438 Dorothea Dorow
einem steilen, 250 F. hohen Felsen, hat eine höchst malerische Lage mit reizender Aussicht -und drei großherzogliche Schlösser, unter denen besonders das neue, >728—48 erbaute eineromantische Fernsicht in das Saalthal darbietet. D. kommt schon 037 als Stadt vor unddie kaiserliche Pfalz daselbst, das jetzige alte Schloß, war häufig der Aufenthalt der sächs.Kaiser; auch wurden hier von ihnen mehre Reichstage gehalten. Im I. >081 schenkte Kai-ser Heinrich IV. die Schlösser und Städte D. und Kamburg nebst andern beträchtlichenReichsgütern dem Grafen Wiprecht von Groitzsch; >244 war es im Besitze der Schenke ,von Tautenburg und Saaleck, und hundert Jahre später kauften es die Grafen von Orla-münde und von Schwarzburg, die es aber schon 1358 nach einer unglücklichen Fehde mitdem Landgrafen Friedrich dem Ernsthaften von Thüringen an diesen abtreten mußten. Im15. Jahrh. kam es an die Vitzthume von Eckstädt, die es i486 an den Kurfürsten Ernstvon Sachsen verkauften. Weil sich die Bürger in dem sächs. Bruderkriege gegen den Kur-fürsten sehr ergeben bewiesen, erhielten sie den Namen „der Getreuen zu Dornburg". Spä-ter gehörte es zu der herzoglichen Linie von Sachsen-Jena, und als diese ausgestorben, fiel es1698 an Sachsen-Weimar. — Nicht zu verwechseln mit D. ist das DorfDornburg imHerzogthum Anhalt-Köthen, das ebenfalls eine kaiserliche Pfalz war, später einer gräflichenFamilie gehörte, die sich darnach nannte, im 15. Jahrh. an Anhalt verkauft wurde und1674 der Linie Anhalt-Zerbst zufiel, in welcher Zeit das Schloß daselbst erbaut wurde.
Dorothea, Herzogin von Kurl and (s. d.).
Dorow (Wilh.), preuß. Hofrath, geb. am 22. März 1790 zu Königsberg, besuchtedie Schule zu Marienburg und widmete sich darauf in seiner Vaterstadt dem Baufache, biser 1806 in ein kaufmännisches Geschäft eintrat; doch setzte er dabei seine mathematischenund andern Studien nicht bei Seite. In der Absicht, eine andere Thätigkcit zu suchen, ver- >ließ er 1811 Königsberg und wanderte nun zu Fuß nach Paris, worauf er im März 1812 ^eine Anstellung bei der preuß. Gesandtschaft daselbst erhielt. Im Febr. >813 trat er in »Breslau als freiwilliger Jäger ein; doch wurde er sehr bald von Scharnhorst in das Haupt-quartier des Generals von Winzingerode und später zum Fürsten Wolkonsky gesendet undwohnte nun allen Schlachten nach der Eröffnung des Feldzugs bei. Während des Waffen-stillstands wurde er vom Staatskanzler mit Aufträgen nach Polen, und als er darauf eineZeit lang im Hauptquartier zu Teplih gewesen, im Sept. mit besonder« Vollmachten noch-mals nach Polen zurückgeschickt, wo er bis zur Einnahme von Paris blieb. Hieraus reisteer nach Dijon zum Staatskanzlcr und wurde zu der Ccntralverwaltung nach Frankfurt am >Main gesendet. Nach der Auflösung dieses Dienstverhältnisses nahm er >815 seinen Ab-schied aus dem Militairstand und ging >816 als Gesandtschaftssccretair nach Dresden und>817 in gleicher Eigenschaft nach Kopenhagen, bis eine lebensgefährliche Krankheit, dieFolge einer in der Schlacht bei Lützen erhaltenen Verletzung, ihn nökhigtc, in WiesbadenHeilung zu suchen, wo er angeblich wegen demagogischer Umtriebe durch die Centralunter-suchungscommission in Mainz in eine Untersuchung verwickelt wurde, die jedoch keinen Er-folg und keinen Einfluß auf seine dienstlichen Verhältnisse hatte. In Bonn, wo er das Mu-seum vaterländischer Alterthümer gründete, blieb er bis 1822 und trat dann, zum Hofrathernannt, in das Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten zurück. Nach dem Tode desFürsten von Hardenberg wurde er mit der Hälfte seines Gehalts in Ruhestand versetzt. Mit fUnterstützung der preuß. Regierung machte er 1827 eine Reise nach Italien, wo er Veran-lassung zu den bedeutenden Ausgrabungen und Entdeckungen im alten Etrurien gab unddjp im Museum zu Berlin aufgestellte Sammlung etrurischer Alterthümer erwarb. Seiteinigen Jahren hat er Halle zu seinem Aufenthaltsorte gewählt. Unter seinen frühem an-tiquarischen Schriften erwähnen wir „Opferstätten und Grabhügel der Germanen und Rö-mer am Rhein" (2 Bde., Wiesbad. 1819-21,4., mit Abbild.), „Morgcnländ. Alterthü-mer" (2 Hefte, Wiesbad. >819—21, 4., mit Abbild.), „Denkmale german. und röm.Zeitin den rheinisch-westfäl. Provinzen" (2 Bde., Stuttg. 1823—27, 4 ., mit Abbild.), „Denk-mäler alter Sprache und Kunst" (2 Bde., Bonn undBerl. 1823—24, mit Abbild.), „Na- *1i-iie illtorno »Icuni vsoi etruscki" (Pesaro 1828, 4.), „Etrurien und der Orient, nebstThorwaldsen's Darstellung der 1828 entdeckten etrurischen Alterthümer" (Heidelb. 1829),»Vozmxe srctieoloFiqiie <I»NS I'imcierms Ltrurie" (Par. 1829, 4.) und „Einführung in !