I.1843, außer den Lectoren und Privatdocenten, 27 angcstellt waren, finden sich in allen Fa-cultätcn Namen, die eine allgemeine Geltung haben, und die Zahl der Studirenden beläuftsich über 500. Eine zu offen hervortretende deutsche Richtung unter denselben hatte zurFolge, daß die Professoren Bunge, Madai und Volkmann ihrer akademischen Thätigkcit da-selbst entzogen wurden. Das mit der Universität in Verbindung stehende, 1828 gestifteteProfessorcninstitut lieferte seitdem 23 Lehrer für russ. Universitäten. Die,in D. seit eini-gen Jahren begründete Gelehrte esthnische Gesellschaft entwickelt eine höchst erfreulicheThätigkcit, wie dies die von ihr herausgegebenen „Verhandlungen" (Heft 1 und 2, Dorp.1840—43) bekunden. Die Gründung der Stadt fällt in sehr frühe Zeit. Jm J. > 223wurde sie im Kampfe des Deutschen Ordens mit den Russen durch jenen den letztern entrissenund zum Sitze des Bisthums Esthland erhoben. Nach vielen frühem vergeblichen Versenchcn gelang es endlich dem Zar Iwan IV., 1558 D. wiederzuerobcrn, der nun ein furchtba-res Blutbad anrichten und den Bischof nach Rußland abführen ließ. Im I. 1582 mußteRußland D. an Polen abtreten, das es >625 an Gustav Adolf von Schweden verlor, beidem cs verblieb, bis es im Nordischen Kriege von Peter dem Großen wieder an Rußland ge-bracht wurde. — Schon im 16. Jahrh. scheint sich die esthnische Sprache in zwei Mundar-ten, den Dialekt von Dörpt und den von Reval, welcher erster- jedoch, minder ausge-bildet, weniger geschätzt ist als der letztere und kaum von einem Siebcntheil des esihnischenVolks gesprochen wird.
Dorsch, s. Schellfisch. . ^
Dorset, eine Grafschaft im südlichen England, begrenzt im Sude» von dem Briti-schen Kanäle, welcher hier die Halbinseln Purbek und Portland bildet, im Westen von denGrafschaften Devon und Somerset, im Norden von Somerset und Wilt und im Osten vonHamp, hat ein Areal von 44 IHM. und 160000 E. Der Boden ist hügelig, ausgezeichnetfruchtbar und voll des herrlichsten Wiesenwachses; das Klima sehr mild, daher die Graf-schaft der Garten Englands genannt wird. Die Bewohner treiben Acker-, Hanf-, Flachs-